Ein ganz besonderer Termin stand am Dienstag, 5. Mai, im Polizeipräsidium Mittelhessen an. Bei einer feierlichen Bürgerehrung wurden mehrere Menschen für ihren besonderen Mut, ihre Zivilcourage und ihr selbstloses Eingreifen in Gefahrensituationen ausgezeichnet. Zivilcourage bedeutet, in kritischen Momenten mutig und entschlossen einzuschreiten, um anderen zu helfen oder Straftaten zu verhindern.
Polizeipräsident Torsten Krückemeier stellte gemeinsam mit Polizeivizepräsident Dr. Hanno Frielinghaus und Carina Lerch, Leiterin der Abteilung Einsatz, die insgesamt sechs herausragenden Fälle couragierten Handelns dar. Anschließend berichteten die geehrten Bürgerinnen und Bürger persönlich von ihren Erlebnissen und den Situationen, in denen sie ohne zu zögern Verantwortung übernahmen.
Selbstloser Eingriff gegen Autofahrer verhindert weitere Schäden
Am 22. Dezember 2025 fuhr ein Autofahrer mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und rücksichtslos die Südanlage im Zentrum von Gießen entlang. Dabei verursachte er mehrere aufeinanderfolgende Unfälle, bei denen mehrere Personen zum Teil schwer verletzt wurden und erheblicher Sachschaden entstand. Ein geehrter Bürger verfolgte das Tatfahrzeug ohne zu zögern, nahm unter Inkaufnahme eigener Verletzungen den Autoschlüssel an sich und verhinderte so die Weiterfahrt. Dank seines selbstlosen Handelns wurden keine weiteren Personen verletzt, und der Täter konnte schnell von der Polizei festgenommen werden.
Zwei Frauen schützen Opfer eines Angriffs
Besonders couragiert handelten zudem zwei Frauen am 20. Januar 2026 in Rosbach-Rodheim im Wetteraukreis. Am dortigen Rewe-Markt bemerkten sie, wie eine Person von einer Gruppe massiv körperlich angegriffen wurde. Die beiden stellten sich zwischen Angreifer und Opfer, sodass diese von ihm abließen. Alle vier Tatverdächtigen konnten insbesondere dank der mutigen Zeuginnen identifiziert werden. Der Haupttäter sitzt derzeit in Untersuchungshaft.
Aufmerksame Taxifahrer verhindern Betrug
Auch ein Taxifahrer aus dem Wetteraukreis wurde für seine Aufmerksamkeit und sein schnelles Handeln geehrt. In Echzell verhinderte dieser am 18. November 2024, dass ein 80-Jähriger Opfer eines sogenannten Schockanrufs wurde. Bei dieser perfiden Betrugsmasche oftmals zum Nachteil älterer Menschen geben sich Betrüger am Telefon als Verwandte (meist Tochter/Sohn oder Enkel) oder als ein mit einem Vorgang betrauter Polizeibeamter oder Rechtsanwalt aus und täuschen eine Notsituation vor. Nachdem dem aufmerksamen Taxifahrer die Angaben seines Fahrgastes verdächtig vorkamen, informierte er die Polizei und verhinderte so einen hohen finanziellen Schaden.
Ein weiterer Taxifahrer erkannte am 12. März 2024 in Bad Nauheim ebenfalls einen versuchten Betrug in Form eines Schockanrufs. Während der Fahrt wurde er misstrauisch, als sein 98-jähriger Fahrgast erklärte, sein gesamtes Geld bei der Bank abheben zu wollen. Statt zur Bank brachte der Fahrer den Herren direkt zum Polizeiposten und bewahrte ihn so davor, Opfer eines Betrugs zu werden.
Schnelles Eingreifen bei Brand entscheidend
Für sein entschlossenes Eingreifen wurde außerdem ein weiterer Bürger aus Gießen ausgezeichnet. Er hatte am 13. Januar 2026 einen Täter festgehalten, der Müllcontainer in Brand gesetzt und diese vor den Eingang einer Synagoge geschoben hatte. Durch das schnelle Handeln des Geehrten konnte sowohl die Flucht des Täters als auch ein Übergreifen der Flammen auf das Gebäude verhindert werden.
Auch ein Brand in der Marburger Oberstadt hätte schwerwiegende Folgen haben können: Am 3. April 2024 bemerkte ein Geehrter das Feuer frühzeitig, alarmierte sofort die Feuerwehr und weckte die schlafenden Bewohner des Hauses. Dadurch konnten sich alle rechtzeitig in Sicherheit bringen und eine weitere Ausbreitung des
Präsente als Zeichen des Danks
Im Anschluss an die Fallschilderungen und persönlichen Berichte erhielten die Geehrten kleine Präsente, bevor die Veranstaltung bei einem gemeinsamen Beisammensein in ungezwungener Atmosphäre ausklang.