Dr. Harald Schneider, HLKA, hält ein Tray mit DNA-Proben ein seinen behandschuhten Händen

Festnahme über 30 Jahre nach Mord

Mordfall Amy LOPEZ – Durchbruch dank HLKA

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem gewaltsamen Tod der US-Touristin Amy Lopez in Koblenz könnte der Fall nun aufgeklärt sein. Die Ermittler haben einen 81-jährigen Mann festgenommen, der dringend tatverdächtig ist. Die spektakuläre Aufklärung des Falls ging Anfang dieser Woche durch die Presse. In ihrer Pressekonferenz am gestrigen Mittwochnachmittag, 25. Februar 2026, gab die Staatsanwaltschaft Rheinland-Pfalz weitere Details bekannt.

Maßgeblich beteiligt waren Spezialisten des Kriminalwissenschaftlichen und -technischen Instituts des HLKA: Die Untersuchung einer Hautschuppe durch Forensiker Dr. Harald Schneider und sein Team brachte den entscheidenden Treffer zum Spurenverursacher.

Der Mordfall reicht weit zurück: Am Morgen des 26. September 1994 war die damals 24-jährige Amerikanerin auf dem Weg zur Festung Ehrenbreitstein. Dort kam sie jedoch nie lebend an.

Kinder entdeckten Leiche

Spielende Kinder entdeckten die Leiche der jungen Frau kurz darauf im sogenannten General-von-Aster-Zimmer am Aufstieg zur Festung. Das Opfer war den Angaben zufolge weitgehend entkleidet. Laut Staatsanwaltschaft wies die 24-Jährige schwere Kopfverletzungen, Messerstiche und Merkmale einer Strangulation auf.

DNA-Spuren gefunden

Nach früheren Angaben der Polizei war die Frau auch Opfer eines Sexualverbrechens gewesen. 2024 teilten die Ermittler mit, dass bei der Überarbeitung des Falls durch moderne Methoden männliche DNA-Spuren an Asservaten gefunden worden seien.

Polizei veröffentlicht Fotos

Im September 2025 hatten die Ermittler Fotos von Gegenständen veröffentlicht, die der Täter an sich genommen haben könnte. Ermittlungen hätten ein Täterprofil ergeben, hieß es damals. Demnach sei der Mann "mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Einzeltäter zwischen 18 und 35 Jahren, ohne persönlichen Bezug zum Opfer, aber mit Vorerkenntnissen in Gewalt- oder Sexualdelikten".

Festnahme nach über 30 Jahren

Trotz aufwendiger Ermittlungen blieb die Tat lange ungeklärt. Jetzt scheint den Behörden der Durchbruch gelungen zu sein: In seiner Wohnung in der Nähe von Koblenz nahmen Beamte einen inzwischen 81-jährigen Deutschen fest. Ihm wird vorgeworfen, Amy Lopez damals getötet zu haben.

Die Festnahme resultierte aus einem Untersuchungsergebnis des HLKA: Die Festnahme resultierte aus der erfolgreichen Arbeit von Forensiker Dr. Harald Schneider und seinem Team im HLKA: Die DNA aus einer Hautschuppe konnte nun dem dringend Tatverdächtigen als Spurenverursacher zugeordnet werden.

Die DNA des 81-Jährigen kam schon 1999 in eine polizeiliche Datenbank, nachdem der Mann damals wegen einer versuchten Vergewaltigung einer 16-Jährigen in Koblenz ins Visier der Ermittler geraten war. Wegen der Tat wurde er auch zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt.

Als wiederum später moderne Verfahren halfen, mehr aus den Tatortspuren herauszulesen, war diese DNA-Probe des heute 81-Jährigen wegen gesetzlicher Fristen bereits gelöscht. Erst nachdem der Mann in diesem Jahr freiwillig eine DNA-Probe abgegeben hatte, gelang die Zuordnung zu den Tatortspuren.

Verdächtiger in Untersuchungshaft

Vorausgegangen war ein Haftbefehl des Amtsgerichts Koblenz. Der Beschuldigte wurde einer Ermittlungsrichterin vorgeführt, die daraufhin die Untersuchungshaft anordnete.

Amy Lopez als Studentin in Deutschland unterwegs - 1994

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