Schriftzug Verkehrsbericht 2025 Polizeipräsidium Südhessen auf grün-blauem Hintergrund

Verkehrsunfallstatistik 2025 - Polizeipräsidium Südhessen

Rückgang der tödlich Verletzten
weiterhin niedriger Stand an Schwerverletzten
Verkehrsunfallfluchten nehmen zu

Vorwort

Sehr geehrte Leserin, 
sehr geehrter Leser,

im Rahmen der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit ist die „Vision Zero“, also das Ziel die Zahl der Verkehrstoten auf null zu reduzieren, allgegenwärtig. Die jährliche Verkehrsunfallstatistik bietet Anhaltspunkte, welche Altersgruppen, Verkehrsbeteiligungen und regionalen Schwerpunkte unsere Aufmerksamkeit im Besonderen erfordern. Dieser Aufgabe sind wir uns bewusst und nehmen Sie an. Die niedrige Zahl schwerverletzter Personen sowie der Rückgang der im Straßenverkehr getöteten ist auch Ergebnis langjähriger und konstanter Verkehrssicherheitsarbeit. Dem Themenfeld Geschwindigkeit kommt, als eine der Hauptunfallursachen bei schweren Verkehrsunfällen, besondere Bedeutung zu.

Im Wesentlichen stellt sich die Verkehrsunfalllage 2025 in Südhessen wie folgt dar:

  • leichter Anstieg der allgemeinen Unfallzahlen (+2,21%)
  • Zahl der schwerverletzten Personen weiterhin auf historisch niedrigem Niveau
  • Zahl der tödlich verletzten Personen deutlich gesunken (-13,89%)

Im Jahr 2025 wurden 25.076 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen, 541 mehr als im Vorjahr.

In den vergangenen zehn Jahren bewegte sich die Zahl der Verkehrstoten in Südhessen zwischen 30 und 60 Personen pro Jahr. Mit 31 tödlich verunglückten Personen im Jahr 2025 ist, neben einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 13,89%, auch in der Langzeitbetrachtung einer der niedrigsten Werte erreicht. Dennoch hängt an jedem Verkehrsunfall mit schweren oder tödlichen Folgen ein persönliches und familiäres Schicksal, sodass der Prävention dieser Verkehrsunfälle weiterhin Priorität zukommt.

Die Zahl der schwerverletzten Personen ist im Vorjahresvergleich leicht gestiegen (+2,66%). Mit 502 schwerverletzten Personen handelt es sich dennoch um den zweitniedrigsten Stand seit Einführung der elektronischen Unfallerfassung im Jahr 2008.

Die Gruppe der Motorradfahrenden ist besonders häufig an Verkehrsunfällen mit schwerem oder tödlichem Ausgang beteiligt. Im südhessischen Odenwald und der Bergstraße finden sich zahlreiche beliebte Ausflugsziele für Motorradfahrende. Dies führt zu einem hohen Aufkommen und damit auch einer hohen Zahl an Verkehrsunfällen mit Motorradfahrenden.

Um diesem Umstand zu begegnen, führte das hessenweit themenverantwortliche Polizeipräsidium Südhessen bereits im Jahr 2016 das „Bike-Konzept“ mit intensiven Präventionsmaßnahmen sowie regelmäßigen und flächendeckenden Kontrollen ein. Die damals dramatisch hohe Zahl tödlich verunglückter Motorradfahrender konnte hierdurch deutlich gesenkt werden.

Seit 2019 bewegt sich die Zahl der jährlich in Südhessen zu Tode gekommenen Motorradfahrenden auf einem niedrigen Niveau (2025: 9 Personen). Die Polizei ist bestrebt, durch stetige Fortentwicklung, Anpassung und Intensivierung des Konzepts, diese Unglücksfälle weiter zu reduzieren. Unsere Kampagne „Du hast es in der Hand – Überlasse nichts dem Unfall!“ stellt hierbei die häufigste generelle Unfallursache, nicht angepasste Geschwindigkeit, in den Mittelpunkt.

Als positive Bilanz dieser Verkehrssicherheitsarbeit kann im Jahr 2025 die niedrigste Zahl schwerverletzter Motorradfahrender (67 Personen) seit Einführung des „Bike-Konzepts“ verzeichnet werden.

Im vergangenen Jahr handelte es sich bei mehr als einem Viertel der polizeilich erfassten Verkehrsunfälle um eine Verkehrsunfallflucht (27,9%). In 317 Fällen entfernte sich eine Verkehrsteilnehmerin oder ein Verkehrsteilnehmer unerlaubt von einem Verkehrsunfall mit Personenschaden.

Verkehrsunfallflucht ist kein Bagatelldelikt. Jede Unfallflucht reduziert das allgemeine Sicherheitsgefühl und beeinträchtigt die Geschädigten in vielfacher Weise.

Deshalb bitte ich Sie: Sollten Sie Zeuge eines Verkehrsunfalls werden oder selbst in einen solchen verwickelt sein, bleiben Sie vor Ort und rufen Sie im Zweifelsfall die Polizei. Auch im Nachgang sind jede Information und jeder Hinweis von Zeugen wichtig für die polizeilichen Ermittlungen.

Lassen Sie uns gemeinsam durch rücksichtsvolles und verantwortungsbewusstes Handeln im Straßenverkehr zur Verkehrssicherheit für Alle beitragen. 

Christian Vögele

Polizeipräsident

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