Verkehrskontrolle durch Polizei

Polizeipräsidium Mittelhessen

Verkehrsunfallstatistik 2025 des Polizeipräsidiums Mittelhessen

Polizeipräsident Torsten Krückemeier stellt die Verkehrsunfallstatistik 2025 des Polizeipräsidiums Mittelhessen vor.

  • Weniger Verkehrsunfalltote und Schwerverletzte
  • Geringer Anstieg der Verkehrsunfälle
  • Anzahl der Geschwindigkeitsunfälle steigt um 10 Prozent
  • Erneut deutlicher Anstieg der E-Scooter Unfälle

Die Verkehrsunfallstatistik 2025 für Mittelhessen zeigt insgesamt einen leichten Anstieg der registrierten Verkehrsunfälle. Mit 23.068 Unfällen verzeichnen wir gegenüber dem Vorjahr 127 Zusammenstöße mehr, was einem Plus von 0,5 Prozent entspricht. Die Anzahl der Unfälle die Personenschäden zur Folge hatten ist um 42 beziehungsweise 1,3 Prozent zurückgegangen. 2025 verloren 31 Menschen in Mittelhessen durch Verkehrsunfälle ihr Leben – 2024 starben 32 Menschen. Auch die Zahl der Schwerverletzten ist gesunken: 541 Menschen erlitten schwere Verletzungen, das sind 49 Schwerverletzte weniger als 2024 und entspricht einem Rückgang von 8,3 Prozent. Die Zahl der Leichtverletzten stieg hingegen um 94 Personen (+2,6 Prozent) auf insgesamt 3.674 Menschen an (2024: 3.580).

Polizeipräsident Torsten Krückemeier macht deutlich:

Hinter jedem Unfall mit Personenschaden stehen persönliche Schicksale. Jeder tödliche Verkehrsunfall bedeutet unermessliches Leid für Angehörige, Freunde und das gesamte persönliche Umfeld der Betroffenen. Auch schwere Verletzungen haben oftmals langfristige private, gesundheitliche und berufliche Folgen. Deshalb bleibt es unser Ziel, die Sicherheit auf den Straßen weiter zu verbessern und Verkehrsunfälle mit schweren Folgen konsequent zu verhindern. Dass die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten im vierten Jahr in Folge rückläufig ist, sehen wir als positives Signal und zugleich als Verpflichtung, unsere Präventions- und Kontrollmaßnahmen weiterhin mit Nachdruck fortzuführen.

Polizeipräsident Torsten Krückemeier stellt die Verkehrsunfallstatistik 2025 des Polizeipräsidiums Mittelhessen vor.

Grundlage für die Sicherheit im Straßenverkehr ist § 1 der Straßenverkehrsordnung: „Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.“ Diese Grundregel gewinnt angesichts immer vielfältigerer Verkehrsformen und einer zunehmenden Verdichtung des Verkehrsraums weiter an Bedeutung.

Hierzu erklärt Polizeipräsident Krückemeier:

Auf den mittelhessischen Straßen treffen täglich unterschiedlichste Verkehrsteilnehmende mit individuellen Bedürfnissen, Geschwindigkeiten und Risiken aufeinander: Fußgänger, Radfahrer, E-Scooter-Fahrer, Motorradfahrer, Pkw-Fahrer, der gewerbliche Güterverkehr sowie landwirtschaftliche Fahrzeuge. Gerade dieses Aufeinandertreffen erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, gegenseitiges Verständnis und eine defensive Fahrweise aller Beteiligten. Ich appelliere an alle Verkehrsteilnehmende, sich verantwortungsbewusst, aufmerksam und regelkonform zu verhalten. Gegenseitige Rücksichtnahme, angepasstes Verhalten und die konsequente Einhaltung der Verkehrsregeln sind entscheidende Voraussetzungen dafür, dass sich alle Menschen sicher im Straßenverkehr bewegen können.

Die kontinuierliche Zunahme leichtverletzter Verkehrsunfallbeteiligter kann im Hinblick der stetig verbesserten Sicherheitstechnik moderner Fahrzeuge betrachtet werden. Fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme und Fahrzeugkonstruktionen sowie moderne Rückhalte- und Schutzsysteme tragen dazu bei, die Folgen von Verkehrsunfällen abzumildern.

Zu den häufigsten Ursachen, die zu Verkehrsunfällen mit Personenschäden führten, zählten im Jahr 2025 ungenügender Abstand und überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit.

Von 1.871 Abstandsunfällen in Mittelhessen in 2025 (2024: 1.746; +7,2 Prozent) hatten 599 Verkehrsunfälle Personenschäden zur Folge. Gegenüber dem Vorjahr mit 594 Fällen blieb diese Quote auf einem annähernd gleichen Niveau. Kein Mensch starb im zurückliegenden Jahr infolge eines Abstandsunfalls (2024: drei), 918 Personen trugen leichte Verletzungen davon (2024: 845) und 39 Menschen erlitten schwere Verletzungen (2024: 46).

Um knapp 10 Prozent stieg die Anzahl der Unfälle aufgrund überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit. Registrierte die Polizei 2024 noch 1.455 Kollisionen mit dieser Unfallursache, so nahmen die Polizistinnen und Polizisten in Mittelhessen im vergangenen Jahr 1.600 Geschwindigkeitsunfälle auf (+ 145). Bei 520 Geschwindigkeitsunfällen verunglücken 2025 insgesamt 708 Personen (2024: 492, +5,6 Prozent). Im Zusammenhang mit Geschwindigkeitsunfällen verloren fünf Menschen ihr Leben (2024: 11 Verstorbene), 136 Personen mussten wegen schwerer Verletzungen (2024: 159, -23) behandelt werden, 567 kamen mit lediglich leichten Verletzungen davon (2024: 495, +14,5 Prozent).
Geschwindigkeit ist beim Aufprall oftmals entscheidend dafür, ob Unfallbeteiligte leichte oder schwere Verletzungen erleiden oder versterben, denn mit zunehmender Geschwindigkeit erhöht sich die Wucht eines Aufpralls enorm. Die Polizei appelliert daher eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, sich an die vorgeschriebenen Tempolimits zu halten und die Geschwindigkeit jederzeit den Straßen-, Verkehrs- und Witterungsverhältnissen anzupassen.

Zur Bekämpfung von Geschwindigkeitsverstößen führte die Polizei auch im Jahr 2025 umfangreiche Kontrollen durch, bei denen rund 440.000 Fahrzeuge von den verschiedensten Messsystemen erfasst wurden. In etwa 13.200 Fällen hatten sich die Fahrerinnen und Fahrer nicht an die geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen gehalten. Für rund 1.300 Personen hatte dies ein Fahrverbot zur Folge.

Die Gesamtunfälle, an denen Kinder im Alter bis 13 Jahren beteiligt waren (Fahrer und verletzte Mitfahrer), stieg um 14,7 Prozent auf 273 Verkehrsunfälle an (2024: 238). Ein Kind verstarb infolge eines Verkehrsunfalls 2025 – im Jahr 2024 starb ebenfalls ein Kind im Straßenverkehr.

Kinder zählen im Straßenverkehr zu den schwächsten und zugleich besonders schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmern. Aufgrund ihres Alters, ihrer geringeren Erfahrung und ihrer oftmals noch eingeschränkten Wahrnehmung von Gefahren sind sie in besonderem Maße auf Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer angewiesen.

Um insbesondere Grundschülerinnen und Grundschüler in der dunklen Jahreszeit besser sichtbar zu machen, führt das Polizeipräsidium Mittelhessen regelmäßig die Aktion „Glühwürmchen – sicher zur Schule in der dunklen Jahreszeit“ durch. Ziel der Aktion ist es, die sogenannten I-Männchen für die Bedeutung von Sichtbarkeit und Erkennbarkeit im Straßenverkehr zu sensibilisieren und mit ihnen gemeinsam bei einer Kontrollmaßnahme der Polizei an der Schule auf mögliche Gefahren von nicht angepasster bzw. überhöhter Geschwindigkeit, mangelndem Sicherheitsabstand zu Fußgängern und Radfahrenden sowie unübersichtlichem Parksituationen hinzuweisen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Präventionsarbeit ist die Aktion „Blitz für Kids“, die gemeinsam mit Schulen durchgeführt wird. Dabei kontrollieren Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte die Geschwindigkeit vor Schulen. Schülerinnen und Schüler sprechen anschließend die Gemessenen direkt an. Verkehrsteilnehmer, die sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit gehalten haben, erhalten als Anerkennung eine grüne Karte und ein Dankeschön. Wer zu schnell unterwegs war, bekommt eine gelbe Karte verbunden mit einem Hinweis auf die besonderen Gefahren für Kinder im Straßenverkehr.

Ziel der Aktion ist es, das Bewusstsein für angemessene Geschwindigkeit insbesondere im Umfeld von Schulen und Kindergärten nachhaltig zu stärken.

Wies die Statistik 2024 noch 273 Kollisionen unter Beteiligung von Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren aus, so stieg die Anzahl der Unfälle in diesem Bereich im Jahr 2025 auf 309 Unfälle (+ 36 = + 13,2 Prozent). Erfreulicherweise starb kein Jugendlicher 2025 auf mittelhessischen Straßen - 2024 war noch ein Todesopfer in dieser Altersgruppe zu beklagen.

2025 wurden 373 Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fußgängern registriert. Damit liegt die Zahl im Vergleich zum Vorjahr annähernd gleich (2024: 374 = -1). 217 Zufußgehende trugen leichte Verletzungen davon (2024: 243) und 57 erlitten schwere Verletzungen (2024: 58). In Verbindung mit Verkehrsunfällen starben im vergangenen Jahr sechs Fußgänger - 2024 verloren zwei Fußgänger ihr Leben bei Verkehrsunfällen in Mittelhessen. Eigenes Fehlverhalten ist in rund 40 Prozent der Kollisionen die Hauptunfallursache.

 

Junge Fahrerinnen und Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren zählen weiterhin zu den besonderen Risikogruppen im Straßenverkehr. Im Jahr 2025 registrierte das Polizeipräsidium Mittelhessen insgesamt 4.473 Verkehrsunfälle unter Beteiligung dieser Altersgruppe. Im Vergleich zum Vorjahr mit 4.364 Unfällen entspricht dies einem leichten Anstieg von 109 Kollisionen (+2,5 Prozent). Bezogen auf das Gesamtunfallgeschehen in
Mittelhessen waren 19,4 Prozent aller Verkehrsunfälle und somit nahezu jeder fünfte Unfall mit jungen Fahrenden verbunden.

Hierbei verunglückten im Jahr 2025 insgesamt 729 Personen. Während die Gesamtzahl der Verunglückten nahezu auf dem Niveau des Vorjahres blieb (2024: 730), sank die Zahl der Verstorben von fünf auf zwei Personen.

Junge Fahrerinnen und Fahrer verfügen über wenig Fahrpraxis und neigen eher dazu, Risiken im Straßenverkehr falsch einzuschätzen oder Gefahren zu unterschätzen. Hinzu kommen Faktoren wie gruppendynamische Einflüsse, Ablenkung, Selbstüberschätzung oder eine nicht angepasste Geschwindigkeit. Diese Kombination führt dazu, dass junge Erwachsene überdurchschnittlich häufig an Verkehrsunfällen beteiligt sind.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt die hessische Polizei unter anderem auf das Präventionsprogramm „CrashKurs Hessen“. Ziel des Programms ist es, insbesondere junge Menschen emotional und nachhaltig für die Folgen schwerer Verkehrsunfälle zu sensibilisieren. Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, Einsatzkräfte der Feuerwehr, Rettungsdienste sowie Betroffene berichten dabei eindringlich und realitätsnah von schweren Verkehrsunfällen und deren Folgen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Verantwortung, Risikobewusstsein und die Vermeidung typischer Unfallursachen wie überhöhter Geschwindigkeit, Alkohol- oder Drogeneinfluss sowie Ablenkung im Straßenverkehr. An den Veranstaltungen an mittelhessischen Schulen nahmen im Jahr 2025 rund 400 Jugendliche teil.

Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung älterer Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ist im Jahr 2025 leicht angestiegen. In der Altersgruppe der 65- bis 74- Jährigen nahm die Polizei insgesamt 2.676 Verkehrsunfälle auf. Im Vorjahr waren es 2.604 Unfälle. Dies entspricht einem Anstieg um 72 Fälle beziehungsweise 2,7 Prozent.

Auch bei den Menschen ab 75 Jahren wurde eine Zunahme registriert. Hier stieg die Zahl der Verkehrsunfälle von 1.790 im Jahr 2024 auf 1.829 Fälle im Jahr 2025 und damit um 2,2 Prozent.

Die Entwicklung der Unfallzahlen in der Altersgruppe 65plus steht auch im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel. Ältere Menschen bleiben heute länger mobil und nehmen aktiv am Straßenverkehr teil – sei es als Autofahrerinnen und Autofahrer, mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem öffentlichen Personennahverkehr. Die eigenständige Mobilität bedeutet für viele Seniorinnen und Senioren Lebensqualität, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.

Das Polizeipräsidium Mittelhessen setzt deshalb weiterhin auf gezielte Präventionsarbeit für die Altersgruppe 65plus. Im Rahmen der Verkehrspräventionsaktion „MAXimal mobil bleiben – mit Verantwortung“ informiert die Polizei Seniorinnen und Senioren über aktuelle Gefahren im Straßenverkehr, sicheres Verhalten sowie Möglichkeiten, die eigene Mobilität lange sicher zu erhalten.

Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern ist im Jahr 2025 leicht angestiegen. Insgesamt registrierte die Polizei 515 Fahrradunfälle. Im Vergleich zum Vorjahr mit 498 Unfällen entspricht dies einer Zunahme um 17 Unfällen beziehungsweise 3,4 Prozent. Insgesamt 387 Menschen verunglückten 2025 bei Fahrradunfällen, im Vorjahr waren es 388 Menschen. Drei Personen verloren infolge eines Fahrradunfalls ihr Leben (2024: eine Person).

Deutlich angestiegen ist die Zahl der Unfälle mit sogenannten Pedelecs, also Fahrrädern mit Trittunterstützung durch einen Elektromotor. Hier registrierte die Polizei 190 Verkehrsunfälle. Gegenüber dem Vorjahr mit 161 Fällen bedeutet dies eine Steigerung um 29 Unfälle beziehungsweise 18 Prozent. Im Jahr 2025 kamen zwei Menschen infolge eines Pedelec- Unfalls ums Leben, während im Vorjahr kein tödlicher Pedelec-Unfall verzeichnet wurde.

Im Bereich der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von sogenannten E-Scootern verzeichnet die Statistik erneut eine deutliche Steigerung. Nachdem im Jahr 2024 noch 95 Unfälle registriert wurden, weist die Statistik für das Jahr 2025 insgesamt 157 Verkehrsunfälle aus. Dies entspricht einer Zunahme um 62 Fälle beziehungsweise 65,2 Prozent.

Auch die Zahl der verletzten Personen stieg deutlich an. Im Jahr 2025 erlitten insgesamt 111 Menschen bei E-Scooter-Unfällen Verletzungen. Im Vergleich zu 60 verletzten Personen im Jahr 2024 bedeutet dies einen Anstieg um rund 85 Prozent. Zu Todesfällen im Zusammenhang mit E-Scooter-Unfällen kam es – wie auch bereits im Vorjahr – nicht.

In 23 Fällen stellte die Polizei mangelnde Verkehrstüchtigkeit als Unfallursache fest. 17 Unfälle wurden durch Vorfahrts- beziehungsweise Vorrangverstöße verursacht, in 14 Fällen spielte nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit eine Rolle.

E-Scooter haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend als zusätzliches Verkehrsmittel etabliert. Sie erfreuen sich insbesondere bei jungen Menschen großer Beliebtheit und werden vielfach spontan und freizeitorientiert genutzt. Gleichzeitig stellen sie aufgrund ihrer Fahrdynamik mit vergleichsweise hoher Beschleunigung sowie ihrer geringen Wahrnehmbarkeit eine Herausforderung für alle Verkehrsteilnehmer dar. Fehlende Erfahrung, riskantes Fahrverhalten oder die Nutzung unter Alkohol- oder Drogeneinfluss führen dabei immer wieder zu gefährlichen Situationen und Unfällen.

Die Folgen von Unfällen von motorisierten Zweirädern sind für die Beteiligten meist besonders schwerwiegend, da die Fahrerinnen, Fahrer und Mitfahrende im Vergleich zu Pkw-Insassen deutlich weniger geschützt sind. Im Jahr 2025 verloren sieben Menschen bei Unfällen mit motorisierten Zweirädern ihr Leben. Im Vorjahr waren es sechs Todesopfer.

Darüber hinaus erlitten 125 Personen schwere (2024: 116) und 377 Personen leichte Verletzungen (2024: 319).
Als häufigste Unfallursachen stellte die Polizei nicht angepasste beziehungsweise überhöhte Geschwindigkeit fest. Sie war bei 147 Unfällen unfallursächlich. In 62 Fällen spielte ungenügender Abstand eine Rolle, in weiteren 41 Fällen kam es durch Fehler beim Überholen zu Verkehrsunfällen.

Den größten Anteil am Unfallgeschehen innerhalb der motorisierten Zweiräder machten auch im Jahr 2025 die Kräder mit mehr als 125 ccm aus. 313 Verkehrsunfälle und damit 43,8 Prozent aller Biker-Unfälle werden dieser Motorisierungsgruppe zugerechnet. Im Vergleich zum Vorjahr mit 296 Fällen entspricht dies einer Steigerung um 5,7 Prozent. Sechs der sieben bei Kollisionen mit motorisierten Zweirädern verstorbenen Menschen waren Beteiligte an Unfällen im Zusammenhang mit Krädern mit mehr als 125 ccm. 74 Personen wurden schwer (2024: 70) und 144 leicht verletzt (2024: 150).

Um die Sicherheit von Motorradfahrern nachhaltig zu erhöhen, setzt das Polizeipräsidium Mittelhessen unter anderem auf sogenannte „Biker-Safety-Touren“. Gemeinsam mit erfahrenen Polizeimotorradfahrern erhalten die Teilnehmenden auf ausgewählten Strecken wertvolle Hinweise zu Fahrverhalten, Gefahrenwahrnehmung, Kurventechnik und Risikofaktoren im Straßenverkehr. Ziel ist es, das Bewusstsein für die besonderen Gefahren des Motorradfahrens zu schärfen, die eigene Fahrweise kritisch zu reflektieren und dadurch Unfälle zu vermeiden.

Die Zahl der Verkehrsunfälle unter dem Einfluss von Alkohol und/oder Drogen ist im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen im Jahr 2025 angestiegen. Insgesamt registrierte die Polizei 617 sogenannte „Rauschunfälle“, nachdem im Vorjahr 545 Fälle erfasst wurden.
Von den 617 Unfällen hatten 234 Personenschäden zur Folge. Damit endeten 38 Prozent aller Alkohol- und Drogenunfälle mit verletzten oder getöteten Menschen. Insgesamt verunglückten dabei 306 Personen. 243 Menschen erlitten leichte Verletzungen (2024: 218), 58 wurden schwer verletzt (2024: 55) und fünf Personen kamen infolge solcher Unfälle ums Leben (2024: vier Verstorbene).

Die Mehrheit der Unfälle ereignete sich unter Alkoholeinfluss: In 503 Fällen war Alkohol unfallursächlich. Bei 39 Unfällen standen die Fahrzeugführerinnen oder -führer unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel, in 14 Fällen spielte THC eine Rolle. Neben den Verkehrsunfällen im Zusammenhang mit berauschten Unfallfahrerinnen und - fahrern registrierte die Polizei im Jahr 2025 insgesamt 1.198 folgenlose Fahrten unter dem Einfluss berauschender Mittel. Davon standen 386 Fahrzeugführer unter Alkoholeinfluss, 721 unter Drogeneinfluss und 91 unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass weiterhin zahlreiche Verkehrsteilnehmer trotz erheblicher Risiken und strafrechtlicher Konsequenzen berauscht am Straßenverkehr teilnehmen. Das Polizeipräsidium Mittelhessen setzt deshalb konsequent auf Kontrollen und Prävention. Hierfür stehen besonders geschulte Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung, die ihr Fachwissen als Multiplikatoren an weitere Mitarbeitende weitergeben. Verkehrsteilnehmer müssen jederzeit damit rechnen, sowohl im Rahmen gezielter Kontrollmaßnahmen als auch aufgrund von Auffälligkeiten im Straßenverkehr durch Polizeistreifen kontrolliert zu werden.

Ziel bleibt es, berauschte Fahrer frühzeitig aus dem Verkehr zu ziehen und schwere Unfallfolgen zu verhindern.

Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen ging im Jahr 2025 leicht zurück. Nachdem im Jahr 2024 noch 6.437 Unfallfluchten registriert wurden, sank die Zahl im Berichtsjahr auf 6.284 Fälle. Dies entspricht einem Rückgang um 153 Taten beziehungsweise 2,4 Prozent. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote leicht von 41,3 auf 41,5 Prozent.

Bezogen auf die Gesamtzahl von 23.065 Verkehrsunfällen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen lag der Anteil der Unfallfluchten bei 27,7 Prozent. Damit war mehr als jede vierte Kollision mit einem unerlaubten Entfernen vom Unfallort verbunden. Die Polizei weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass eine Verkehrsunfallflucht keineswegs ein Kavaliersdelikt darstellt. Wer sich nach einem Unfall unerlaubt vom Unfallort entfernt, muss mit einer Geld- oder sogar einer Freiheitsstrafe rechnen. Zudem können versicherungsrechtliche Konsequenzen sowie der Entzug der Fahrerlaubnis folgen.

Jeder Verkehrsteilnehmer kann Opfer einer Unfallflucht werden. Umso wichtiger ist es, sich nach jedem Unfall – auch bei vermeintlich geringfügigen „Remplern“ – um einen ordnungsgemäßen Schadensausgleich zu kümmern. Für die Geschädigten ist es besonders ärgerlich, auf entstandenen Schäden sitzen zu bleiben. Ein bloßer Zettel an der Windschutzscheibe reicht dabei unter Umständen nicht aus, da dieser beispielsweise durch Witterungseinflüsse verloren gehen oder unleserlich werden kann. Unfallbeteiligte sind verpflichtet, eine angemessene Zeit am Unfallort zu warten, um dem Geschädigten die Feststellung der Personalien zu ermöglichen. Der sicherste Weg ist jedoch, die Polizei zu informieren und den Unfall aufnehmen zu lassen.

Kollisionen mit Wildtieren machen weiterhin einen erheblichen Anteil des Unfallgeschehens im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen aus. Rund jeder fünfte polizeilich registrierte Verkehrsunfall stand im Jahr 2025 im Zusammenhang mit Wildwechsel.

Nachdem die Polizei im Jahr 2024 noch 5.355 Wildunfälle aufgenommen hatte, stieg die Zahl im Jahr 2025 auf insgesamt 5.897 Fälle an. Dies entspricht einer Zunahme um 542 Unfälle beziehungsweise 10,1 Prozent.

Wildunfälle enden dabei nicht nur mit Sachschäden, sondern führen immer wieder auch zu teils erheblichen Verletzungen. Im Jahr 2025 wurden infolge von Wildunfällen neun Personen schwer und 41 Personen leicht verletzt. 2024 erlitten vier Menschen schwere und 35 Menschen leichte Verletzungen.

Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium Mittelhessen, Guido Rehr, or einer Glaswand

Guido Rehr

Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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35394 Gießen