29.04.2013

Verkehrssicherheitsprogramm „Sichere Landstraße“

Geschwindigkeitsmessungen auf hessischen Landstraßen

Polizei meldete Blitzstellen an Rundfunksender

Auf hessischen „Landstraßen“ ist das Risiko, bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt oder getötet zu werden, nach wie vor am größten. Hier wurden im vergangenen Jahr 25 Prozent aller Verkehrsunfälle registriert. Bei diesen Unfällen sind 42,3 Prozent der Getöteten und schwer Verletzten zu verzeichnen.

Foto Sichere Landstraße © Deutscher Verkehrsssicherheitsrat e.V., Bonn

Mit der „Blitzaktion“ führt die Hessische Polizei das im Jahr 2012 gestartete Verkehrssicherheitsprogramm „Sichere Landstraße“ fort.

Foto rechts: Aktionsplakat zur "Sicheren Landstraße"

Bei genauer Betrachtung der Unfallzahlen wird deutlich, dass gerade bei schweren Verkehrsunfällen nicht angepasste oder zu hohe Geschwindigkeit die Hauptursache ist. Je höher die gefahrene Geschwindigkeit, umso schwerer der Aufprall bei einem Unfall. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen bei allen Beteiligten.

 

Foto Sichere Landstraße © Deutscher Verkehrsssicherheitsrat e.V., Bonn mit Schriftzug GeschwindigkeitSomit ist Geschwindigkeit die Ursache Nr. 1 im Hinblick auf die schweren Folgen eines Verkehrsunfalls.

Auf Landstraßen neigen viele Fahrzeugführer dazu, das Tempolimit nicht zu beachten oder nicht mit der den Straßen-und Witterungsverhältnissen angepassten Geschwindigkeit zu fahren. Mit diesem Tempo passieren sie Kurven, Einmündungen und Kreuzungen. Hinzu kommen die vielen unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger, land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge oder Lkw, die dort mit den verschiedensten Geschwindigkeiten unterwegs sind. Das erhöht das Risiko von Unfällen mit schweren Folgen für die Beteiligten.

Am 17.04.2013 informierte die Hessische Polizei im Radio über Geschwindigkeitsmessungen.

An 14 Stellen in Hessen bauten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verkehrsdienste ihre Messanlagen auf und überwachten die Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten.

Rundfunksender gaben diese „Blitzstellen“ im Rahmen ihrer Staumeldungen an die Hörer weiter.

Alle diese Strecken haben eins gemeinsam: Es sind sogenannte Unfallhäufungspunkte. Bei zurückliegenden Unfällen lag diesen in der Mehrzahl „nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit“ als Ursache zugrunde. Zudem erhielten die Hörer Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Örtlichkeiten. Es handelt sich ausschließlich um Strecken, die als Unfallschwerpunkte klassifiziert sind.

Ort und der Messungen sowie Anzahl und Folgen der Unfälle entnehmen Sie bitte der beigefügten 2 rote Pfeile „Liste der hessischen Messstellen“ (PDF, 455 KB)


Hier die Zahlen für die Geschwindigkeitsmessungen am  17.04.2013

Alles in allem fuhren 12.597 Fahrzeuge in die Messstellen. Lediglich 274 (= 2,18 Prozent) waren zu schnell – keiner so flott, dass ein Fahrverbot drohte.

Eine Woche zuvor hatten Polizisten an denselben Stellen die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeiten überprüft. Hier hielten sich 319 (= 3,02 Prozent) von insgesamt 10.572 Autofahrern nicht an die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten, lediglich einem Verkehrsteilnehmer droht ein Fahrverbot.

An einer der 14 Messstellen setzte der Warneffekt offensichtlich nicht ein: Zwischen 14.00 Uhr und 15.00 Uhr „blitzten“ die Ordnungshüter auf der Bundesstraße 254 zwischen Frielendorf und Leimsfeld (Schwalm-Eder-Kreis). Die Statistiker zählten an dieser Stelle in den letzten Jahren 26 Geschwindigkeitsunfälle, bei denen zwei Menschen starben und 10 Personen schwer bzw. leicht verletzt wurden. Registrierten die Verkehrsexperten dort eine Woche zuvor nur fünf Geschwindigkeitsüberschreitungen bei insgesamt 324 gemessenen Fahrzeugen (= 1,54 %), fuhren trotz Bekanntgabe der Messstelle am 17.04.2013 sechsmal so viele Autolenker zu schnell: Von 334 Verkehrsteilnehmern hielten sich 32 Autolenker nicht an das Tempolimit. Das entspricht einer Quote von 9,58 %.


Die Polizei weist darauf hin, dass Verkehrsteilnehmer auch in Zukunft mit Geschwindigkeitskontrollen rechnen müssen -

 Insbesondere an unfallträchtigen Stellen.