Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
20.03.2009

Polizeipräsident stellt Verkehrsunfallstatistik 2008 für Mittelhessen vor

Weniger Verkehrsunfälle – Zahl der Unfalltoten und Schwerverletzten auf historischem Tiefststand

Mittelhessen

Logo Polizeipräsidium Mittelhessen (Hessenlöwe mit Sternen)

Die Gesamtzahl der Unfälle fiel im Vergleich zum Vorjahr um 891 auf 21820 (minus 3,9 %). Die Unfallzahlen gingen somit in Mittelhessen deutlicher als im Land Hessen (minus 1,8 %) zurück.

 

  • Die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer verringerte sich auf 57 (Vorjahr 64, minus 10,9 %).

  • Die Zahl der Schwerverletzten ging um 8,4 % auf 889 (Vorjahr = 971) zurück.

  • Die Zahl der Leichtverletzten sank um 4,6 %  auf 4471 (Vorjahr = 4687)

  • Rückgang der Alkoholunfälle um 11,9 % von 916 im Vorjahr auf 807 im Jahr 2008.

 

Polizeipräsident Manfred SchweizerDer Rückgang bei Schwerverletzten und Toten ist sehr erfreulich und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Polizeipräsident Manfred Schweizer (Foto links). „Das Projekt verkehrssicher-in-mittelhessen  mit einer Vielzahl von repressiven und präventiven Aktivitäten wurde auch 2008 mit großem Engagement aktiv  vorangetrieben. Die Aktion BoB erfährt weiterhin eine große Unterstützung und hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. Der deutliche Rückgang der alkoholbedingten Unfälle zeigt, dass wir hier an der richtigen Stelle investieren“, so Schweizer weiter.

„Wir sehen uns hier Schulter an Schulter mit den Menschen aus unserer Region, die nicht akzeptieren wollen, dass Leichtsinn, Alkohol und Drogen  zu Tod und schweren Verletzungen, insbesondere bei jungen Menschen führen.“

Im Jahr 2008 betrug die Gesamtzahl der polizeilich registrierten Unfälle auf mittelhessischen Straßen 21.820 (22.711 im Vorjahr).

Gesamtzahl der Unfälle

Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle ging von 61 auf 47 zurück. Bei diesen Unfällen kamen insgesamt 57 Personen zu Tode (im Jahr 2007 waren dies noch 64)  Im Jahr 2008 ereigneten sich sieben Unfälle mit mehr als einem Toten. Besonders tragisch endete ein Verkehrsunfall am 27.05.08 im Wetteraukreis, bei dem drei Jugendliche und ein Heranwachsender in einem Pkw ums Leben kamen.

Auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten Menschen ist gesunken. Sie fiel von 5658 auf 5360 und somit um 5,3 %. Damit setzt sich die seit 2001 fallende Tendenz fort.

Tödliche Unfälle/Getötete

 

 

Zahl der Leicht- / Schwerverletzten

Sachschaden:

Der Gesamtsachschaden betrug im Jahr 2007 insgesamt 74,2 Mio. Euro, im Jahr 2008 sank er auf ca. 71,5 Mio. Euro (minus  3,6 %).

 

Unfallursachen (ohne Autobahnunfälle)

Wie im vergangenen Jahr sind auch 2008 die Hauptursachen wieder falsches Wenden, Abbiegen, und Rückwärtsfahren mit 17,8 %, zu geringer Abstand mit 12,9 %, nicht angepasste Geschwindigkeit mit 10,5 % und berauschende Mittel mit 4,2 %.

Hauptunfallursachen Unfälle Landkreise 2008

Bei den Unfällen mit Schwerverletzten ändert sich dieses Bild. Hier sind nicht angepasste Geschwindigkeit mit 29,4 %,  berauschende Mittel (Alkohol und Drogen) mit 16,1 % und Missachtung der Vorfahrt mit 14,6 % die Hauptunfallursachen. Bei den tödlichen Verkehrsunfällen gewinnt die Hauptunfallursache „berauschende Mittel“ noch größere Bedeutung und beträgt hier 21,6 %.

 

Unfälle unter Alkohol- / Drogeneinfluss

Die alkoholbedingten Verkehrsunfälle gingen von 916 auf 807 und somit um 11,9 % zurück (Land Hessen = minus 8,4 %). Dabei kamen 7 Personen ums Leben und 106 wurden schwer verletzt (2007: 10 Tote und 117 Schwerverletzte).

Um die Hauptunfallursache Alkohol weiter zurück zu drängen, wurden neben den präventiven Maßnahmen wie die „Aktion BOB“ auch die Kontrollen intensiviert.

So wurden im vergangenen Jahr 2325 Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Fahrzeugführer aller Altersgruppen wegen Fahrens unter Alkohol und Drogeneinfluss eingeleitet, die bei der Verkehrsüberwachung auffielen. Das sind ca. 21 % mehr als im Jahr 2007 (1922 Verfahren).

Die Zahl der registrierten Unfälle unter Drogeneinfluss oder anderen berauschenden Mitteln ist von 40 auf 65 angestiegen. Zudem wurden wegen Verdachts von Fahrten unter Betäubungsmitteleinfluss ohne Unfallhintergrund 875 Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Fahrzeuglenker eingeleitet (Vorjahr 663). Hier macht sich neben der gesteigerten Kontrollaktivität auch die gezielte  Fortbildung der Polizeibeamten in Bezug auf das Erkennen von Rauschmittelkonsum bemerkbar. Das bedeutet auch künftig für Verkehrsteilnehmer unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss ein höheres Entdeckungsrisiko.

 

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort:

Die Zahl der Fälle mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort – landläufig „Unfallflucht“ genannt -  ist ebenfalls deutlich von 6023 auf 5399 und somit um 10,4 % gesunken.

Die Aufklärungsquote konnte wiederum geringfügig gesteigert werden und beträgt rund 39,5 %. Nach wie vor ist der Anteil der Unfälle mit Flucht am Gesamtunfallaufkommen hoch. Er beträgt im Jahr 2008, 24,7 %, das heißt bei nahezu jedem vierten von der Polizei aufgenommenen Unfall hat ein Beteiligter die Unfallstelle unerlaubt verlassen und zumindest versucht, andere Verkehrsteilnehmer auf einem von Flüchtigen verursachten Schaden sitzen zu lassen. Dabei ist Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort kein Kavaliersdelikt, denn § 142 Strafgesetzbuch sieht hierfür eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe vor.

 

Projekt verkehrssicher in mittelhessen“

 

Ein Polizist unterhält sich mit drei Personen und deutet dabei auf das Plakat mit dem Schriftzug "verkehrssicher in mittelhessen"Das Projekt verkehrssicher-in-mittelhessen mit der Aktion BoB ist schwerpunktmäßig auf die Zielgruppe der 18 - 24-jährigen ausgerichtet, da diese überproportional an schweren Verkehrsunfällen beteiligt sind.

Im Jahr 2007 verursachten die 18-24-jährigen insgesamt 4110 Verkehrsunfälle, im Jahr 2008 waren es 3981 Unfälle (minus 3,1 %). 2007 wurden dabei 1461 Personen verletzt oder getötet, 2008 waren es 1.411 (minus 3,4 %).

Im Vorjahr standen 245 Unfallverursacher im Alter von 18- bis 24-Jahren unter dem Einfluss von Alkohol, 2008 waren es noch 199 (ca. minus 19 %).

„Hier scheint sich insbesondere die „Aktion BoB“ bezahlt zu machen“, sagt Manfred Kaletsch, der Projektleiter von verkehrssicher-in-mittelhessen“ (Aktionsplakat rechts) , zumal der Rückgang der Alkoholunfälle auf Landesebene in dieser Zielgruppe nicht so deutlich ausgefallen ist (ca. 10 %).

Die Unfälle mit schweren Folgen (mit Toten und Verletzten), verursacht durch 18- bis 24-Jährige, gingen von 1.006 im Jahr 2007 auf 980 im Jahr 2008 zurück. Dabei standen im vergangenen Jahr 104 Personen unter Alkoholeinfluss, im Jahr davor waren es noch 118.

 

 

BOB

BOB-AnhängerDer BOB übernimmt Verantwortung. Er trinkt keinen Alkohol! Er bleibt nüchtern!

Er fährt seine Freunde oder Kollegen nach einer Partynacht sicher nach Hause.

Mit diesemgeringen Aufwand leistet ein BOB einen erheblichen Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Sein Erkennungszeichen: ein knallgelber Schlüsselanhänger! (Foto rechts)

Zeigt der BOB  in einer Gaststätte, die an dem Programm teilnimmt, den Schlüsselanhänger vor, erhält er ein kostenloses alkoholfreies Getränk.

„BOB- Betriebe“ sind an dem Aufkleber an der Tür zu erkennen.

Inzwischen unterstützen schon annähernd 300 gastronomische Betriebe BOB; über 60.000 der begehrten BOB-Schlüsselanhänger wurden bereits verteilt. Eine aktuelle Liste sowie alle weiteren Informationen findet man im Internet unter www.aktion-bob.de.

 

Landkreise und Autobahnen:

 

Die Unfallzahlen der Landkreise des PP Mittelhessen und der Polizeiautobahnstation im Überblick :

Unfallzahlen Landkreise und Autobahn

Weitere Informationen zum Unfallgeschehen in den Landkreisen werden in den nächsten Tagen durch die Regionalen Verkehrsdienste in Zusammenarbeit mit den Polizeidirektionen veröffentlicht.

 

Autobahn

Im Jahr 2008 wurden auf den heimischen Autobahnen 2651 Verkehrsunfälle polizeilich registriert; insgesamt 17,1 % weniger als im Vorjahr (3199).

Die weitere Bilanz: 11 Unfalltote (Vorjahr 7), ein Rückgang von 599 auf 546 Verletzte (minus 8,8 %) und ein Sachschaden von 18,15 Mio. Euro (minus 12,3 %).

Hauptunfallursachen auf den Autobahnen waren wie im Vorjahr Geschwindigkeit (24,3 %), Abstand (23,2 %) und Fehler beim Überholen (14,1 %).

 

Ankündigung für 2009

„Das Projekt verkehrssicher-in-mittelhessen wird auch im Jahr 2009 mit Nachdruck fortgesetzt. Schwerpunkte bilden dabei wie bisher die Präventionsmaßnahmen wie die „Aktion-BOB“; die Workshopangebote für die Zielgruppe der 18-24-Jährigen werden weiter ausgebaut. Nur damit ist auch die erforderliche Nachhaltigkeit zu erreichen“, sagte Polizeipräsident Schweizer.

Die vermehrten Kontrollen in Bezug auf Alkohol und Drogen werden beibehalten und die Geschwindigkeitskontrollen werden insbesondere außerhalb der normalen Tageszeiten noch intensiviert. Damit sollen insbesondere die schweren Unfälle weiter reduziert werden.

 

Weitergehende Informationen  zum Thema verkehrssicher-in-mittelhessen und Aktion BOB finden Sie im Internet unter:

Internetadresse: "www.verkehrssicher-in-mittelhessen.de"

 

und zum Thema BOB 2 rote Pfeile hier sowie auf der gemeinsamen Aktionsseite unter:

Schriftzug - www.aktion-bob.de

 

Logo Polizeipräsidium Mittelhessen (Hessenlöwe mit Sternen) Unfallstatistik 2008 für Mittelhessen 120 KB


Logo Landkreis Gießen Unfallstatistik 2008 für den Bereich des Landkreises Gießen 32 KB


Logo Landkreis Marburg-Biedenkopf Unfallstatistik 2008 für den Bereich des Landkreises Marburg-Biedenkopf 36 KB


Logo Landkreis Lahn-Dill Unfallstatistik 2008 für den Bereich des Landkreises Lahn-Dill 25 KB


Logo Landkreis Wetterau Unfallstatistik 2008 für den Bereich des Landkreises Wetterau 150 KB


 

2 rote Pfeile zur Unfallstatistik 2007