Polizeifahrzeuge vor dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main
 
10.05.2017 | Polizeipräsidium Frankfurt am Main

„UFFBASSE! – FÜR MEHR SICHERHEIT IM STRASSENVERKEHR“

Auftaktveranstaltung der Präventions- und Informationskampagne zum Thema „Ablenkung“ beim PP Frankfurt am Main

 

Fußgänger läuft akkustisch abgeschirmt vor eine fahrende Straßenbahn  Autofahrer telefoniert während des Fahrens  Ein Radfahrer wird durch die Polizei kontrolliert

Ausländische Studien zeigen auf, dass etwa 30 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden auf die Unfallursache „Ablenkung“ zurückzuführen sind.  Auch in Deutschland ist man sich einig, dass das Thema „Ablenkung im Straßenverkehr“ ein vielfach unterschätztes Risiko darstellt. Der Deutsche Verkehrsgerichtstag, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, die Verkehrswacht, Verkehrsunternehmen, Automobilclubs, die zuständigen Ministerien, Polizei und Medien berichten seit Jahren über „Autofahrer, die während der Fahrt telefonieren, ihr Navi bedienen oder im Handschuhfach kramen, Radfahrer, die mit lauter Musik auf den Ohren über die Kreuzung strampeln und Fußgänger, die wie gebannt auf ihr Handy starren (Fußnote 1). Aufgrund des erkannten Gefahrenpotentials haben alle Institutionen das Thema „Ablenkung“ zu einem der wichtigsten Schwerpunkte bei der Erhöhung der Verkehrssicherheit benannt.

Der Erfolg der Programme ist bislang überschaubar – denn der Blick in die Realität des Verkehrsalltags zeigt uns, dass sich die Nutzung von Mobiltelefonen bei allen Verkehrsteilnehmern bereits „wie selbstverständlich“ manifestiert hat. Im April 2016 besaßen und nutzten rund 49 Millionen Personen (und dabei nahezu jeder 12- bis 19jährige) in Deutschland ein Smartphone – und natürlich nehmen alle Benutzer von mobilen Endgeräten genauso selbstverständlich am Straßenverkehr teil. Die ständige Verfügbarkeit von Informationen, Erreichbarkeit zu jedem Zeitpunkt und größtmögliche Mobilität kennzeichnen das Individuum in unserer Gesellschaft - sowohl im Beruf als auch in der Freizeit.

Und wenn wir ehrlich sind und unser eigenes (Verkehrs-)verhalten hinterfragen, dürften auch die meisten von uns am Ende eines Tages zu dem Schluss kommen, den Griff zum Mobiltelefon, trotz besseren Wissens um die resultierenden Gefahren und Risiken, eben nicht vermieden zu haben. Der Konflikt zwischen der „Mobilität im Netz“ und der „Mobilität im Straßenverkehr“ ist ganz praktisch ein gesellschaftliches Problem.

Auch das PP Frankfurt am Main, beteiligt sich deshalb mit einer Präventions- und Informationskampagne an der Eindämmung des festgestellten Risikophänomens. Am vergangenen Montag, wurden die, bei der hiesigen Verkehrserziehung geplanten öffentlichkeitswirksamen Kontrollmaßnahmen zum Thema „Ablenkung“ begonnen. An drei Kontrollorten wurden die Verkehrsteilnahmearten „Fußgänger“, „Radfahrer“ und „Kfz-Führer“ gezielt überwacht, zum Teil proaktiv angesprochen und gegebenenfalls anlassbezogenen Kontrollen zugeführt. Vor Ort festgestelltes Fehlverhalten wurde dabei zeitnah sanktioniert.

In der Bilanz des Tages wurden 220 anlassbezogene Sicherheitsgespräche durchgeführt, zu Buche stehen aber auch 1 Verkehrsstrafanzeige, 6 Ordnungswidrigkeitenanzeigen, 31 Bar- und 18 mündliche Verwarnungen. Im Rahmen des ersten Kontrolltages bestätigte sich dabei die Annahme, dass gerade Fußgänger – z.B. wenn sie die Fahrbahnen und Gleise vor dem Frankfurter Hauptbahnhof überqueren - oftmals mit dem Handy in der Hand im Pulk der Masse mitschwimmen und überhaupt nicht auf mögliche Gefahren achten. Auf ihr Verhalten angesprochen, zeigten sich die meisten Passanten einsichtig und begrüßten die polizeilichen Maßnahmen. Diese Reaktion war im Vorfeld zu erwarten – anhand der bestehenden Zweifel ob der bekundeten Verhaltensänderungen, beabsichtigt das Polizeipräsidium Frankfurt am Main, den Nachhaltigkeitseffekt der Aufklärungsgespräche im Rahmen der künftigen Kontrollen durch das Überreichen von Informationspostkarten zu erhöhen.

Die Postkarten sind auf die jeweiligen Verkehrsteilnahmearten „Fußgänger“, „Radfahrer“ und „Kfz-Führer“ abgestellt und sollen den Betroffenen im Nachgang der Kontrolle eine Gelegenheit bieten, das eigene Verhalten – vielleicht auch im Gespräch innerhalb der Familie oder mit Freunden zu reflektieren.

In den nächsten Tagen werden den Beamtinnen und Beamten des uniformierten Streifendienstes 5000 Postkarten zur Durchführung eigenständiger und anlassbezogener Kontroll- oder Präventionsmaßnahmen über ihre Dienststellen zur Verfügung gestellt.

Hierfinden Sie eine Vielzahl weiterer Informationen zum Thema Ablenkung im Straßenverkehr


Fußnote 1: Quelle: Kampagnenbüro „Runter vom Gas“, Ablenkung im Straßenverkehr: Ein unterschätztes Risiko, S. 1