Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
30.03.2010

Weniger Verkehrsunfälle, historischer Tiefststand bei verletzten Personen

Jetzt auch für den Landkreis Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill Kreis, Wetteraukreis und Kreis Gießen

Polizeipräsident Schweizer stellt Verkehrsunfallstatistik 2009 für Mittelhessen vor:

Mittelhessen, im März 2010

   Polizeipräsident Schweizer

  Weniger Verkehrsunfälle,

        weniger Unfälle mit Personenschaden sowie

            weniger Unfalltote und Verletzte,

 

 

dies ist die insgesamt erfreuliche Bilanz der Unfallstatistik für die vier mittelhessischen Landkreise und die Autobahn für das Jahr 2009, die Polizeipräsident Manfred Schweizer (Foto rechts) in dieser Woche veröffentlichte.

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle fiel im Vergleich zum Jahr 2008 um 304 auf insgesamt 21.516. Bei den 51 Unfällen mit tödlichem Ausgang kamen 52 Menschen ums Leben, fünf weniger als 2008. Dies ist die niedrigste registrierte Zahl in Mittelhessen. Die Anzahl der Schwerverletzten verringerte sich um 15 auf 874 und die Zahl der Leichtverletzten sank um 2,80 % auf 4.346.

„Insgesamt ging die Zahl der Verunglückten um 145 auf 5.272 zurück, was ebenfalls ein Tiefststand im Dienstbezirk des Polizeipräsidiums Mittelhessen ist“, erklärte Polizeipräsident Manfred Schweizer.

Tödliche Unfälle/tödlich verletzte Personen in Mittelhessen

Unfälle mit Verletzten / Anzahl Verletzter in Mittelhessen

 

Unfallursachen (ohne Autobahnunfälle)

Auffällige Verbindung zwischen der Schwere der Unfallfolgen und nicht angepasster Geschwindigkeit sowie Alkohol und Drogen

Auch im Jahr 2009 waren die Hauptunfallursachen falsches Abbiegen/ Wenden/ Rückwärtsfahren (19,17 %), zu geringer Abstand (13,91 %), nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit (11,16 %), Missachtung der Vorfahrt (8,69 %) und Alkohol/Drogen/berauschende Mittel (3,74 %).

Auffällig ist, dass die Hauptunfallursachen „nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit“ sowie „Alkohol/Drogen/berauschende Mittel“ mit der Schwere der Unfallfolgen ansteigen. Bei den tödlichen Unfällen liegt ihr Anteil sogar bei 37 % (Geschwindigkeit) und bei ca. 21 % (Alkohol/Drogen/berauschende Mittel).

 

Alkoholunfälle rückläufig

Fortgesetzt hat sich der rückläufige Trend bei Unfällen unter Alkoholeinwirkung. So wurden mit 731 Verkehrsunfällen 76 weniger registriert als im Jahr 2008. 10 Menschen (Vorjahr = 7) kamen dabei ums Leben. Die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten verringerte sich erfreulicher Weise um 69 Personen auf 285.

Aktionsplakate BOB und verkehrssicher-in-mittelhessenIm Zuge der verstärkten Verkehrskontrollen auf Alkohol- und Drogenkonsum wurden im Jahr 2009 gegen insgesamt 1.751 Fahrzeugführer Straf- oder Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Diese im Straßenverkehr besonders gefährlichen Verstöße werden neben einem Fahrverbot bzw. Führerscheinentzug mit empfindlichen Geldbußen oder Geldstrafen geahndet.

„Der Rückgang bei den Personenschäden insgesamt und die erfreuliche Entwicklung bei den Alkoholunfällen zeigen, dass die umfangreichen Kontrollen des vergangenen Jahres, aber auch die gezielten präventiven Aktivitäten der mittelhessischen Polizei, z.B. im Zusammenhang mit verkehrssicher-in-mittelhessen und BOB, ihren Beitrag zur Verringerung der Unfallzahlen leisten“, sagte Polizeipräsident Manfred Schweizer.

Foto oben: Aktionsplakate BOB und verkehrssicher-in-mittelhessen

 

 

Geschwindigkeit (ohne Autobahnunfälle)

Auf überhöhte Geschwindigkeit waren im Jahr 2009 insgesamt 2.126 Verkehrsunfälle, 117 mehr als im Vorjahr, zurück zu führen. 16 Menschen (2008 = 13) kamen dabei ums Leben. Insgesamt waren es 782 Personen, die verletzt oder getötet wurden, 12 mehr als im Vorjahr.

 

Jeder vierte Unfall eine Verkehrsunfallflucht – über 7,4 Mio. Schaden

Die Zahl der so genannten „Unfallfluchten“ ist um 4,56 % auf 5.645 angestiegen. Darunter waren 304 Unfälle (Vorjahr = 329), bei denen Personen verletzt wurden. Die Aufklärungsquote beträgt 39,96 % (plus 0,47 %). Nach wie vor ist etwa jeder vierte polizeilich aufgenommene Verkehrsunfall ein „Fluchtunfall“. Auch wenn es sich hierbei überwiegend um Sachschadensunfälle handelt, so ist der volkswirtschaftliche Schaden mit mehr als 7,4 Mio. Euro enorm.

Schweizer bezeichnete es als äußerst bedenklich und unverantwortlich, wenn sich so viele nach einem Unfall einfach aus dem Staub machen und appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger:

„Sollten Sie Zeuge eines Verkehrsunfalls werden, bei dem ein Beteiligter sich pflichtwidrig entfernt (z.B. beim Ein- oder Ausparken), merken Sie sich – wenn möglich – das Kennzeichen und zögern Sie nicht, die Polizei zu informieren. Wenn alle Zeugen so handeln, könnten weitaus mehr „Unfallfluchten“ geklärt werden und die Geschädigten bleiben nicht auf ihren Reparaturkosten sitzen“, so der Polizeipräsident.

Darüber hinaus richtet er aber auch seinen eindringlichen Hinweis an die Unfallverursacher: „Verkehrsunfallflucht ist kein Kavaliersdelikt, es ist eine Straftat! Auf Parkplätzen und im Straßenverkehr kann es immer einmal zu Zusammenstößen oder Beschädigungen kommen. Oft handelt es sich dabei um kleinere Ordnungsverstöße, die, wenn überhaupt, mit einem geringen Bußgeld geahndet werden. Entfernt sich jedoch der Unfallverursacher, so verschlimmert er seine Situation erheblich und die Folgen sind gegenüber dem eigentlichen Anlass enorm: das Wegfahren wird zu einer kriminellen Tat, die mit Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet wird und in der Regel den Verlust des Führerscheins zur Folge hat.“

 

Junge Fahrerinnen und Fahrer: 18- bis 24-Jährige

Weiterhin im Blickpunkt der polizeilichen Betrachtungen stand auch im Jahr 2009 die überdurchschnittlich oft an Verkehrsunfällen beteiligte Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen.

Sie verursachten auch 2009 mit 4.015 Verkehrsunfällen fast jeden fünften Verkehrsunfall. Allerdings sind auch hier die Unfallzahlen mit Personenschaden und die Alkoholunfälle rückläufig. So sank die Zahl der Unfälle mit Verletzten/Getöteten um 3,85 % auf 948. Nach dem sehr deutlichen Rückgang der Zahl der Alkoholunfälle mit einem/einer 18- bis 24-Jährigen als Verursacher/-in  von 2007/2008 um ca. 19 % konnte in 2009 nochmals eine Reduzierung um 6,03 % verzeichnet werden (199 auf 187).

BOB-Anhänger am Autoschlüssel„Die konsequente Fortführung unserer Aufklärungs- und Kontrollaktionen scheint sich positiv auf die Unfallentwicklung bei den 18- bis 24-Jährigen auszuwirken“, so Manfred Kaletsch, der Projektleiter von verkehrssicher-in-mittelhessen und BOB.

BOB, die Aktion mit den gelben Schlüsselanhängern (Foto rechts) für nüchterne Fahrer, die von der teilnehmenden Gastronomie mit einem alkoholfreien Freigetränk belohnt werden, erfährt inzwischen die Unterstützung von 352 Betrieben; mehr als 80.000 Schlüsselanhänger wurden verteilt.

 

 

Unfallzahlen Landkreise und Autobahn

Die Gesamtunfallzahlen der Landkreise des Polizeipräsidiums Mittelhessen und der Autobahn im Überblick :

Die Gesamtunfallzahlen der Landkreise des Polizeipräsidiums Mittelhessen und der Autobahn im Überblick

 

Im Jahr 2009 wurden auf den mittelhessischen Autobahnen 2.459 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen, 7,24 % weniger als im Vorjahr.

Es gab 8 Unfalltote (Vorjahr 11) und einen Rückgang von 322 auf 288 Verletzte. Der Sachschaden wird mit 16,7 Mio. Euro beziffert (minus 7,87 %).

Bei den Hauptunfallursachen liegt mangelnder Sicherheitsabstand  mit 22,90 % an der Spitze vor überhöhter Geschwindigkeit (22,77 %). An dritter Stelle folgt „Überholen“ mit 14,27 %.

 

Ausblick für 2010

„Die neuen Zahlen belegen, dass der von der Polizei in Mittelhessen eingeschlagene Weg erfolgreich ist. Deshalb werden verkehrssicher-in-mittelhessen und BOB auch im Jahr 2010 unvermindert fortgesetzt.

Zusammen mit verstärkten Verkehrskontrollen mit Schwerpunkt für die Bereiche „Geschwindigkeit“ sowie „Alkohol und Drogen“ wird die Polizei - neben den weiteren Verbesserungen bei der Fahrzeugsicherheit und im Verkehrsraum - auch im Jahr 2010 zur Steigerung der Verkehrssicherheit in Mittelhessen beitragen“, so Polizeipräsident Schweizer abschließend.

 

Unfallentwicklung in Mittelhessen der letzten neun Jahre

 

Über den folgenden 2 rote Pfeile Link finden Sie die Verkehrsunfallstatistik des vorherigen Jahres.

Weitergehende Informationen  zum Thema verkehrssicher-in-mittelhessen“ und Aktion BOB finden Sie unter:

Internetadresse: "www.verkehrssicher-in-mittelhessen.de"

und zum Thema BOB 2 rote Pfeile hier sowie auf der  Aktionsseite unter:

Schriftzug - www.aktion-bob.de

Logo Landkreis Gießen Unfallstatistik 2009 für den Bereich des Landkreises Gießen 51 KB


Logo Landkreis Marburg-Biedenkopf Unfallstatistik 2009 für den Bereich des Landkreises Marburg-Biedenkopf 31 KB


Logo Landkreis Lahn-Dill Unfallstatistik 2009 für den Bereich des Landkreises Lahn-Dilll 47 KB


Logo Landkreis Wetterau Unfallstatistik 2009 für den Bereich des Landkreises Wetterau 189 KB