Polizeifahrzeuge vor dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main
 
08.06.2020 | Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Verkehrsunfallstatistik 2019

Weniger Verkehrsunfälle in Frankfurt am Main

Unfallstatistik Frankfurt 2019

Im vergangenen Jahr hat das Polizeipräsidium insgesamt 22.703 Verkehrsunfälle auf den Straßen Frankfurts (im Stadtgebiet und auf der Bundesautobahn) registriert. Dies bedeutet, entgegen dem bundes- und hessenweiten Trend, ein Rückgang um 0,69 % (2018: 22.861). Jedoch sind bei den Unfällen mehr Menschen ums Leben gekommen, als im Vorjahr. Während im Jahr 2018 insgesamt 16 Personen durch einen Verkehrsunfall verstorben sind, waren es im vergangenen Jahr 22 Personen.

Straßenverkehr in Frankfurt am Main

Die Einwohnerzahl Frankfurts wächst stetig. Hinzukommen zahlreiche Pendler, welche sich fast täglich auf den Weg in Hessens größte Stadt machen. Tagsüber wächst diese dadurch auf eine Millionenstadt an. Die Menschen bewegen sich auf unterschiedliche Art und Weise fort; zum Beispiel zu Fuß, mit dem E-Scooter, auf dem Fahrrad oder mit dem Pkw. Im Zuge dessen kommt es auch zu Unfällen; obschon sich der Großteil der Bürgerinnen und Bürger an die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung halten.

Folgen von Verkehrsunfällen

Obwohl die Unfallzahlen in Frankfurt am Main rückläufig sind, sind im vergangenen Jahr sechs Personen mehr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, als zuvor das Jahr (2018: 16; 2019: 22). Darunter sind auch zwei Kinder zu Tode gekommen (2018: 0). Die Anzahl der schwer verletzten Kinder stieg bedauerlicherweise ebenfalls (2018: 22; 2019: 24). Die Anzahl der leicht verletzten Kinder sank dahingegen (2018: 141; 2019: 135).

Verkehrsunfälle mit der Beteiligung schwächerer Verkehrsteilnehmer
Verkehrsunfälle mit Senioren

Auch bei den Senioren ist eine leichte Steigerung der Verkehrsunfälle festzustellen. In der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre wurden im Vergleich zum Vorjahr fünf Unfälle mehr (2018: 1.955; 2019: 1.960) und in der Altersgruppe 75 plus insgesamt 18 Unfälle mehr registriert (2018: 1.143; 2019: 1.161). In der Altersgruppe 65 bis 74 Jahren sind bei einem Unfall zwei Personen verstorben (2018: 1). In der Altersgruppe 75 plus ist ein Rückgang der bei einem Unfall verstorbenen Personen um 50 % festzustellen (2018: 4; 2019: 2). Leider setzt sich dieser positive Trend bei den Senioren nicht fort. In der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre ist die Anzahl der schwer und leicht verletzten Personen bei Unfällen gestiegen. Schwer verletzt wurden vier Personen mehr, als 2018 (2018: 31; 2019: 35). Insgesamt neun Senioren im Alter zwischen 65 und 74 Jahren mehr haben sich im Vergleich zum Jahr 2018 leicht verletzt (2018: 119; 2019: 128). Dieser Trend ist auch in der Altersgruppe 75 plus festzustellen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden drei Personen mehr schwer verletzt (2018: 31; 2019: 34) und drei Personen mehr leicht verletzt (2018: 90; 2019: 93).

Weniger Radfahrende nach Verkehrsunfall tödlich verletzt

Die registrierte Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fahrradfahrern ist bedauerlicherweise um 1,75 % gestiegen. Während im Jahr 2018 insgesamt 1.142 solche Unfälle festgestellt wurden, waren es ein Jahr später 1.162. Dabei sind vier Radfahrende (Fahrrad: 3; Pedelec: 1) verstorben. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Rückgang um drei. Allerdings sind im Jahr 2019 zehn Radfahrende mehr schwer und acht Radfahrende mehr leicht verletzt worden (2018: 110; 2018: 714).

Bedingt durch die Zunahme von Pedelecs (Pedal Electric Cycles) im Straßenverkehr, hat auch die Beteiligung an Verkehrsunfällen zugenommen. Waren es im Jahr 2018 insgesamt noch 53 Unfälle, haben sich ein Jahr später insgesamt 73 Verkehrsunfälle ereignet. Die Anzahl der schwer verletzten ist minimal (2018: 9; 2019: 10) und die der leicht verletzten Pedelec-Fahrer stark gestiegen (2018: 26; 2019: 44).

Anstieg der Anzahl von Verkehrsunfällen mit der Beteiligung von Fußgängern

Im Jahr 2019 ereigneten sich in Frankfurt am Main insgesamt 534 Unfälle, an denen Fußgänger beteiligt waren. Das sind 51 Unfälle mehr, als im Vorjahr. Dabei verstarben vier Personen; im Jahr 2018 waren es zwei Personen. Während die Anzahl der leicht verletzten Fußgänger geringfügig zugenommen hat (2018: 301; 2019: 304), ist im Hinblick auf die schwer verletzten Fußgänger ein größerer Anstieg zu verzeichnen (2018: 76; 2019: 84). Knapp ein Drittel all dieser Unfälle wurden von den Fußgängern selbst verursacht.

E-Scooter fügen sich in das Stadtbild ein

Seit Juni 2019 sind sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr zugelassen; darunter fallen auch E-Scooter. Seitdem sind sie aus dem Stadtbild Frankfurts fast nicht mehr wegzudenken. Sie erfreuen sich großer Beliebtheit. Die meisten leihen sich einen E-Scooter, während die Anzahl derer, die sich einen E-Scooter kaufen, verschwindend gering ist.

Neue Verkehrsmittel gehen mit neue Vorschriften einher. Dies bedeutet, dass sich die Bürgerinnen und Bürger damit erst vertraut machen müssen. Um diesen Prozess zu begleiten, hat die Frankfurter Polizei von Beginn an präventive Maßnahmen ergriffen und das Gespräch mit den E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrern gesucht.

Dennoch wurden von der Frankfurter Polizei Unfälle mit der Beteiligung von E-Scootern im hohen zweistelligen Bereich registriert. Die häufigsten Verstöße waren das Fahren auf nicht zugelassenen Verkehrsflächen (z.B. Gehwegen), das Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss, das Fahren zu zweit oder mit mehr Personen sowie das verkehrsbehinderte Abstellen der E-Scooter. Auch die Anzahl von Verkehrsunfallfluchten ist im Zusammenhang mit E-Scootern nicht unerheblich.

Hinweis: Da zum Zeitpunkt der Erhebung noch keine Möglichkeit bestand Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen statistisch auszuwerten, ist eine abschließende Aussage über die Anzahl ebendieser nicht möglich. Aus diesem Grund handelt es sich bei den Angaben um Tendenzen.

Hauptunfallursache: Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes

Bei Verkehrsunfällen mit verletzten Personen ist in Frankfurt am Main, sowohl im Stadtgebiet als auch im Bereich der Bundesautobahn, das Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes die Hauptunfallursache. Im innerstädtischen Bereich sind zudem eine Vielzahl von Unfällen auf das Nichteinhalten der Vorfahrt bzw. des Vorranges sowie das nicht korrekte Abbiegen zurückzuführen.

Auf der Autobahn geschehen die meisten Unfälle, neben dem Nichteinhalten des Abstandes, aufgrund überhöhter Geschwindigkeit bzw. im Zuge des Vorbei- oder Nebeneinanderfahrens.

Die Verkehrsunfälle im innerstädtischen Bereich im Zusammenhang mit dem Konsum von Drogen und/oder Alkohol haben im Jahr 2019 zugenommen (2018: 417; 2019: 445). Im Bereich der Bundesautobahn ist die Gesamtunfallzahl in diesem Zusammenhang dahingegen gleichgeblieben (2018: 64; 2019: 64).

Maßnahmen der Frankfurter Polizei

Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, führt die Frankfurter Polizei regelmäßig umfangreiche Maßnahmen durch. Hierzu gehören nicht nur klassische Kontrollen, wie zum Beispiel Geschwindigkeits- oder Gurtkontrollen, sondern auch Kontrollen im Zusammenhang mit technischen Vorschriften, welche umfangreiches Spezialwissen erfordern.

Die Polizistinnen und Polizisten der Verkehrsdirektion verfügen nicht nur über versierte Ermittler, sondern auch Spezialisten zum Beispiel in den Bereichen des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs, des Gefahrgutes sowie im Bereich Poser, Raser und Tuner.

Die Maßnahmen orientieren sich seit Jahren an einem ganzheitlichen Konzept. Dieses umfasst nicht nur das Ahnden von Verstößen. Der Prävention kommt im Zuge dessen eine bedeutende Rolle zu. Daher leistet die Frankfurter Polizei beispielsweise im Rahmen der Verkehrserziehung an den Schulen Frankfurts einen wichtigen Beitrag zur Gefahrensensibilisierung. Kinder lernen auf diesem Weg die Gefahren und Regeln des Straßenverkehrs kennen. Aber auch im Zuge der täglichen Kontrollen, suchen die Polizistinnen und Polizisten immer wieder das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Schlussendlich stehen bei allen Maßnahmen und Gesprächen die Verkehrssicherheit im Vordergrund. Die ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht im Straßenverkehr aller ist hierbei eine wichtige Voraussetzung. Dieses umfangreiche ganzheitliche Konzept wird die Frankfurter Polizei, unter der Berücksichtigung aktueller Gegebenheiten, auch zukünftig weiterführen – für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

 

Hinweis:

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