Zufahrtsschutz

Symbolfoto Veranstaltungen im öffentlichen Raumzoom_in

Schutzmaßnahmen für Veranstaltungen im öffentlichen Raum

Anschläge mittels Fahrzeugen, die in den letzten Jahren verübt wurden, richten den Fokus der Öffentlichkeit immer mehr auf Fragen des Schutzes bestimmter öffentlicher Räume in Städten und Gemeinden. Forderungen und Anfragen nach geeigneten Schutzmaßnahmen dieser urbanen Räume nehmen bei Kommunen stetig zu, denn diese sogenannten Überfahrtaten beeinträchtigen das Sicherheitsempfinden der Menschen und zeigen deutlich die Verletzlichkeit dieser Bereiche.

Frühlings- und Weihnachtsmärkte, Straßenfeste und Festumzüge oder Sport- und Kulturveranstaltungen sind nur einige genannte Gelegenheiten für die Nutzung dieser öffentlichen Räume. Denn Straßen, Plätze, Promenaden und Grünanlagen sind als Mittelpunkte städtischen Lebens sehr bedeutungsvoll.

Aus diesem Grund sollte ein besonderes Augenmerk auf Sicherheitsbelange dieser relevanten Bereiche gelegt werden und diese in ihren Grundzügen widerstandsfähig gestaltet sein. In der Folge werden öffentliche Räume mit entsprechenden Maßnahmen zum Zufahrtsschutz als Tatorte weniger in Betracht gezogen und Menschen, die vor Ort sind, besser geschützt.

Vorgehensweise, Akteure und Arten von Schutzmaßnahmen

Für die Vorgehensweise im Bereich des Zufahrtsschutzes sind unterschiedliche Analysen und Abwägungen im Vorfeld notwendig, die mit z. B. Veranstaltern, den jeweiligen Stadt- und Gemeindeverwaltungen, politischen Gremien, Polizei, Feuerwehr sowie Rettungsdiensten erörtert werden sollten. Denn Verantwortung für die Planung, Gestaltung, Pflege, Funktion und Sicherheit öffentlicher Räume tragen unterschiedliche Akteure.

Grundsätzlich wird seitens der Hessischen Polizei empfohlen, vor Anschaffung einzelner Schutzmaßnahmen ein Konzept zum Zufahrtsschutz zu erstellen. Federführung und Verantwortlichkeit im gesamten Zufahrtsschutzprozess obliegt der jeweiligen Stadt oder Gemeinde.

Bei der Ausarbeitung eines Zufahrtsschutzkonzepts sollten unterschiedliche Aspekte bedacht werden. Beispielsweise sollten Besonderheiten einzelner Veranstaltung geprüft werden, verantwortliche interne und externe Akteure festgelegt und in Arbeitsgespräche eingebunden werden. Zudem sollten aber auch genaue Standortfaktoren sowie Zufahrtsmöglichkeiten der einzelnen Orte genau analysiert werden. Beispielhaft sind einige Gesichtspunkte genannt.

Aspekte zu Veranstaltungen und Örtlichkeit:

  • Besucheranzahl und Besonderheit von Veranstaltungen
  • Häufigkeit von Veranstaltungen an einem bestimmten Ort
  • Bedeutung des Veranstaltungsorts
  • Flucht- und Rettungswege
  • Anfahrmöglichkeiten für Fahrzeuge
  • Verkehrliche und stadträumliche Vor-Ort-Situation.

Aspekte zu Zufahrtsschutzmaßnahmen:

  • Art der Schutzmaßnahmen (stadtbildverträglich, mobil, stationär)
  • Untergrundbeschaffenheit und Tiefbaubedingungen
  • Transport und Lagerung (Gewicht)
  • Instandhaltung und Pflege.

Seitens der hessischen Polizei werden spezifische Gefährdungsbewertungen in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Kommune erarbeitet. Diese Gefährdungsbewertung sollte ebenfalls im Zufahrtsschutzkonzept Berücksichtigung finden.

Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Lösungen für Maßnahmen im Bereich ‚Zufahrtsschutz‘. Jedoch lassen sich diese Maßnahmen in einzelne Arten kategorisieren. Zum einen werden so genannte ‚mobile‘ Sperren als temporäre Absicherungen für zeitlich begrenzte Veranstaltungen, wie z. B. für Sportevents oder Umzüge, verwendet, zum anderen ‚fest‘ eingebaute Sperren, die als dauerhafte Absicherung für regelmäßig wiederkehrende Events an bestimmten Standorten, wie z. B. bei Weihnachtsmärkten oder Kulturveranstaltungen, benutzt.

Aus stadtgestalterischer Sicht können aber auch städtebauliche Schutzmaßnahmen als dauerhafte Maßnahmen für öffentliche Räume zum Einsatz kommen. Häufig werden diese als Maßnahmen seitens der Stadtplanung bevorzugt. Möglich sind hierfür beispielsweise zertifizierte Stadtmöblierungen oder topographische Barrieren.

Symbolfoto Zufahrtsschutzmaßnahmen
Symbolfoto Zufahrtsschutzmaßnahmen

Ansprechpersonen der hessischen Polizei

Die  Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen der hessischen Polizei bieten Beratungen im Bereich ‚Zufahrtsschutz‘ an und stehen gerne als neutrale Ansprechpersonen für den Prozess eines Zufahrtsschutzkonzepts zur Verfügung.

Weitere allgemeine Informationen zu den Themen ‚Zufahrtsschutz‘ und ‚Sicherheit bei Großveranstaltungen‘ finden Sie unter folgenden Links:

 www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/staedtebau/oeffentliche-raeume/zufahrtsschutz/

 Leitfaden „Sicherheit bei Großveranstaltungen“

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