Was passiert, wenn 120 neugierige Achtklässlerinnen und Achtklässler auf fünf Polizistinnen und Polizisten mit jeder Menge Geschichten, Tipps und einer Prise Humor treffen? Ganz einfach: Es wird lebendig und ehrlich.
Am 3. März 2026 fand in der Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn die hessenweite Dialogreihe „Cops im Dialog” statt und bewies einmal mehr: Respekt und Verständnis entstehen dort, wo man miteinander redet und sich gegenseitig zuhört. Das Format ist Teil des „Respekt-Pakets“ der Hessischen Landesregierung und zielt darauf ab, das gegenseitige Verständnis zwischen Jugendlichen und Einsatzkräften zu fördern und für ein respektvolles Miteinander zu sensibilisieren. Die Polizei setzt mit Transparenz und direktem Dialog an, um der jüngeren Generation ihre tägliche Arbeit und die damit verbundenen Herausforderungen näherzubringen.
Nach der Begrüßung durch den Schulleiter Marc Heimann übernahm der Eschborner Schutzmann vor Ort, Polizeihauptkommissar Christian Schneider, die Moderation und leitete zum „obersten Cop im Main-Taunus-Kreis“ über. Polizeidirektor Tobias Erler sprach in seiner Keynote über Respekt. Seine Botschaft? Dialog statt Distanz. Damit wurde dann in die Fragerunde übergeleitet.
- Warum ist die Polizei in Deutschland immer zu zweit unterwegs?
- Was war die gefährlichste Situation, die Sie erlebt haben?
- Erschweren die Sachen am Gürtel nicht das Rennen?
- Kann man den Polizeifunk hacken?
- Wollen Sie einen Polizeihund zu einem Einsatz dazuholen?
- Erleben Sie auch mal witzige Situationen?
Auf dem Podium saßen nicht nur nahbare Polizistinnen und Polizisten, sondern vor allem Menschen mit Geschichten und Werten.
- Nicole Breitmeyer, Sachgebietsleiterin bei der Regionalen Kriminalinspektion Main-Taunus, erklärte auf Nachfrage beispielsweise, wie die Kripo bei einer größeren Straftat vorgeht und wie dann „jeder Stein umgedreht wird“.
- Selina Obst, Streifenbeamtin und Nachwuchsführungskraft von der Polizeistation Hofheim, ließ die Jugendlichen beispielsweise an ihrem lustigsten Einsatz teilhaben, bei dem sie und ihr Kollege versehentlich in einem Haus eingeschlossen wurden. Die Oberkommissarin erläuterte auch das Thema „fehlender Respekt gegenüber Einsatzkräften“ anschaulich.
- Niko Raptis, stellvertretender Dienstgruppenleiter der Polizeistation Kelkheim, erläuterte unter anderem die Frage, welche Waffen im Dienst zugelassen sind und was der QEZ (Qualifizierter Einsatzzug) ist, in dem er bei verschiedenen Lagen eingesetzt wird.
- Samir Bouhmara, Migrationsbeauftragter der Präventionsabteilung E4 aus Wiesbaden, betonte bereits in seiner Vorstellung, dass Werte in der hessischen Polizei gelebt werden und seine Stelle eine spezielle Schnittstelle zur migrantischen Bevölkerung darstellt. Für Lacher sorgte seine Geschichte, wie er als „Zivilbeamter“ bei einer Observation von uniformierten Kollegen kontrolliert wurde.
Respekt gegenüber allen Einsatzkräften war das abschließende Thema des Schulleiters in seiner Rede.
Als Dankeschön und bleibende Erinnerung wurde ihm stellvertretend für das Interesse der Jugendlichen ein Basketball mit dem Aufdruck der Veranstaltung übergeben. Dieser steht den Schülerinnen und Schülern nun in den Pausen zum „Körbewerfen“ zur Verfügung. Die direkte Pause nach der Veranstaltung nutzten die Schülerinnen und Schüler jedoch zunächst, um sich am Stand der Einstellungsberatung Informationen zum Polizeiberuf zu holen.
Tobias Erler betonte im Interview mit dem Höchster Kreisblatt nach dem Dialog: „Die heutige Veranstaltung hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir mehr miteinander reden, statt übereinander. Ich habe mich sehr über das Interesse und die Gesprächsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler gefreut, und am Ende bestätigt sich das Bild, dass wir alle dazu beitragen können, einander besser zu verstehen und Rücksicht zu nehmen.“
„Respekt ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von Begegnung“, so das Fazit nach 90 Minuten „Cops im Dialog“ an der Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn.
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