Hessisch Lichtenau, Großalmerode und Waldkappel bilden erste KOMPASSregion in Hessen

30.11.2021 | Werra-Meißner-Kreis

 

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am 17. November im Bürgerhaus von Hessisch Lichtenau überreichte der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Nordhessen, Konrad Stelzenbach, den Bürgermeistern der Städte Hessisch Lichtenau, Großalmerode und Waldkappel das „KOMPASS-Starter-Kit“. Die drei Städte im Werra-Meißner-Kreis bilden in Hessen nun die erste KOMPASSregion, die den Namen „Hoher Meißner“ trägt. Die Sicherheitsinitiative des Landes war in diesem Jahr um die Komponenten KOMPASSpartner und KOMPASSregion erweitert worden, um künftig speziell auch kleineren Kommunen einen leichten Einstieg in das Sicherheitsprogramm zu bieten. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit schlossen sich die drei nordhessischen Städte zusammen und nahmen dieses neue Angebot des Landes für mehr Sicherheit dankend an. Das im Starter-Kit enthaltende Begrüßungsschild, das an den Außenwänden der jeweiligen Rathäuser angebracht wird, zeigt nach außen hin und für jeden sichtbar, dass die drei Städte nun am KOMPASS-Programm des Hessischen Innenministeriums teilnehmen.

Überreichung des KOMPASS-Starter-Kits (v.l.: PP Konrad Stelzenbach, Michael Heußner, Frank Koch und Finn Thomsen) (Foto: Wiebke Huck/HNA)
v.l.: Polizeipräsident Konrad Stelzenbach bei der Überreichung des KOMPASS-Starter-Kits an die Bürgermeister Michael Heußner,
Frank Koch und Finn Thomsen (Foto: Wiebke Huck/HNA)

 

Was ist KOMPASS?

KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) ist ein Angebot des Hessischen Innenministeriums an die Städte und Gemeinden. Ziel des Programms ist es, die Sicherheitsarchitektur in den Kommunen individuell weiterzuentwickeln und passgenaue Lösungen für Probleme vor Ort zu entwickeln. Dabei soll Bestehendes auf den Prüfstand gestellt und eine detaillierte Maßnahmenliste erstellt werden, wie die Sicherheit vor Ort weiter verbessert werden kann.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention. Von grundlegender Bedeutung ist, dass alle Partner die Aufgaben im Bereich der Sicherheit wahrnehmen und hierzu die Bürgerinnen und Bürger an einen Tisch geholt werden.

Gemeinsamer Entschluss für Teilnahme

Nach mehreren vorangegangenen Informations- und Austauschgesprächen zwischen den Bürgermeistern und der Polizei hatten die drei Städte schließlich ihre politischen Entscheidungsgremien für eine gemeinsame Teilnahme an dem Sicherheitsprogramm überzeugen können.

Die Stadt Hessisch Lichtenau hatte daraufhin zu der KOMPASS-Auftaktveranstaltung mit geschlossenem Teilnehmerkreis eingeladen, bei der neben den amtierenden Bürgermeistern Michael Heußner (Hessisch Lichtenau), Finn Thomsen (Großalmerode), Frank Koch (Waldkappel) und weiteren politischen und kommunalen Verantwortlichen auch die Polizei vertreten war.

Neben dem Direktionsleiter der Polizeidirektion Werra-Meißner, Rainer Neusüß, waren die Stationsleiter der für die drei Städte zuständigen Polizeistationen Eschwege, Markus Peters, und Hessisch Lichtenau, Jörg Rüppel, sowie aus dem Bereich der polizeilichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Jörg Künstler und Alexander Först anwesend. Darüber hinaus begleiteten Reiner Lingner als Leiter des Hauptsachgebietes E-4-Prävention, Jörg Dämmer aus dem Bereich Strategie und Planung bei E-4 sowie Antje Stahl als KOMPASS-Beraterin des Polizeipräsidiums Nordhessen die Veranstaltung.

Polizeipräsident Stelzenbach überreicht KOMPASS-Starter-Set

Nach seiner Begrüßung und ein paar einleitenden Worten übergab Michael Heußner das Wort an Konrad Stelzenbach, der in seiner Rede einerseits auf die ersten KOMPASS-Modellkommunen in Hessen zurückblickte, zum anderen betonte, dass jetzt auch der Werra-Meißner-Kreis mit seinen ersten Kommunen im KOMPASS-Programm angekommen sei. Ein Novum sei nun, dass die drei Städte als erste in Hessen eine „KOMPASSregion“ darstellen, also gemeinschaftlich in einem kommunalen Verbund im Rahmen des Sicherheitsprogramms agieren. Herr Stelzenbach hob in seinen Worten die Bedeutung einer guten Vernetzung zwischen Bürgerinnen und Bürgern auf der einen und der Kommune und der Polizei auf der anderen Seite hervor. Präventionsbedürfnisse ließen sich nicht allein aus Kriminalitätsstatistiken ableiten, sondern auch, und dies sei gerade das Besondere an KOMPASS, aus dem Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger. Diese seien im Zuge des KOMPASS-Prozesses dazu eingeladen, in Form einer Befragung ihre Sicherheitsbedürfnisse darzustellen und bei der Planung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen entscheidend mitzuwirken.

Nach seiner Rede überreichte Herr Stelzenbach das „KOMPASS-Starter-Kit“ an die drei Bürgermeister. Das darin enthaltene KOMPASS-Begrüßungsschild, das demnächst die Außenwände der drei Rathäuser zieren wird, präsentierten die Bürgermeister im Anschluss für ein gemeinsames Foto mit dem Polizeipräsidenten.

Nachdem dieser formelle Akt vollzogen war, stellte Polizeihauptkommissar Reiner Lingner den anwesenden Teilnehmern anhand einer Präsentation die Prozessstruktur von KOMPASS im Detail vor und ging dabei auf die wesentlichen Besonderheiten ein. Dabei merkte er auch an, dass ein wesentlicher Vorteil in dem kommunalen Verbund darin besteht, dass trotz der drei beteiligten Städte nur ein Arbeitsgremium benötigt wird und sich die Funktion des kommunalen KOMPASS-Ansprechpartner hier auf nur eine Person konzentriert. Mit Frau Ludwig von der Stadt Hessisch Lichtenau ist die kommunale KOMPASS-Ansprechpartnerin für die KOMPASSregion „Hoher Meißner“ sogar bereits gefunden.

Nachdem Reiner Lingner seinen Vortrag beendet hatte und keine Fragen mehr offen waren, konnten die Gäste noch die Gelegenheit nutzen, um bei einem kleinen Imbiss miteinander ins Gespräch zu kommen.