31.05.2013

Verkehrsunfallstatistik 2012 für den Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen

... jetzt mit den Zahlen für die Polizeidirektionen Wetterau, Gießen, Marburg und Lahn-Dill...

Logo des Polizeipräsidiums Mittelhessen

  • Zahl der Verkehrsunfälle in Mittelhessen gesunken

  • weniger Verletzte und Getötete   

  • mehr geschwindigkeitsbedingte Unfälle

  • Aktion BOB weiterhin erfolgreich

619 Verkehrsunfälle weniger wurden im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr in Mittelhessen registriert. Auch die Zahl der getöteten und verletzten Personen ging erheblich um 366 zurück.

„Erfreulich ist auch, dass unsere Aktion BOB mit der Zielgruppe 18- bis 24-Jähriger weiterhin auf der Erfolgsspur ist. Seit 2006 konnte in Mittelhessen die Zahl der alkoholbedingten Verkehrsunfälle, die von dieser Zielgruppe verursacht wurden, um über die Hälfte auf nun 134 Unfälle gesenkt werden.

Polizeipräsident Manfred Schweizer Dies bedeutet auch in diesem Jahr einen neuen Tiefstand und ist weit positiver als der Landesdurchschnitt in diesem Bereich“, betonte Polizeipräsident Manfred Schweizer bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2012 für Mittelhessen.

Die Bekämpfung geschwindigkeitsbedingter Unfälle wird auch in 2013 große Bedeutung für die Polizei haben. Wie im gesamten Land, stiegen sie auch in Mittelhessen im vergangenen Jahr wieder an und zählen zu den Hauptunfallursachen.

Nach einem Anstieg der von der Polizei registrierten Gesamtverkehrsunfallzahlen in den beiden Vorjahren in Mittelhessen, dazu zählen die Landkreise Gießen, Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill und der Wetteraukreis, verringerten sich die Unfälle im Jahr 2012 um 619 auf 22.143. Die Polizei schätzt den Gesamtsachschaden auf ca. 70,9 Mio. Euro.

Die Gruppe der Getöteten und Schwerverletzten betrachtet die Polizei in ihrer Analyse grundsätzlich zusammen, da es oft von verschiedenen Umständen abhängt, ob ein Unfallbeteiligter zu Tode kommt, schwer oder leicht verletzt wird oder unverletzt bleibt. Auch kann dabei die jeweilige Anzahl der Insassen in Unfallfahrzeugen eine nicht unerhebliche Rolle spielen.

Die Zahl der Verunglückten, die die Anzahl der Verkehrstoten, Schwer-und Leichtverletzten umfasst, sank im Jahr 2012 um 366 auf 4.881 Personen. Im Einzelnen kamen bei 52 Unfällen 56 Menschen zu Tode. Das sind zwei tödliche Unfälle und ein Verkehrstoter weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten ging um 64 auf 726 Unfälle, die mit Leichtverletzten um 187 auf 2.755 Unfälle zurück.

Neben den Hauptunfallursachen ungenügender Abstand, Fehler beim Wenden und Rückwärtsfahren und Nichtbeachten von Vorfahrt regelnder Verkehrszeichen, zählen gerade überhöhte bzw. nicht angepasste Geschwindigkeit mit 2.232 Verkehrsunfällen und der Einfluss von Alkohol sowie Drogen (620) weiterhin zu den großen Risikofaktoren.

Entwicklung der Gesamtunfälle in Mittelhessen seit 2006 bis 2012

Entwicklung tödlicher Verkehrsunfälle / tödlich verletzter Personen und Schwerverletzten / Anzahl der schwerverletzten Personen in Mittelhessen

 

Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss

Anzahl der Unfälle mit einem unter Alkohol- oder Alkohol- und Drogeneinfluss stehenden Verursacher in Mittelhessen seit 2006

Hatte die Anzahl der Unfälle mit einem alkoholisierten Verursacher im Jahr 2011erstmals seit 2006 wieder leicht um 23 Unfälle zugenommen, so sank die Zahl dieser Unfälle im Jahr 2012 um 11,8 % auf 583. Davon standen 37 Fahrzeugführer neben Alkohol- auch unter Drogeneinfluss.

Weitere 37 Fahrzeugführer verursachten unter alleinigem Drogeneinfluss einen Verkehrsunfall.

Bei diesen insgesamt 620 Unfällen, die von unter dem Einfluss berauschender Mittel stehenden Fahrzeugführern verursacht wurden, waren bei 85 Unfällen „schwere Folgen“ mit schwerverletzten oder getöteten Personen zu beklagen.

Auch wenn im Bereich der Alkoholunfälle nunmehr ein historischer Tiefstand, nicht zuletzt auch durch zahlreiche Präventionsaktivitäten der Polizei und beteiligter Partner, erreicht wurde, wird die Polizei in den Bemühungen nicht nachlassen, diese Zahl weiterhin zu verringern.

 

Geschwindigkeit

Die Anzahl der Unfälle mit überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit ist um 85 auf 2.232 Unfälle gestiegen. Die Geschwindigkeitsunfälle mit schweren Folgen blieben mit 256 Unfällen nahezu gleich. Von Seiten der Polizei wird die Bekämpfung der Hauptunfallursache Geschwindigkeit auch im Jahr 2013 wiederum einen hohen Stellenwert in der Verkehrssicherheitsarbeit erfahren.

 

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

Die Zahl der sogenannten „Unfallfluchten“ ist gegenüber dem Vorjahr um 152 Fälle auf immer noch 5.667 Straftaten leicht gesunken. Dies entspricht einem Anteil am Gesamtunfallaufkommen von 25,6 %. Damit war auch im Jahr 2012 jeder vierte Verkehrsunfall mit einem unerlaubten Entfernen vom Unfallort verbunden. Der geschätzte Gesamtsachschaden beläuft sich auf enorme rund 8,5 Mio. Euro.

„Dabei stellen viele Unfälle leichte Ordnungswidrigkeiten dar, deren teils sogar geringfügige Schäden leicht regulierbar sind. Erst durch das unerlaubte Entfernen vom Unfallort werden sie zu kriminellem, sozialschädlichem Verhalten und damit als Straftaten geahndet“, betont Polizeipräsident Schweizer. Die Geschädigten bleiben häufig auf ihren Kosten sitzen. Deshalb appelliert Schweizer auch immer wieder an Beteiligte von Verkehrsunfällen, sich nicht durch die Flucht ihrer Verantwortung zu entziehen. Neben einer Geldstrafe kostet sie meist auch die Fahrerlaubnis. Und auch an Zeugen eines Verkehrsunfalls, bei dem der Verursacher oder die Verursacherin sich ohne um den Schaden zu kümmern entfernt, richtet der Polizeipräsident die Bitte, sich die Personenbeschreibung des Fahrers, Merkmale des Fluchtwagens und möglichst auch das Kennzeichen zu merken. „Zögern Sie nicht, die Polizei zu informieren, die Geschädigten werden es Ihnen danken und fast jeder kann selbst in die Lage kommen, auf die Beobachtungen und Hilfe anderer angewiesen zu sein“, betont Manfred Schweizer. So könne es auch gelingen die Zahl der Unfallfluchten zu minimieren sowie die durchschnittliche Aufklärungsquote von 38 % zu erhöhen und eine größere Zahl von Unfallflüchtigen ihrer straf- und zivilrechtlichen Verantwortung zuzuführen.

Tabellarischer Vergleich der Verkehrsunfallfluchten:

 

Wildunfälle

Enorm ist der Anstieg der Wildunfälle um 814 auf nunmehr 4.569 Unfälle. Das sind 21,7% mehr als im Vorjahr. Sie verteilen sich auf das ganze Jahr mit Spitzen im April und Mai sowie im Oktober und November, auf alle Wochentage und ereignen sich meist in der Abenddämmerung, zur Nachtzeit und am frühen Morgen (siehe nachfolgendes Diagramm).

Wildunfälle im Tagesverlauf im PP Mittelhessen

„Viele dieser Wildunfälle sind vermeidbar“, ist Polizeipräsident Schweizer überzeugt.

Wenn auch das Wild häufig unberechenbar sei, so sollten Verkehrsteilnehmer vor allem auf Straßen durch Feld und Waldgebiete sowie auf Strecken mit dem Verkehrszeichen „Wildwechsel“ besonders vorsichtig fahren und insbesondere zu den dargestellten verstärkten Unfallzeiten immer mit dem Queren von Wild rechnen.

 

18- bis 24-Jährige und die Aktion BOB

Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen war auch im Jahr 2012 wieder eine der Hauptzielgruppen der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit. Diese jungen Erwachsenen verursachten im vergangenen Jahr 17,3 Prozent (=3.830) aller Unfälle und damit 115 Unfälle weniger als 2011 (-2,9 %).

Bei Unfällen mit schweren Folgen haben sie vier weniger verursacht als 2011 (196). Ihr Anteil an den Gesamtunfällen mit schweren Folgen in Mittelhessen betrug 25,2 %.

Auch im sechsten Jahr in Folge seit Einführung der Aktion BOB ist die Zahl der Alkoholunfälle bei der Zielgruppe der 18- bis 24-Jährigen rückläufig! Gegenüber dem Jahr 2011 ist ein Rückgang um 16,2 % (im Vergleich dazu Hessen ohne Mittelhessen: 10%) zu verzeichnen. Seit 2006 konnten die alkoholbedingten Verkehrsunfälle dieser Zielgruppe in Mittelhessen um 53,5 % (Hessen ohne Mittelhessen: 33 %) gesenkt werden. Von den 134 alkoholbedingten Unfällen waren 22 Unfälle mit schweren Folgen. Darüber hinaus standen auch 23 Unfallverursacher unter Drogeneinfluss, davon waren drei Unfälle mit schweren Folgen.

Anzahl der Unfälle mit 18- bis 24-Jährigen als Unfallverursacher unter Alkoholeinfluss seit 2006

Wie die Grafik aufzeigt, ist das Präventionsprogramm verkehrssicher-in-mittelhessen mit der Aktion BOB weiterhin auf der Erfolgsspur. Dabei dankt die Polizei auch den Partnern und Mitwirkenden der Aktion BOB. „Es zeigt, dass sich das Engagement lohnt“, so Polizeidirektor Manfred Kaletsch, Leiter des Programms.

Die Aktion BOB weiter auf der Erfolgsspur – viele machen mit

  • ca. 360 teilnehmende Gastronomiebetriebe, · ca. 70 Fahrschulen,
  • mehr als 40 weitere Partner und Unterstützer,
  • mehr als 150.000 Schlüsselanhänger wurden verteilt,
  • auf der Homepage 2 rote Pfeile www.bob-mittelhessen.de rund 17.000 Besucher/Monat

 

Unfallzahlen Landkreise und Autobahn

Landkreise:

Die Gesamtunfallzahlen der Landkreise und der Bundesautobahnen im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen im Überblick :

Die Gesamtunfallzahlen der Landkreise und der Bundesautobahnen im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen im Überblick

Unfallzahlen Landkreise

Informationen zum Unfallgeschehen in den Landkreisen im Dienstbezirk des Polizeipräsidiums Mittelhessen werden in den nächsten Tagen durch die Regionalen Verkehrsdienste und die Polizeidirektionen veröffentlicht.

 

Bundesautobahn

Auf den 190 Kilometern der von der Polizeiautobahnstation Mittelhessen betreuten Autobahnen gingen im vergangenen Jahr die Gesamtunfälle erneut zurück. Waren im Vorjahr bereits 87 Verkehrsunfälle weniger zu verzeichnen, so reduzierten sie

sich im Jahr 2012 nochmals um 155 auf 2.500 (-5,8%).

Ebenfalls war 2012 bei den Leichtverletzten ein Rückgang von 132 auf 333 zu verzeichnen. Andererseits wurde aber eine jeweils leichte Mehrung bei den Verkehrsunfalltoten von sechs auf acht und bei den Schwerverletzten von 90 auf 94 Personen registriert.

Von den insgesamt 373 Unfällen mit anschließender Verkehrsunfallflucht auf den mittelhessischen Autobahnen wurden 193 geklärt. Damit wurden bei mehr als jeder zweiten Verkehrsunfallflucht auf den mittelhessischen Autobahnen Tatverdächtige ermittelt.

Als Hauptunfallursachen wurden im Jahr 2012 auf den Bundesautobahnen in Mittelhessen bei 26% der Unfälle nichtangepasste Geschwindigkeit (649), gefolgt von mangelndem Sicherheitsabstand bei 18,7 % (468) und Fehler beim Überholen bei 18 % (449) aller Unfälle vermerkt.

 

Auch für das Jahr 2013 kündigt die Polizei weitere Maßnahmen an

Im sogenannten Verkehrsraum richtet das Polizeipräsidium Mittelhessen auch für das Jahr 2013 den Fokus der Verkehrssicherheitsarbeit auf die Landstraße, so Polizeipräsident Schweizer: „Sie birgt, mehr als andere Straßenklassen, hohe Risiken, Beteiligte oder Beteiligter eines Verkehrsunfalls zu werden“. Ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Unfallursachen Geschwindigkeit, Alkohol / Drogen und zur Reduzierung der Wildunfälle wird die Polizei verstärkt fortsetzen. Auch die Überwachung des gewerblichen Güter- und Personenverkehrs werde auf hohem Niveau beibehalten.

Die erfolgreiche Aktion BOB wird konsequent fortgeführt. Auch für das Jahr 2013 sind die 18- bis 24-Jährigen eine der Zielgruppen der Polizei in Mittelhessen. Neben der Aktion BOB wird derzeit unter dem Dach von verkehrssicher-in-mittelhessen ein weiteres Präventionskonzept erarbeitet, das die Verkehrssicherheit im Alter erhöhen soll. Dieses Präventionsprogramm für Seniorinnen und Senioren ab 65 ist zunächst in der ersten Phase nur für die Stadt und den Landkreis Gießen vorgesehen und soll im Mai der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Nicht zuletzt hob der Polizeipräsident lobend die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Polizei in Mittelhessen und allen anderen Behörden, Ämtern, Verbänden und Institutionen hervor, die für die Verkehrssicherheit Verantwortung tragen oder sich für diese wichtige Aufgabe engagieren.

 Hier nochmals im PDF-Format PDF-Symbol (90 KB)

Logo Landkreis Gießen Pressemeldung 2 rote Pfeile Grafiken


Logo Landkreis Marburg-Biedenkopf Pressemeldung 2 rote Pfeile Grafiken


Logo Landkreis Lahn-Dill Pressemeldung


Logo Landkreis Wetterau Pressemeldung 2 rote Pfeile Präsentation


 

Über den folgenden 2 rote Pfeile Link finden Sie die Verkehrsunfallstatistiken der vorherigen Jahre.

Weitergehende Informationen zum Thema verkehrssicher-in-mittelhessen und Aktion BOB finden Sie unter:

Internetadresse: "www.verkehrssicher-in-mittelhessen.de"

und zum Thema BOB 2 rote Pfeile hier sowie auf der gemeinsamen Aktionsseite unter:

Schriftzug - www.aktion-bob.de

 

Willi Schwarz, Pressesprecher