Innenminister Roman Poseck erklärte im Hessischen Landeskriminalamt: „Durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz ist es mittlerweile möglich, täuschend echte Bild- und Videoinhalte zu erzeugen. Innerhalb kürzester Zeit können Personen ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung in pornografische oder sexualisierte Inhalte eingefügt werden. Dabei handelt es sich nicht um geschmacklose Streiche. Diese Form der digitalen Gewalt verletzt die Betroffenen und kann auch gravierende psychische, soziale und berufliche Folgen nach sich ziehen. Sexualisierte Deepfakes können immer einfacher und kostengünstiger erstellt werden. Das senkt die Hemmschwelle für die Täter. Opfer können mit Rufschädigung, Erpressung oder sozialer Ausgrenzung konfrontiert werden.
Wir haben die aktuelle Debatte um digitale Gewalt zum Anlass genommen, um die polizeilichen Maßnahmen zu prüfen, Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen und Kompetenzen zu erweitern. Wir stärken die Kompetenzen unserer Polizei, bündeln Fachwissen und Zuständigkeiten, bauen den Opferschutz aus und treiben Prävention sowie technische Aufklärung mit Nachdruck voran. Konkret soll eine Zentrale Ansprechstelle im LKA die polizeiliche Bearbeitung des Phänomens bündeln. Ergänzend dazu soll ein landesweites Lagebild implementiert werden, um den Ermittlern eine Übersicht zu Fällen sexualisierter Deepfakes zu geben. Wir wollen unsere Polizei schulen und das Fachwissen innerhalb der Polizei aufbauen. Unterstützen soll die Ermittler in Zukunft moderne Technik bei der Detektion von Deepfakes. Zudem stellen wir den Schutz von Betroffenen in den Mittelpunkt. Es wird ein landesweites Kompetenznetzwerk „Deepfake“ durch regionale Präventionsstellen aufgebaut. Daneben erweitern wir bewährte Präventionsprogramme wie das Format
„Digital Natives“ und das Netzwerk gegen Gewalt um den Phänomenbereich. Klar ist: Die hessische Polizei nimmt Fälle von digitaler Gewalt ernst. Sie baut ihre Kompetenzen aus, um vor allem Opfer besser zu beraten.“