Verkehrsunfallstatistik

Verkehrsunfallbericht des Polizeipräsidiums Osthessen 2024

Verkehrsunfallstatistik 2024 für den Bereich des Polizeipräsidiums Osthessen

  • Gesamtzahl der Unfälle leicht gesunken – Dennoch: Alle 48 Minuten ein Verkehrsunfall in Osthessen
  • Anzahl der Schwerverletzten ist leicht gestiegen
  • Über ein Drittel der Alkohol- und/oder Drogenunfälle endete mit Verletzten
  • Ursache „Geschwindigkeit“ deutlich rückläufig – „Ablenkung“ nimmt jedoch weiter zu
  • Alle vier Stunden wird eine Unfallflucht begangen
  • Deutlicher Anstieg der Anzahl der Schwerverletzten bei Pedelec-Unfällen 

Verkehrsunfallstatistik 2024 des Polizeipräsidiums Osthessen - Gesamtunfallzahlen erstmals nach drei Jahren rückläufig

Osthessen - Nach drei Jahren steigender Verkehrsunfallzahlen ist in Osthessen für 2024 ein leichter Rückgang zu verzeichnen. So registrierte die osthessische Polizei im vergangenen Jahr insgesamt 10.867 Verkehrsunfälle - das entspricht einer Abnahme von rund 1,6 Prozent (hessenweit: + 0,8 Prozent). Damit bleibt das Unfallgeschehen weiterhin unter dem Niveau von 2019 (11.644 Unfälle) - dem Jahr vor der Corona-Pandemie mit ihren entsprechenden Beschränkungen. Während sich die Verkehrsunfallzahlen verringerten, nahm der Kraftfahrzeugbestand leicht zu: laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) lag die Zahl der in Osthessen registrierten Kraftfahrzeuge zum Stichtag 31. Dezember 2024 um 2.771 Fahrzeuge höher als im Januar 2023.

Bei der Anzahl der Schwerverletzten zeigt sich ein moderater Anstieg. Im vergangenen Jahr wurden bei 337 Verkehrsunfällen insgesamt 401 Menschen schwer verletzt (2023: 375 Personen). Auch die Zahl der Leichtverletzten stieg auf 1.632 Personen (2023: 1.556 Personen) leicht an. Die Anzahl der Unfälle mit tödlichem Ausgang sank von 22 auf 21. Dabei kamen 2024 insgesamt 22 Menschen ums Leben – ebenso viele wie in 2023, aber 24 Prozent weniger als 2019 (29 Todesopfer). Da außerorts in der Regel höhere Geschwindigkeiten gefahren werden, sind die Unfallfolgen oft schwerwiegender als innerorts. So starben innerhalb geschlossener Ortschaften vier Personen, während zehn Todesopfer auf den außerörtlichen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie acht auf den Autobahnen zu beklagen waren.

Bei über 86 Prozent der im Jahr 2024 im hiesigen Zuständigkeitsbereich registrierten Verkehrsunfälle blieb es bei Sachschäden. Der hieraus resultierende volkswirtschaftliche Gesamtschaden wird mit circa 48 Millionen Euro beziffert.

"Es ist erfreulich, dass die Gesamtzahl der Unfälle leicht zurückgegangen ist. Die gestiegene Zahl der Schwerverletzten zeigt jedoch, dass unser Fokus weiterhin auf der Prävention sowie auf regelmäßigen und gezielten Kontrollen liegen muss, um schwere Unfallfolgen wirksam zu reduzieren. Wir werden daher unsere Anstrengungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit konsequent fortsetzen“, erklärt Polizeipräsident Michael Tegethoff".

Die wichtigsten Zahlen und Fakten der drei Landkreise und der Autobahnen im Überblick: 

Landkreis Fulda: 

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Fulda 3.527 Verkehrsunfälle erfasst – ein Rückgang um rund 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2023: 3.620 Unfälle). Während die Zahl der Unfälle mit Personenschäden mit 593 Fällen ebenfalls leicht sank, stieg die Zahl der Schwerverletzten um rund 1,4 Prozent auf 141 Personen (2023: 139 Personen). Besonders auffällig ist der deutliche Rückgang der bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzten Personen um über 66 Prozent. Verstarben 2023 noch neun Menschen bei einem Verkehrsunfall, waren es 2024 drei Personen.

Landkreis Hersfeld-Rotenburg: 

Im Jahr 2024 sank die Zahl der registrierten Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg um rund 3,5 Prozent. Mit insgesamt 2.441 Unfällen wurden 88 weniger im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Gleichzeitig stieg die Zahl der Unfälle mit verletzten Personen um etwa 2,4 Prozent auf 347. Während im Jahr 2023 noch 76 Verkehrsteilnehmer schwer verletzt wurden, waren es im vergangenen Jahr 91. Leider kam es auch im Jahr 2024 zu acht tödlichen Verkehrsunfällen, bei denen acht Menschen ihr Leben verloren (2023: fünf Personen).

Vogelsbergkreis: 

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bereich der Polizeidirektion Vogelsberg ist im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,6 Prozent gestiegen und liegt nun bei 2.489. Auch die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten stieg auf 322 und damit um etwa 6,6 Prozent an. Dabei erlitten 107 Menschen schwere Verletzungen - eine Zunahme um rund 8,1 Prozent. Allerdings sank die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle: 2024 kamen drei Menschen ums Leben, im Jahr zuvor waren es fünf.

Osthessische Autobahnen: 

Die Verkehrssituation auf den osthessischen Autobahnen war auch im vergangenen Jahr durch zahlreiche Dauerbaustellen auf nahezu allen Streckenabschnitten geprägt. So ereigneten sich viele Unfälle in Baustellenbereichen, wo die eingeschränkten Platzverhältnisse und der dichte Verkehr besondere Aufmerksamkeit erfordern. Insgesamt registrierten die Polizeiautobahnstationen Bad Hersfeld und Petersberg 2.409 Verkehrsunfälle, was einem leichten Rückgang um rund 1,6 Prozent (38 Unfälle) im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden stieg um etwa 11,7 Prozent auf 238, was 25 Unfälle mehr als im Vorjahr bedeutet. Auch die Anzahl der schwer verletzten Personen stieg von 61 auf 62 leicht an. In 2024 kamen acht Menschen bei Verkehrsunfällen auf den osthessischen Autobahnen ums Leben (2023: drei Personen).
 

Hier finden Sie die Presseinformation zum Verkehrsbericht 2024 und die dazugehörige Verkehrsstatistik 2024 für die drei Landkreise Fulda, Bad Hersfeld und dem Vogelsbergkreis zum Download.