Hessische Polizei - Polizeiautos
 
20.09.2016 | Hessisches Landeskriminalamt

Straftaten mittels Kommunikationsmitteln

Auch durch die Nutzung verschiedener Kommunikationsmedien ereignen sich häufig Straftaten zum Nachteil älterer Menschen, wobei auch hierbei die Gutgläubigkeit und teilweise die fehlende Rechtskenntnis der potentiellen Opfer gezielt ausgenutzt wird.

Hier ist insbesondere auf die „Abzocke durch falsche Gewinnversprechen“ besonderes Augenmerk zu legen.

Das Versprechen angeblich hoher Gewinne ist eine Masche, die Betrüger in den unterschiedlichsten Varianten anwenden. Dabei ist der Modus Operandi immer ähnlich.

Die Opfer werden entweder telefonisch, per Email oder postalisch über die erfolgreiche Teilnahme an einem Gewinnspiel informiert und anschließend aufgefordert, vor einer Geld- bzw. Gewinnübergabe eine Gegenleistung (in Form einer Bearbeitungsgebühr, Kaution etc.) zu erbringen.

So müssen sie vorab z.B. entweder eine Gebühr per Banküberweisung, Western Union oder Paysafe an einen vermeintlichen Boten / Kurier überweisen. In anderen Fällen müssen sie sich zu einer Veranstaltung anmelden, an der der vermeintliche Gewinn übergeben wird (getarnte Kaffeefahrten) oder sie müssen eine kostenpflichtige Telefonnummer anrufen. Dies ist ebenfalls  keine abschließende Aufzählung.

Die Anruferinnen oder Anrufer geben sich bei den Telefonaten meist als Rechtsanwälte aus oder geben vor, im Auftrag eines Notars anzurufen. Auch die dabei genutzten Telefonnummern werden mittels einer speziellen Technik (Voice over IP, siehe hierzu auch (Link zu Artikel „Call ID Spoofing“) verschleiert, sodass der Eindruck von Seriosität entsteht.<

Auch Emails oder Briefe an potentielle Opfer sollen den Anschein von Seriosität erwecken, indem auf den Briefköpfen vermeintlich Rechtsanwaltskanzleien etc. vermerkt sind.

Über die klassischen Gewinnversprechen hinaus versuchen die Tätergruppierungen mit verschiedensten Szenarien über Telefonanrufe, per Post oder Email an das Geld der Opfer zu gelangen. So geben sie sich beispielsweise als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Richter aus und behaupten, die Angerufenen spielen in einem Ermittlungsverfahren eine wichtige Rolle und müssen zur Unterstützung Geld überweisen. Teilweise wird auch ein vermeintlich bestehendes Ermittlungsverfahren gegen die potentiellen Opfer vorgetäuscht, weil z.B. eine angebliche Leistung in Anspruch genommen, jedoch nicht gezahlt wurde.

Gefälschte Rentenbescheide, vermeintliche Schreiben in Erbangelegenheiten sind nur einige wenige weitere Varianten des hier beschriebenen Betrugs mittels Kommunikationsmedien.

Die Polizei rät:

  • Prüfen Sie Angebote (am Telefon, per Email oder Post) genau, wenn Sie ohne vorherige Einwilligung angerufen / angeschrieben wurden.
  • Fragen Sie den Anrufer nach Telefonnummer, Namen und Adressen der Verantwortlichen.
  • Lassen Sie sich nicht ausfragen und nicht zu einer schnellen Kaufentscheidung drängen. Fühlen Sie sich durch eine Anruferin oder einen Anrufer bedrängt oder belästigt: Legen Sie auf!
  • Melden Sie aufdringliche und verdächtige Anrufe der Polizei. Notieren Sie dazu nach Möglichkeit die Rufnummer der bzw. des Anrufenden und die Zeit des Anrufs.
  • Wenn Sie nicht an einer Verlosung, einem Preisausschreiben etc. teilgenommen haben, können Sie auch keinen Preis gewonnen haben. Reagieren Sie in solchen Fällen nicht auf angebliche Gewinnbenachrichtigungen.
  • Leisten Sie keine Vorauszahlungen. Wenn für einen „Gewinn“ etwas gezahlt werden soll, stimmt etwas nicht.

In den Broschüren  Sicher leben“ und „Sicher Zuhause“ (Quelle: www.polizei-beratung.de) erhalten Seniorinnen und Senioren darüber hinaus Sicherheitstipps zu weiteren Formen des Trickbetruges und Straftaten zum Nachteil älterer Menschen.

Weitere Infos zu der Thematik Trickdiebstahl/Haustürgeschäfte finden Sie unter:

"Rate mal wer dran ist?" (Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).