Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
20.05.2014

Kriminalstatistik 2013 für das Polizeipräsidium Mittelhessen

- Hohes Sicherheitsniveau in Mittelhessen

- Erneut weniger Straftaten, hohe Aufklärungsquote und weniger Wohnungseinbrüche

Logo des Polizeipräsidiums Mittelhessen

Polizeipräsident Manfred Schweizer stellt die polizeiliche Kriminalstatistik 2013 für Mittelhessen vor.

Mit 49.640 liegt die erneut leicht rückläufige Anzahl der Straftaten (-0,5 %) im dritten Jahr hintereinander unter 50.000. Die Aufklärungsquote konnte dabei zum zweiten Mal in Folge auf dem besten Ergebnis in Mittelhessen mit 61,6 % gehalten werden.

Polizeipräsident Manfred Schweizer

 

Dies teilte Polizeipräsident Manfred Schweizer (Foto links) bei der Bekanntgabe der PKS für das Jahr 2013 mit. Wie Schweizer weiter hervorhob, sei die Aufklärungsquote im langjährigen Vergleich seit 2004 um 5,6 Prozentpunkte gestiegen. Außerdem habe die Gesamtkriminalität im selben Zeitraum um über 14.000 Straftaten abgenommen. „Das ist eine hervorragende Bilanz für die Sicherheit unserer Bürger“, sagte Schweizer. Sie sei Ausdruck des hohen Leistungsvermögens und des großen Einsatzwillens der mittelhessischen Polizisten, denen Schweizer für ihre erfolgreiche Arbeit ausdrücklich dankte. In diesen Dank bezog der Polizeipräsident die Bürger ein, die ihre heimische Polizei in vielfacher Hinsicht mit unterstützen.

„Es freut mich besonders, feststellen zu können,

dass die mittelhessischen Bürger sehr sicher leben“,

betonte Schweizer bei seinen Ausführungen. Das belege auch ein Blick auf die Häufigkeitszahl von 4.771 (das ist die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner). Diese Zahl liege mehr oder weniger deutlich unter den Ergebnissen anderer hessischer Regionen sowie unter dem Landesdurchschnitt von 6.429.

 

Gewaltkriminalität sinkt

Die Gewaltkriminalität ging um 308 Straftaten (-16,1 %) erheblich zurück, und zwar auf 1.611 Delikte. Sie erreicht den niedrigsten Stand im Fünf-Jahres-Vergleich. Zu dieser Deliktsgruppe zählen insbesondere Mord und Totschlag, Vergewaltigung, schwere sexuelle Nötigung, Raub und gefährliche Körperverletzung. Die Aufklärungsquote bleibt mit 82,9 % auf einem dauerhaft hohen Niveau.

Die registrierten Mordfälle und Fälle des Totschlags stiegen um 20 auf 73 Delikte. Davon verblieb es bei zwei Dritteln der 21 Morddelikte beim Versuch, bei den 52 Fällen des Totschlags lag der Versuchsanteil sogar bei fast 83 %. Hinzu kommen gleichbleibend 21 Fälle wegen fahrlässiger Tötung. Von diesen insgesamt 94 Straftaten gegen das Leben sind 89 aufgeklärt, was einer Aufklärungsquote von 94,7 % entspricht.

OpferschutzAußerdem ermittelte die Kriminalpolizei in 84 Fällen (-23) der Vergewaltigung und schweren sexuellen Nötigung, wovon rund 80 % geklärt wurden.

Raubdelikte gingen um 68 auf 345 bei einer Aufklärungsquote von 67,8 % zurück. Vor allem sanken die Raubüberfälle auf sonstige Zahlstellen und Geschäfte von 62 auf 37, auf Tankstellen von 20 auf sechs, in Spielhallen von 12 auf vier sowie auf der Straße von 160 auf 125. Geldinstitute waren in 24 Fällen (+17) das Ziel von Räubern.

Besonders erfreulich ist, dass die Fälle der gefährlichen Körperverletzung um 236 auf 1.109 Delikte sanken. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 86,9 %. In der Relation noch deutlicher ging die Anzahl der gefährlichen Körperverletzung auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen um 161 auf 459 Straftaten zurück, von denen 82,4 % aufgeklärt werden konnten.

Grafik Entwicklung der Straftaten und Aufklärungsquote von 2004 bis 2013 und Grafik zur polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Polizeipräsidiums Mittelhessen 2013
Foto oben: Grafik Entwicklung der Straftaten und Aufklärungsquote von 2004 bis 2013 und
Grafik zur polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Polizeipräsidiums Mittelhessen 2013

 

Weniger Wohnungseinbrüche

Den größten Anteil in der PKS bildet trotz des erheblichen Rückgangs in den letzten Jahren nach wie vor die Diebstahlskriminalität. Sie hat 2013 mit 17.518 Straftaten (+7) einen Anteil von 35,3% an der Gesamtkriminalität. 2004 waren noch 26.567 Diebstahlsdelikte zu verzeichnen; das waren 51,6 % mehr als 2013.

Tafel -VORSICHT, Wachsamer Nachbar-„Die erfreulichste Feststellung in diesem Deliktsbereich ist für 2013 die rückläufige Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle“, betonte Polizeipräsident Manfred Schweizer. Die Anzahl dieser das Sicherheitsgefühl der Bürger besonders beeinträchtigenden Delikte ging um 103 (-15,3 %) auf 1.477 Straftaten zurück. Damit ist in Mittelhessen entgegen der bundesweit erheblichen und hessenweit geringen Steigerung dieser Fallzahlen eine Trendwende zu verzeichnen. „Jede Tat, die verhindert werden konnte oder aus sonstigen Gründen nicht passierte, trägt dazu bei, dass sich die Bürger in ihren eigenen vier Wänden sicherer fühlen“ hob Schweizer hervor. Neben dem Deliktsrückgang verdeutlicht auch die Häufigkeitszahl in diesem Bereich von 139 zu 179 im hessenweiten Durchschnitt, dass die mittelhessischen Bürger von Wohnungseinbrüchen in geringerem Maß betroffen sind. Zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchdiebstähle hat die Polizei vielfältige Maßnahmen präventiver und repressiver Art durchgeführt. Andererseits ist die Aufklärungsquote beim Wohnungseinbruch auf 15,3 % (-4,6 Prozentpunkte) gesunken. Das führt die Polizei vor allem darauf zurück, dass die Beweislage nicht ausreichte, ermittelten Tatverdächtigen, die von ortsansässigen Tätern bis zu überörtlich agierenden Tätergruppen reichen, in größerem Umfang weitere Einbruchsdiebstähle nachzuweisen.

„Auch in diesem Jahr genießt die Bekämpfung der Wohnungseinbruchsdiebstähle für uns wiederum eine sehr hohe Priorität. Wir werden unsere besonderen Anstrengungen fortsetzen, um Mittelhessen für Einbrecher noch unattraktiver zu machen“, erklärte Schweizer. Er wies aber auch darauf hin, dass die Polizei in diesem schwierigen Ermittlungsfeld in besonderer Weise die Mitwirkung der Bevölkerung benötigt. „Die Erfahrung zeigt, dass wir gemeinsam mit aufmerksamen Bürgern, die auf ihre Umgebung achten, eine gute Nachbarschaft praktizieren und uns Verdächtiges schnell mitteilen, erfolgreich sind“, führt Schweizer fort. Auch eine zunehmend bessere Absicherung der Gebäude ist bei der Verhinderung von Wohnungseinbrüchen bedeutend. Sie ist neben anderen für den hohen Versuchsanteil bei Wohnungseinbrüchen in Mittelhessen von 40,5 % entscheidend. Deshalb empfiehlt Schweizer, zur Vorbeugung und besseren Absicherung von Wohnungen den kostenlosen Service der kriminalpolizeilichen Fachberatung in Anspruch zu nehmen.

Einbrecher steigt mit Diebesgut aus einem FensterVon der Diebstahlskriminalität entfallen 10.563 Fälle auf den einfachen und 6.955 Delikte auf den schweren Diebstahl. Beim einfachen Diebstahl mit einer Aufklärungsquote von 40,5 % dominiert der Ladendiebstahl, der um 147 auf 2.726 Fälle zurückging. Auch bei einfachen Diebstählen an und aus Kfz wurden mit 1.173 Delikten 208 weniger registriert als im Vorjahr. Dagegen stiegen derartige Diebstähle aus Dienst- und Büroräumen um 60 auf 554 Delikte sowie jene aus Gaststätten und Hotels um 18 auf 311 Fälle.

Neben dem Wohnungseinbruch entfällt ein Großteil der Delikte des schweren Diebstahls mit einer Aufklärungsquote von 18,4 % auf Einbrüche in Dienst- und Büroräume, die um 21 auf 847 zunahmen. Auch auf Diebstähle unter erschwerenden Umständen an und aus Kfz hatten es Langfinger in 1.048 Fällen (+10) abgesehen; bei derartigen Entwendungen in und aus Kfz waren sie 848mal tätig (-40). Ein zunehmend begehrtes Ziel waren gesicherte Fahrräder, die in 871 Fällen (+206) entwendet wurden.

 

Straßenkriminalität weiter rückläufig

Der Rückgang der Straßenkriminalität hielt in Mittelhessen auch im Jahr 2013 weiter an. Die Delikte, die auf Straßen, Wegen und Plätzen begangen wurden, sind um insgesamt 239 auf 8.865 Fälle nochmals gesunken. Im Jahr 2004 waren noch 14.433 Fälle der Straßenkriminalität zu verzeichnen, was bis zum Jahr 2013 einer Abnahme von 62,8 % entspricht. Neben dem oben bereits genannten Rückgang an Diebstählen an und aus Kraftfahrzeugen trägt auch der Rückgang an gefährlichen Körperverletzungen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen um 161 Delikte auf 495 Fälle bei. Auch die Straßenraubdelikte gingen um 32 auf 149 Fälle zurück. Mehr als jede zweite Tat konnte aufgeklärt werden. Die Delikte des Diebstahls auf öffentlichen Wegen und Plätzen stiegen von 4.777 um 103 Fälle auf 4.880 an. Hier wurden in 608 Fällen Tatverdächtige ermittelt.

Logo: Polizei-BeratungEinen großen Teil der Straßenkriminalität nehmen die Sachbeschädigungen ein. In diesem Deliktsfeld der Straßenkriminalität wurden durch Sachbeschädigungen an Kfz und auf öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen mit 3.242 Straftaten 146 weniger verübt als im Vorjahr. Dabei wurde in 655 Fällen gegen Tatverdächtige ermittelt.

„Neben dem Wohnungseinbruch sind es gerade auch die Straftaten im öffentlichen Raum, die den Bürgern Angst machen und ihr Sicherheitsgefühl beeinträchtigen. Deshalb ist uns ein Rückgang der Straßenkriminalität sehr wichtig“, betonte Polizeipräsident Schweizer.

 

Weniger Vermögensdelikte - 1.914 Fälle der Internetkriminalität

Mit 9.075 Straftaten sanken die Vermögens- und Fälschungsdelikte auf den niedrigsten Stand der letzten fünf Jahre. Dies sind 491 Fälle weniger als im Vorjahr und sogar 1.701 Delikte weniger als noch vor drei Jahren. Dieser Deliktsbereich umfasst beispielsweise den Waren- und Warenkreditbetrug, Leistungserschleichung, Betrugsarten mit unbaren Zahlungsmitteln, Kreditbetrügereien, Veruntreuung, Unterschlagung bis hin zu Insolvenzstraftaten. In 82,4 Prozent der Fälle wurden Tatverdächtige ermittelt.

EurogeldscheineDer größte Teil dieser Delikte entfällt auf den Betrug in seinen vielfältigen Ausprägungen. Der Deliktsbereich ging um 516 Fälle auf 6.169 zurück. Besonders häufig begingen die Täter einen Waren- und Warenkreditbetrug mit 2.480 (+142) und das Erschleichen von Beförderungsleistungen mit 1.533 (-500) Delikten.

Der ebenfalls dazu zählende Tankbetrug ging um 22 Fälle auf 962 gegenüber dem Vorjahr zurück. Mit 594 Fällen wurden annähernd 62 % aufgeklärt. Auch der Betrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel (u.a. Lastschriften, Giro- und Kreditkarten) nahm um 28 auf 459 Fälle ab. Mehr als die Hälfte dieser Täter konnte ermittelt werden.

Bei der sogenannten Internetkriminalität wurden 1.914 Fälle registriert. Damit setzt sich der kontinuierliche Rückgang der letzten Jahre nicht fort, sondern die Zahl der Delikte im Bereich des Internets stieg gegenüber dem Vorjahr um 199 Fälle an. Die Aufklärungsquote liegt bei 92,5 Prozent. 1.297 Straftaten (1.229) standen dabei im Zusammenhang mit Vermögens- und Fälschungsdelikten, wobei die unterschiedlichen Betrugsarten mit 1.252 Fällen im Vordergrund stehen. Die Aufklärungsquote in dieser speziellen Deliktsgruppe wurde von rund 80% auf 92 % gesteigert.

Logo: wwwDaneben ist das Internet auch Tatmittel für eine Reihe weiterer Straftaten, so z. B. gegen die sexuelle Selbstbestimmung mit 142 und die Verbreitung pornografischer Schriften mit 111 Delikten, Nötigungen, Bedrohungen und Stalking mit 96 Taten via Internet und 82 Fälle der unterschiedlichen Arten der Beleidigung. Die „klassische“ Computerkriminalität, dazu zählt die Polizei unter anderem den Betrug mit Debitkarten mit PIN, den Computerbetrug, Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten und Fälschungen beweiserheblicher Daten sowie Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung, Computersabotage und auch Computer-Software-Piraterie, ist um 79 auf 129 Fälle deutlich rückläufig. Gleichzeitig konnte die deliktsbezogene Aufklärungsquote um 28 Prozentpunkte auf 73,6 % gesteigert werden.

Der insgesamt rasanten Entwicklung im Internet begegnet die hessische Polizei schon seit Jahren mit einem in jedem Polizeipräsidium speziell eingerichteten Zentralkommissariat, um mit moderner Technik und auch Spezialisten der komplexen Entwicklung Stand zu halten. Neben eigenen Ermittlungen und der fachlichen Unterstützung der Ermittler anderer Ermittlungsbereiche leisten diese Bediensteten auch Präventionsarbeit. Darüber hinaus steht beim Polizeipräsidium in Mittelhessen ein „Fachberater Cybercrime“ für Institutionen, Schulen und auch Privatpersonen zur Verfügung.

 

Mehr Rauschgiftfälle

Drogen Die Rauschgiftkriminalität zählt zu den Kontrolldelikten mit einem hohen Dunkelfeld. Gegenüber dem Vorjahr wurden in Mittelhessen 415 Delikte mehr registriert, was unter anderem auch aus verstärkten Fahndungs- und Kontrollmaßnahmen zur Kriminalitätsbekämpfung und für mehr Verkehrssicherheit resultiert. Die insgesamt 2.227 Delikte beinhalten 1.681 allgemeine Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, bei denen in hohem Maße der illegale Umgang mit Cannabis im Vordergrund steht. Aber auch die Zahl der Verstöße im Zusammenhang mit Amphetaminen erhöhte sich.

Qualifizierte Verstöße wegen illegalen Drogenhandels und –schmuggels stiegen um 64 auf 348 Fälle.

Bei 15 Menschen wurde ihr Tod mit dem Konsum von Rauschgift in Verbindung gebracht. Das sind acht weniger als im Jahr zuvor (23).

 

Tatverdächtige

Zu den 30.567 aufgeklärten Straftaten wurden 24.541 Tatverdächtige ermittelt. 24.149 waren es im Vorjahr. Davon waren 18.610 (18.166) männlich und 5.931 (5.983) weiblich. Darunter befanden sich 708 (697) Kinder, 2.317 (2.416) Jugendliche und 2.419 (2.385) Heranwachsende. Mit diesen insgesamt 5.444 (5498) Tatverdächtigen zählt die Polizei in diesen drei Altersgruppen im Vergleich zum Vorjahr 54 Tatverdächtige weniger. Im Jahr davor war die Anzahl um 246 gestiegen. Der Anteil der Tatverdächtigen im Alter von unter 21-Jahren beträgt damit 22,2 % (23,2 %)

Festnahme PolizeiDer Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger erhöhte sich auch im Jahr 2013 weiter von 29,7 % im Vorjahr auf nunmehr 32,6 %. Dieser weiter gestiegene Anteil ist, wie auch im Vorjahr, vor allem auf ein geändertes Informations- und Anzeigeverhalten der hessenweit zuständigen und in Gießen ansässigen „Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge“ zurückzuführen. Dadurch wurden deutlich mehr Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz festgestellt, die nur von Nichtdeutschen begangen werden können.

Polizeiliche Kriminalstatistiken (PKS) 2013 für die folgenden Bereiche:

  • PKS 2013 für den Lahn-Dill-Kreis - ohne -