Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
22.05.2015

Verkehrsunfallstatistik 2014 für das Polizeipräsidium Mittelhessen

Neu - für den Landkreis Gießen

Logo des Polizeipräsidiums Mittelhessen

  • Zahl der Verkehrsunfälle weiter gesunken – 

 

  • Weniger verletzte Personen  - 

 

  • Präventionsmaßnahmen zeigen Wirkung

 

198 Verkehrsunfälle wurden im Jahr 2014 im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen weniger registriert als im Vorjahr. Auch die Zahl der getöteten und verletzten Personen ging um 132 zurück.

 

Polizeipräsident Manfred SchweizerPositiv ist auch, dass unsere Aktion BOB mit der Zielgruppe der 18 bis 24 – Jährigen weiter sehr positiv ankommt. Es ist sehr erfreulich, dass die von dieser Zielgruppe verursachten alkoholbedingten Unfälle nochmals auf 106 zurückgingen. Zu Beginn unserer Aktion im Jahr 2006 mussten wir noch 288 solcher Unfälle registrieren“, so Polizeipräsident Manfred Schweizer (Foto) bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2014.

 

Die Bekämpfung geschwindigkeitsbedingter Unfälle, die weiterhin zu den Hauptursachen zählen,  wird auch 2015 wieder eine große Bedeutung für die Polizei haben. Im Rahmen der Aktion (B)Rennpunkt Geschwindigkeit wird die mittelhessische Polizei an dem europaweiten  24 – Stunden Blitzmarathon am 16. April 2015 teilnehmen.

Neben dieser Präventionsmaßnahme wird das Programm „verkehrssicher-in-mittelhessen“ in den vier mittelhessischen Landkreisen Gießen, Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill und Wetterau weiter vorangetrieben. So wurde neben Aktionen wie BOB im vorletzten Jahr die  Verkehrspräventionsaktion MAX für Seniorinnen & Senioren ins Leben gerufen und zuletzt auch weiter ausgeweitet.

 

Entwicklung der Gesamtunfälle in Mittelhessen der letzten acht Jahre

 

Die Entwicklung der Gesamtunfälle in Mittelhessen der letzten acht Jahre im Polizeipräsidium Mittelhessen

Zahl der verunglückten Personen weiter zurückgegangen:

Die Gruppe der Getöteten und Schwerverletzten betrachtet die Polizei grundsätzlich zusammen, da es oft an verschiedenen und nicht beeinflussbaren Umständen abhängt, ob ein Unfallbeteiligter zu Tode kommt bzw. schwer- oder leicht verletzt wird. Bei vielen schweren Unfällen spielt es auch eine Rolle, ob eine oder mehrere Personen davon betroffen sind.

Die Zahl der verunglückten Personen sank um 132 auf 4.686 Personen. Dabei kamen 2014 insgesamt 44 Personen ums Leben. 812 Personen wurden schwerverletzt. 3.830 Personen wurden leicht verletzt.

 

Unfälle unter Alkohol und Drogeneinfluss auf neuem Tiefstand:

Erfreulich ist auch die Entwicklung bei den Unfällen, die im vergangenen Jahr unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen verursacht wurden. Bei den Unfällen, die durch alkoholisierte Personen begangen wurden, kam es zu einem Rückgang um 36 auf 580. Dies bedeutet einen neuen Tiefstand innerhalb der letzten neun Jahre. 37 dieser Verursacher standen sowohl unter dem Einfluss von Alkohol als auch unter dem Einfluss von Drogen (sogenannter Mischkonsum). Weitere 76 Fahrzeugführer verursachten unter alleinigem Drogeneinfluss einen Verkehrsunfall.

Bei allen Unfällen, die unter dem Einfluss berauschender Mittel verursacht wurden, kamen sechs Personen ums Leben. 69 Personen wurden schwer verletzt.

„Es ist für uns eine Bestätigung der polizeilichen Arbeit. Die von uns und von anderen Partnern durchgeführten Präventionsaktionen sowie die polizeilichen Kontrollen haben dazu beigetragen, dass diese Unfallzahlen weiter gesunken sind. Wir werden aber auch in Zukunft unsere Bemühungen nicht verringern“, so der mittelhessische Polizeipräsident Manfred Schweizer.

 

Entwicklung der Alkohol- und Drogenunfälle:

Die Entwicklung der Alkohol- und Drogenunfälle in Mittelhessen

 

Geschwindigkeit: Negativtrend gestoppt - Rückgang um 300 Unfälle

Bei den Unfällen, die im vergangenen Jahr wegen überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit verursacht wurden, kam es zu einer Reduzierung von 300 auf 1.996. Konnte in den Jahren zuvor noch ein leichter Anstieg festgestellt werden, so sanken die Geschwindigkeitsunfälle erstmals auf unter 2.000 Unfälle

Trotz dieses Rückgangs zählt der Faktor Geschwindigkeit immer noch zu den Hauptunfallursachen mit teils erheblichen Folgen. Bei den Unfällen wurden im letzten Jahr insgesamt 253 Personen schwer verletzt oder kamen ums Leben.

 

Entwicklung der Geschwindigkeitsunfälle:

Die Entwicklung der Geschwindigkeitsunfälle in Mittelhessen

 

Unfallflucht: Weniger Unfallfluchten  -  Weiter hohe Aufklärungsquote

Bei den sogenannten Unfallfluchten war festzustellen, dass es zuletzt nochmals zu einem Rückgang der angezeigten Straftaten kam. Dies bedeutet einen neuen Tiefstwert von 5.533 innerhalb der letzten sechs Jahre bei einer etwa gleich hohen Aufklärungsquote von 38,1 Prozent. Das „unerlaubte Entfernen vom Unfallort“ macht jedoch weiterhin etwa ein Viertel aller gemeldeten Unfälle aus.

„Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort stellt ein sozialschädliches und kriminelles Verhalten dar, bei dem die Geschädigten häufig auf ihren Kosten sitzenbleiben“, betonte Polizeipräsident Manfred Schweizer. Er appelliert erneut an Zeugen eines Verkehrsunfalls, bei dem der Verursacher oder die Verursacherin sich ohne um den Schaden zu kümmern, entfernt: „Merken Sie sich die Personenbeschreibung des Fahrers, Merkmale des Fluchtwagens und möglichst das Kennzeichen und zögern Sie nicht, die Polizei zu informieren. Mit ihrer Hilfe und der Ermittlungsarbeit der Polizei wird es möglich sein, die bisherige Aufklärungsquote weiter zu steigern und eine größere Zahl von Unfallflüchtigen ihrer straf- und zivilrechtlichen Verantwortung zuzuführen.“

Entwicklung der Unfallfluchten mit Aufklärungsquote:

Die Entwicklung der Unfallfluchten mit Aufklärungsquote in Mittelhessen

 

Wildunfälle weiter zurückgegangen:

Zurückgegangen sind auch die Wildunfälle um 191 auf zuletzt 4.092. Eine Analyse dieser Wildunfälle ergibt eine Verteilung auf das ganze Jahr mit Spitzen im April sowie im Oktober, November und Dezember. Sie verteilen sich fast gleichmäßig auf alle Wochentage, passieren aber meist in der Abenddämmerung, zur Nachtzeit und am frühen Morgen.

Siehe dazu beide Diagramme Verkehrsunfälle (Verteilung Monate / Tageszeit):

Zurückgegangen sind auch die Wildunfälle in Mittelhessen - Siehe dazu beide Diagramme Verkehrsunfälle (Verteilung Monate / Tageszeit)

Verkehrsteilnehmer sollten vor allem zu diesen Zeiten bei Fahrten außerhalb geschlossener Orte und in Waldgebieten besonders vorsichtig fahren, die Verkehrszeichen beachten und immer mit dem Queren von Wild rechnen.

 

Aktion BOB - Hauptmotiv an der Bar18 bis 24 – Jährige und die Aktion BOB  -  Zahlen gehen weiter nach unten:

Acht Jahre nach der Einführung der überregional bekannten Aktion BOB ist die Zahl der Alkoholunfälle bei der Zielgruppe der 18- bis 24 – Jährigen weiter rückläufig. Die Anzahl dieser Unfälle verringerte sich nochmals um 17 auf 106. Bereits 2007 hatte das Polizeipräsidium Mittelhessen im Rahmen des Verkehrspräventionsprojektes verkehrssicher-in-mittelhessen“  die Aktion BOB ins Leben gerufen, um die alkoholbedingten Unfälle der 18 bis 24 – jährigen Verkehrsteilnehmer zu reduzieren. Seit dem Start dieser Aktion ist die Zahl der Alkoholunfälle bei dieser Altersgruppe um 63,2 Prozent zurückgegangen. Mehr dazu unter: hier

Das Diagramm stellt die Unfälle der 18 bis 24 – Jährigen als Unfallverursacher unter Alkoholeinfluss seit 2006 dar:

Das Diagramm stellt die Unfälle der 18 bis 24 – Jährigen als Unfallverursacher unter Alkoholeinfluss seit 2006 dar - mit BOB-Schlüsselanhänger

Insgesamt verursachten die jungen Erwachsenen im vergangenen Jahr 3.455 (16 Prozent) aller Unfälle. Bei diesen Unfällen kamen sieben Personen ums Leben. 199 wurden schwer verletzt.

 

Plakat zur Aktion MAX - Eine Verkehrspräventionsaktion für Seniorinnen & Senioren des Polizeipräsidiums Mittelhessen - MAXimal mobil bleiben – mit Verantwortung! Generation 65plus: Präventionsangebot MAX (mobil bleiben – mit Verantwortung)

Die Senioren (sogenannte Generation 65 plus) verursachten im Jahr 2014 insgesamt 2.229 Verkehrsunfälle. Damit nahmen die von einem beteiligten dieser Altersgruppe verursachten Unfälle seit 2006 um 26 Prozent zu.

Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge wird die Generation 65 plus immer größer und mobilitätsbewusster. Die Senioren gehören heute nicht zum „Alten Eisen, sie sind fit und nehmen aktiv am Leben teil. Dennoch lassen im fortgeschrittenen Alter die Kräfte etwas nach. Das kann zu Unsicherheiten bei der Verkehrsteilnahme zu Fuß, mit dem Rad, der Bahn, dem Bus oder dem PKW führen. Hier setzt im Zuge der mittelhessischen Verkehrspräventionsarbeit die im vorletzten Jahr gestartete Aktion MAX ein. Sie soll durch Aufklärung dazu beitragen, Probleme zu erkennen, darauf zu reagieren und die Verkehrssicherheit zu steigern. Mehr dazu hier

„Ich hoffe, dass diese Aktion ebenso erfolgreich laufen wird wie BOB. Den Startschuss haben wir bereits 2013 im Landkreis Gießen gegeben und zuletzt auf den Lahn – Dill – Kreis ausgeweitet. Weiter ist geplant, dass diese Aktion auf den ganzen Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen auszudehnen. Dies ist ein weiterer Baustein des umfangreichen Präventionsprojektes verkehrssicher-in-mittelhessen“, so Polizeipräsident Manfred Schweizer.

 

Autobahnpolizei Mittelhessen meldet moderaten Anstieg der Unfallzahlen – Erfreuliche Entwicklung in der Langzeitbetrachtung

Die Gesamtzahl der Unfälle im Bereich der Polizeiautobahnstation Mittelhessen, die rund 190 Autobahnkilometer, unter anderem die Hauptverkehrsadern A 5 und A 45 betreut,  ist seit Jahren auf einem etwa gleichbleibend niedrigen Niveau, auch wenn die Unfallzahlen im Jahr 2014 von 2.438 auf 2.558 und somit um 4,9 % angestiegen sind.

Die Gesamtzahl der Unfälle im Bereich der Polizeiautobahnstation Mittelhessen

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden stieg um 11,5 Prozent  - von 298 auf 337. Bei  diesen 337 Unfällen kamen 567 Menschen zu Schaden, 4,4 % mehr als 2013. Die Zahl der Unfalltoten lag – wie im Vorjahr - bei 5. Die  Zahl der Schwerverletzten sank von 96 auf 80, während die Zahl der Leichtverletzten von 442 auf 482 zunahm.

Hauptunfallursachen waren zu hohe Geschwindigkeit (23,5 %), falsches Überholen (21,4 %) und zu geringer Abstand (20,8 %). Für das Jahr 2014 wurden insgesamt 38 Unfälle unter  Alkoholeinfluss (Vorjahr = 39) registriert. Gemessen an der Gesamtzahl der Unfälle fällt deren Anteil mit 1,5 % vergleichsweise gering aus. Gleichwohl sind deren Folgen wegen der vergleichsweise hohen Fahrgeschwindigkeit besonders markant, denn bei fast jedem zweiten alkoholbedingten Unfall wurden Personen zum Teil schwer verletzt. 

 

Ausblick auf 2015: Weitere Maßnahmen geplant

Trotz des beschriebenen Rückgangs bei den Verkehrsunfällen auf den Landstraßen waren dort etwa zwei Drittel der Verkehrsunfalltoten zu verzeichnen. Aus diesem Grund soll bei der Verkehrspräventionsarbeit weiter ein Schwerpunkt bei der Aktion „Sichere Landstraße“ liegen. Der bundesweite   Blitzmarathon am 16. April 2015 soll nochmals auf die Gefahren hinweisen und aufzeigen, dass Rasen kein Kavaliersdelikt ist.

Innerhalb des Präventionsprogrammes verkehrssicher-in-mittelhessen wird die Aktion BOB sowie MAX weiter fortgesetzt.

 „Zusammen mit verstärkten Verkehrskontrollen mit Schwerpunkt für die Bereiche „Geschwindigkeit“ und „Alkohol und Drogen“ wird die Polizei auch im Jahr 2015 zur Steigerung der Verkehrssicherheit in Mittelhessen beitragen“, so Polizeipräsident Manfred Schweizer abschließend

Abschließend lobte der Polizeipräsident die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Polizei in Mittelhessen mit allen anderen Behörden, Ämtern, Verbänden und Institutionen, die für die Verkehrssicherheit Verantwortung tragen oder sich für diese wichtige Aufgabe engagieren.


Die Unfallstatistiken der einzelnen Polizeidirektionen folgen in Kürze!

 


 

Über den folgenden 2 rote Pfeile Link finden Sie die Verkehrsunfallstatistiken der vorherigen Jahre.

Weitergehende Informationen zum Verkerspräventionsprogramm verkehrssicher-in-mittelhessen mit den Aktionen BOB und MAX finden Sie unter:

Internetadresse:

sowie auf der gemeinsamen externen Aktionsseite:

Schriftzug - www.aktion-bob.de

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