Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
12.01.2009

Polizeipräsident Manfred Schweizer stellt die Kriminalstatistik 2008 für Mittelhessen vor

Beste Sicherheitsbilanz für Mittelhessen:

Zahl der Straftaten auf Tiefststand  – hervorragende Aufklärungsquote von 59,2 %

Rückgänge bei Einbruchsdiebstahl, Straßen- und Gewaltkriminalität

Polizeipräsident Manfred Schweizer„Mittelhessen ist so sicher wie noch nie“, stellte Polizeipräsident Manfred Schweizer bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik für das vergangene Jahr fest. Er zeigte sich sehr zufrieden mit diesem Ergebnis und der damit erreichten guten Sicherheitslage für die Menschen in den vier mittelhessischen Landkreisen Gießen, Lahn-Dill, Marburg-Biedenkopf und in der Wetterau.

 

Besonders erfreulich ist, dass die Kriminalitätsentwicklung im Jahr 2008 ein weiteres Mal deutlich rückläufig war. Die Zahl der Straftaten, die zwischen Bad Vilbel und Biedenkopf sowie zwischen Herborn und Laubach verübt wurden, sank um 5,0 %
(- 2.820) auf 53.417. „Damit ist die niedrigste Straftatenzahl seit Gründung des Polizeipräsidiums Mittelhessen im Jahr 2001 und in der Zeit davor zu verzeichnen“, betonte Schweizer. Ein weiterer überaus positiver Aspekt ist die Aufklärungsquote, die im Vergleich mit 2007 um 1%-Punkt auf einen Spitzenwert von 59,2 % gesteigert werden konnte.

Logo Polizeipräsidium Mittelhessen (Hessenlöwe mit Sternen)In den letzten vier Jahren gelang es, das Straftatenaufkommen von der Höchstzahl mit 63.759 Delikten in 2004 um 10.342 Fälle zu senken. „Ein derartiger Rückgang um 16,2% ist ein riesiger Erfolg. Er dokumentiert aber vor allem einen erheblichen Sicherheitsgewinn für die Menschen in unserer Region“, so Schweizer weiter. Damit verringerte sich die Gefährdung und Belastung durch Kriminalität -gemessen an der Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner (Häufigkeitszahl)- im Präsidialbereich Mittelhessen binnen Jahresfrist von 5.270 auf 5.015; im 5-Jahres-Vergleich ist diese erfreuliche Differenz noch deutlich ausgeprägter, und zwar 5.958 zu 5.015. Die aktuelle Häufigkeitszahl liegt erheblich unter dem Landesdurchschnitt von 6.708 und festigt die mittelhessische Position auf einem Spitzenplatz der sichersten Regionen im Lande.

Nicht minder positiv entwickelte sich die Aufklärungsquote. Sie stieg seit 2001 von 51,2 % auf 59,2 % im Jahr 2008. „Mit diesem hervorragenden Ergebnis schneidet Mittelhessen im landes- und bundesweiten Vergleich bestens ab. Es zeigt, dass die mittelhessische Polizei auf dem richtigen Weg ist“, sagte Schweizer. Der Polizeipräsident sieht in der hohen Aufklärungsquote auch ein Signal an potenzielle Täter, dass das Risiko erwischt zu werden in Mittelhessen besonders hoch ist und ein Großteil aller Straftäter seiner gerechten Strafe zugeführt werden kann.

„Diese großartige Bilanz ist eine Bestätigung der erfolgreichen polizeilichen Arbeit. Sie ist durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der mittelhessischen Polizei mit zielführenden Konzepten, steter Präsenz, intensiver Prävention, modernen Ermittlungsmethoden, guter Ausstattung und harter Arbeit erzielt worden. Für die Bürgerinnen und Bürger in unserer Region haben wir das bereits bestehende sichere Umfeld nochmals kräftig ausgebaut. Der historische Tiefststand der Straftaten weist den bislang besten Sicherheitsstandard für Mittelhessen aus“, so der Polizeipräsident weiter.

Straftatenrückgänge sind nahezu in allen Deliktsgruppen zu verzeichnen.

So sind Delikte der Gewaltkriminalität, hierzu zählen gefährliche und schwere Körperverletzung, Raub, Vergewaltigung und Kapitalverbrechen, in Mittelhessen weniger geworden. Ihre Zahl sank um 1,4 % (-29) auf 2.109 Fälle. „Damit setzt sich der rückläufige Trend der vergangenen zwei Jahre fort“, stellte Schweizer fest. Die Aufklärungsquote in dieser Deliktsgruppe liegt bei sehr beachtlichen 83,3 %.

Demgegenüber sind die Delikte gegen die persönliche Freiheit um 12,0% auf 2025 Straftaten angestiegen. Allein die hierbei erfassten 367 Fälle von Nachstellung (238 StGB) waren für die Zunahme dieser Deliktsgruppe ursächlich. Der im April 2007 neu eingeführte Straftatbestand Nachstellung, auch Stalking genannt, wirkte sich erstmals für das letzte Jahr in der PKS aus.

Auch der permanente Anstieg der leichten Körperverletzungen hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt, und zwar um 3,5% (+104) auf 3.109 Fälle.

Ursache für diese Entwicklung ist die schon seit längerem zu beobachtende niedrigere Gewaltschwelle in Konfliktfällen sowie die höhere Anzeigebereitschaft.

PolizeistatistikBesonders zufriedenstellend ist der erhebliche Rückgang bei der Diebstahlskriminalität, die mit 36,3% den größten Anteil am Gesamtstraftatenaufkommen hat. Vor sieben Jahren lag dieser Anteil noch bei 47,5%. Die Diebstähle gingen gegenüber dem Vorjahr um 8,5% (-1.811) auf 19.380 Fälle zurück. Fälle des einfachen Diebstahls nahmen um 3,5% (-444) auf 12.148 Straftaten ab. Beim schweren Diebstahl wurden mit 7.323 Fällen 15,9% (-1.367) weniger registriert als im Vorjahr. Starke Rückgänge gab es vor allem beim schweren Diebstahl von Kraftfahrzeugen (-37,2%) und in/aus Kfz (-34%). Dies hat wesentlich dazu beigetragen, dass gerade Straftaten, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger besonders berühren, zurückgedrängt werden konnten. Die sogenannte Straßenkriminalität, die auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen begangen wird, ist um 826 Fälle (-7,3%) gesunken. Für die Menschen bedeutet dies weniger Grund zur Angst im öffentlichen Raum.

Insbesondere auch der das Sicherheitsempfinden und die Privatsphäre stark beeinträchtigende Wohnungseinbruchsdiebstahl ist nochmals um 171 auf 832 Fälle reduziert worden. Damit konnte der seit Jahren rückläufige Trend fortgesetzt werden.

Auch die Vermögens- und Fälschungsdelikte gingen weiter zurück. Mit einem Minus von 4,9% gab es im vergangenen Jahr 560 Fälle weniger als im Jahr 2007. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote von 74,9% auf 80,3%. Der Betrug mit 481 Fällen weniger (- 5,3%) hatte dabei den größten Anteil.

Die Internetkriminalität ist im Vergleich zum Vorjahr um 51 Straftaten zurückgegangen. Damit ist der seit 2005 ansteigende Trend gestoppt worden. Die Vermögens- und Fälschungsdelikte im Zusammenhang mit Auktionsplattformen mit 1.830 Straftaten haben den größten Anteil an der Internetkriminalität.

Die Anzahl der sonstigen Delikte im Internet, darunter Verbreiten pornographischer Schriften und Verstöße gegen das Urheberrechtsgesetz, hat sich im Vergleich zum letzten Jahr um 230 Fälle auf 734 Straftaten verringert.

„Im Jahr 2007 waren aufgrund der zunehmenden Anforderungen in allen Polizeipräsidien neue Internetkommissariate eingerichtet worden. Mit Hilfe der Spezialisten konnte der Straftatenbereich effektiver bearbeitet werden“, sagte Manfred Schweizer.

Die Sachbeschädigungen sind nach einem Anstieg im Jahr 2007 um 7,9% auf 6.836 Fälle im Jahr 2008 mit 6.843 Delikten nahezu gleich geblieben.

Das gilt auch für die Rauschgiftdelikte, die mit 2.162 Fällen auf dem Vorjahresstand stagnierten. Dieses Ergebnis belegt, dass mit dem bereits in den Vorjahren intensivierten und beibehaltenen Kontroll- und Fahndungsdruck das Dunkelfeld im Bereich dieser „Holkriminalität“ im gleichen Umfang aufgehellt werden konnte.

Im Dienstbezirk des Polizeipräsidiums Mittelhessen gab es 21 Drogentote. Das ist einer mehr als im Jahr zuvor.

Einbrecher steigt mit Diebesgut aus einem FensterDie Zahl der ermittelten Tatverdächtigen ging in 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 4,1% auf 23.221 zurück. Davon waren 76,2% männlich und 23,8% weiblich.

Nichtdeutsche Tatverdächtige hatten einen leicht rückläufigen Anteil von 20,5% (Vorjahr 20,9%) an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen. Der Anteil der Kinder an den Tatverdächtigen beträgt 3,8% (Vorjahr 4,3%). Jugendliche und Heranwachsende sind mit 11,7% (Vorjahr 12,9%) und 9,8% (Vorjahr 9,6%) als Tatverdächtige erfasst.

Absolut gesehen hat die Zahl jugendlicher Tatverdächtiger bei der Gesamtkriminalität um 7,0% auf 2.710 abgenommen. Bei den Heranwachsenden gab es mit 2.296 genau 1% weniger Tatverdächtige.

„Die Kriminalstatistik 2008 für Mittelhessen ist ein eindrucksvoller Beleg für die Professionalität und den Einsatz der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten“, lobte Polizeipräsident Schweizer. Er kündigte an, dass die mittelhessische Polizei den eingeschlagenen Weg zur Verbesserung der Sicherheit in der Region konsequent weiter verfolgen wird. Dabei werde über die bisherige Vorbeugungsarbeit hinaus im Zuge der landesweiten Präventionsoffensive vor allem der Kriminalität von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden sukzessive noch stärker begegnet.