Finale mit allen Schauspielerinnen und Schauspielern auf der Bühne

Polizeipräsidium Westhessen

Prävention mit Lachgarantie in Hochheim

„Oma, ich bin’s! Ich brauche dringend Geld, ich sitze in der Zelle!“ Der Anruf klingt verzweifelt, die Stimme am anderen Ende der Leitung wirkt vertraut.

„Oma, ich bin’s! Ich brauche dringend Geld, ich sitze in der Zelle!“ Der Anruf klingt verzweifelt, die Stimme am anderen Ende der Leitung wirkt vertraut. Doch dann endet dieser Betrugsversuch anders als erwartet: Es geht ein lautes Lachen durch den Saal. Alles nur ein reales Theaterstück? Genau! Und das ist eine andere Art von Prävention: unterhaltsam, klug und mit klaren Botschaften.

Am 31.03.2026 gastierte die Wiesbadener Laien-Schauspielgruppe „Lachfalten” des Pluspunkts Erbenheim im katholischen Vereinshaus der Kolpingsfamilie in Hochheim. Mit ihrem Stück „Vorsicht Falle“ zogen sie knapp 150 Zuschauerinnen und Zuschauer in den Bann – und das nicht nur wegen der humorvollen Szenen, sondern auch, weil sie ein Thema künstlerisch aufgreifen, das alle angeht: Betrugsprävention. Der volle Saal ist sicherlich auch der Bewerbung des Sachgebiets Prävention der Polizeidirektion Main-Taunus zu verdanken. Der Schutzmann vor Ort, Polizeihauptkommissar Florian Meerheim, hatte in den Wochen zuvor zwei Infostände in Flörsheim und Hochheim an dem er den Leuten den Auftritt ans Herz legte, zudem bewarb er die gemeinsame Veranstaltung in einer Instagram-Story und auch eine Pressemeldung wurde dazu veröffentlicht.

In seiner Begrüßungsrede zu Beginn des „Theater-Nachmittags“ forderte Polizeidirektor Tobias Erler die Anwesenden dazu auf, auch im Freundeskreis über das Thema zu sprechen. „Natürlich kann man sagen, dass noch nicht mal 300 Straftaten zum Nachteil älterer Menschen im Jahr 2025 im Main-Taunus-Kreis doch keine große Anzahl sind, aber meiner Meinung nach ist jede Straftat eine zu viel.“

Die „Lachfalten“ zeigten eine breite Palette dieser Kriminalität. Ob Schockanruf, falsche Handwerker oder Lovescamming – die Laiendarstellerinnen und Laiendarsteller spielten typische Betrugsmaschen so pointiert nach, dass das Publikum zwischen Lachen und Nachdenken schwankte. Der oft gehörte Satz „Das kann mir nicht passieren!“ wurde dabei zum Running Gag – und gleichzeitig zur Mahnung: Genau das passiert – und zwar schneller, als man denkt.

„Die Betrugsmaschen ändern sich“, erklärt Florian Meerheim, Leiter des Sachgebiets Prävention der Polizeidirektion Main-Taunus. „Betrug funktioniert letztendlich ganz oft über Emotionen wie Angst, Unsicherheit oder Scham. Dabei wird immer auch Stress erzeugt. Das wissen jedoch auch unsere ‚Lachfalten‘ und sie nutzen andere Gefühle. Sie verpacken Prävention in eine positive Emotion, nämlich Sympathie, und paaren das mit viel Humor.“

Vor und nach der Vorstellung boten Infostände der Polizeidirektion, der Sicherheitsberaterinnen und Sicherheitsberater für Seniorinnen und Senioren sowie des Präventionsrats Raum für Fragen. Hier gab es nicht nur Flyer, sondern auch persönliche Gespräche – ganz ohne Druck, aber mit jeder Menge praktischer Tipps.

Am Ende des Tages war eines klar: Wer die Vorstellung gesehen hat, wird sich bei einem verdächtigen Anruf oder Besuch an der Haustür sofort denken: „Das kann mir nicht passieren!“ – und dann doch noch genauer hinschauen.

Das Theaterstück „Vorsicht Falle“ bewies es: Unterhaltende Prävention bleibt im Gedächtnis. Egal, welche Maschen sich die Kriminellen noch ausdenken, die Basics müssen einfach immer vor Augen gehalten werden:

  • Nie unter Stress setzen lassen!
  • Geld niemals an Fremde übergeben!
  • Am Telefon einfach aufzulegen ist nicht unhöflich!
  • Niemanden in die Wohnung lassen!

Und genau diese Tipps haben durch die Lachfalten zu Lachfalten beim Hochheimer Publikum gesorgt, es war nämlich Prävention mit Lachgarantie.

Theatersaal: Blick von hinten auf die Bühne
Theatersaal: Blick von hinten auf die Bühne

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