Polizeifahrzeuge vor dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main
 
20.07.2017 | Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Fahrradhelm ja oder nein?

Aktuelle Fallbeispiele aus dem Stadtgebiet Frankfurt am Main

Am 29.05.2017 ereignete sich in Frankfurt-Bockenheim ein Unfall. Beteiligt war ein 11-jähriger Junge mit seinem Fahrrad, der bei Grün die Straße überquerte, und eine Autofahrerin, welche das für sie geltende Rotlicht missachtete. Der Junge wurde dabei über den PKW geschleudert und mit Verdacht auf Gehirnerschütterung in einem Krankenhaus stationär aufgenommen. Das Tragen seines Schutzhelmes hat vermutlich Schlimmeres verhindert.

Am 03.06.2017 stießen zwei Radfahrer im Frankfurter Westend frontal zusammen. Einer der beiden wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wären die Unfallfolgen beim Tragen eines Fahrradhelmes vermieden worden.

Am 16.07.2017 ereignete sich in der Buchrainstraße ein tragischer Alleinunfall bei dem ein 44jähriger Radfahrer an den erlittenen Kopfverletzungen noch an der Unfallstelle verstarb.


Erwachsener und Kind auf dem Fahrrad mit FahhradhelmIn Deutschland besteht bislang keine Helmpflicht für Radfahrende. Es bleibt somit jedem selbst überlassen, ob er einen Helm tragen möchte oder nicht. Wie in allen größeren Städten nehmen auch in Frankfurt am Main die Verkehrsdichte und der Anteil der Radfahrer am Straßenverkehr zu. Gleichzeitig steigt die Zahl der an Unfällen beteiligten Radfahrer.

Im Vergleich zu früheren Jahren sind Radfahrende mit Helm immer häufiger im Straßenverkehr anzutreffen. Eine Statistik des Bundesverkehrsministeriums zeigt allerdings auf, dass vor allem Kinder die Helmträger (in 2015 über die Hälfte der unter 10-jährigen Kinder) sind und dass mit steigendem Alter die Tragequote wieder sinkt. Nur rund 15 Prozent der Erwachsenen tragen noch einen Helm.

Fahrradhelme machen das Radfahren sicherer. Sie können zwar schwere Unfälle nicht verhindern, jedoch Kopf- und Hirnverletzungen wesentlich reduzieren. Wer keinen Helm trägt, bei dem trifft die Aufprallkraft bei einem Unfall konzentriert auf eine kleine Fläche und wirkt dadurch mit großem Druck (= die Verletzungsgefahr steigt). Wer hingegen einen Helm trägt, bei dem verteilt sich die Kraft auf eine große Fläche und im Optimalfall auf die gesamte Helmauflagefläche (= die Verletzungsgefahr sinkt).

Die Stiftung Warentest verweist auf eine Auswertung von 700 Fahrradunfällen mit 117 Todesopfern, von denen über die Hälfte der Opfer zum Zeitpunkt des Verkehrsunfalls eben keinen Fahrradhelm getragen hatte und an den Unfallfolgen eines Schädelhirntraumas verstarb.

Wer nur einen alten Fahrradhelm besitzt und es noch nicht geschafft hat, sich ein neueres Modell zuzulegen, sollte besser diesen tragen, als gar keinen.

(7 MB) - Video Clip "Fahrradhelm"

Noch immer hält sich das Vorurteil, Fahrradhelme seien schwer und unhandlich. Optimalen Schutz bieten Helme nur, wenn sie auch gut sitzen. Um für Sie und Ihre Kinder den richtigen Helm zu finden, sollten Sie folgendes beachten:

  • Fahrradhelme vor dem Kauf immer anprobieren, um einen geeigneten Helm für die  individuelle Kopfform zu finden
  • Den besten Schutz bietet nicht automatisch der teuerste Helm, sondern das Modell, das am besten passt
  • Der Helm sollte optisch gefallen. Helle, auffällige Farben und Designs sorgen für eine bessere Erkennbarkeit und heizen sich im Sommer bei Sonneneinstrahlung nicht so stark auf, wie dunkle Helme
  • Die Haube muss gut sitzen – die Stirn sollte dabei bedeckt sein. Der Helm darf nicht zu eng sitzen, so dass bei längeren Fahrten keine Druckstellen entstehen
  • Der  Helm sollte sich auf dem Kopf nicht verdrehen lassen
  • Auf möglichst weiche, breite und gut verstellbare Riemen achten
  • Der Verschluss sollte leicht zu öffnen und zu schließen sein
  • Mehrere Lüftungsschlitze sorgen für eine gute Belüftung des Kopfes
  • Reflektoren sowie ein zusätzliches LED-Rücklicht sorgen für zusätzliche Sicherheit bei Dunkelheit
  • Nach einem Sturz sollte der Helm ersetzt werden, selbst wenn er keine sichtbaren Beschädigungen aufweist
  • Das Gros der Hersteller empfiehlt, den Helm alle 5 Jahre auszutauschen. Wer viel oder gar täglich mit dem Rad unterwegs ist, sollte seinen Helm alle 2 - 3 Jahre tauschen
  • Keine Ladenhüter kaufen. Lassen Sie sich ggfls. das Produktionsdatum zeigen
  • Prüfsiegel: Achten Sie auf das Prüfzeichen mit der Europanorm DIN/EN 1078 (CE) und lassen Sie sich ggfls. das Produktionsdatum zeigen.

 

Helme können Leben retten. Daher empfiehlt die Frankfurter Polizei - egal ob jung oder alt –beim Radeln immer einen Helm zu tragen!