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Hessisches Landeskriminalamt

Jahresbericht der Polizeilichen Kriminal- und Verkehrsprävention 2019

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Kurz vor Redaktionsschluss des vorliegenden Jahresberichtes überschlugen sich in Hessen die Ereignisse, die nicht unerwähnt bleiben dürfen, da sie unmittelbare Auswirkungen auf die Arbeit der Prävention in den nächsten Jahren haben werden.

Die Anschläge in Limburg am 07.10.2019, in Hanau am 19.02.2020 und in Volkmarsen am 24.02.2020 haben gezeigt, dass die im Jahr 2019 wiederum sehr erfolgreiche Kriminal- und Verkehrsprävention insbesondere im Bereich des polizeilichen Opferschutzes entsprechend angepasst werden muss.

Trotz allem war die polizeiliche Präventionsarbeit in Hessen auch im Jahr 2019 von personalintensiven Maßnahmen zur Verhinderung von Wohnungseinbrüchen, verschiedenster Betrugsformen sowohl im Internet, an der Haustür als auch am Telefon (wie Enkeltrick, falsche Polizeibeamte/Amtsträger), Projekten zur Verhinderung von Verkehrsunfällen - besonders zum Schutz älterer Menschen und Motorradfahrern - geprägt.

Die Migrationsbeauftragten setzten auch in 2019 den intensiven Dialog mit Gesellschaftsgruppen mit Migrationshintergrund fort. Problemstellungen konnten so oftmals bereits im Entstehungsstadium verhindert werden.

Die Präventionsinitiative KOMPASS wurde ebenso erfolgreich fortgesetzt, so dass mittlerweile über 60 Städte und Kommunen an dieser Initiative teilnehmen.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist erneut rückläufig, was zum Teil auch auf die hohe Zahl der sicherungstechnischen Beratungen in privaten Haushalten zurückzuführen ist. Ohne den engagierten, professionellen Einsatz der kriminalpolizeilichen Beraterinnen und Berater wäre es kaum möglich, dass rund die Hälfte aller Einbrüche im Versuchsstadium stecken bleiben. Die Gefährdungslage nach dem Anschlag auf die jüdische Gemeinde in Halle hatte auch unmittelbare Auswirkungen auf das Sachgebiet „Sicherungstechnische Beratung“ im Hessischen Landeskriminalamt (HLKA) durch eine schlagartige Erhöhung der Beratungsanfragen.

Auch die Unfallzahlen bei den motorisierten Zweirädern sind im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, ein Rückgang um 559 Unfälle auf 3.878. Die Zahl der hier Verunglückten ging um 386 auf 2.866 zurück, es gab 53 (Vorjahr 64) Unfalltote. "Du hast es in der Hand - Überlass' nichts dem Unfall" lautet die landesweite Kampagne zur Reduzierung von Verkehrsunfällen mit motorisierten Zweiradfahrern. Unter der Themenverantwortlichkeit des Polizeipräsidiums Südhessen wurden neben repressiven Maßnahmen, wie die verstärkte Kontrolltätigkeit und Überwachung an Unfallstrecken, auch ein Paket von präventiven Maßnahmen durchgeführt.

Der Freiwillige Polizeidienst, mit rund 400 Polizeihelferinnen und Polizeihelfern in über 90 Kommunen, hat sich als eine sinnvolle und wirksame Präventionsmaßnahme zur Erhöhung der Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger erwiesen.

Unterstützt wurde die Polizei sowohl bei der Kriminal- als auch bei der Verkehrsprävention von zahlreichen Netzwerkpartnern. Hier leistete u. a. auch das Netzwerk gegen Gewalt einen wesentlichen Beitrag.

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