Hessische Polizei - Polizeiautos
 
28.01.2016

5. Opferschutztagung am 13.01.2016 im Hessischen Landeskriminalamt

Vortrag mi den Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Opferschutztagung 2016 im Hessischen Landeskriminalamt

Zur 5. Opferschutztagung des Hessischen Landeskriminalamtes begrüßte Frau Thurau Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Opferhilfe, Justiz und Polizei. Die Veranstaltung, die regelmäßig große Resonanz bei Verantwortlichen aus Opferhilfe und Polizei findet, war in diesem Jahr durch die zahlreichen Anmeldungen aus den Reihen der Justiz nahezu paritätisch besetzt.

Zu Beginn gab Frau Bopp, Hessisches Landeskriminalamt, einen Einblick in die Neuerungen des 3. Opferrechtsreformgesetzes. Sie stellte in Aussicht, dass die Umsetzung der Reform für die hessische Polizei keine wesentlichen Änderungen bringt. Vielmehr sei vieles, was schon jetzt gängige Praxis sei, Gegenstand des neuen rechtlichen Regelwerkes geworden.

Nach der Kaffeepause berichtete Frau Mergenthal, PP Mittelhessen, sehr eindrucksvoll von Ihren Erfahrungen bei der Vernehmung von Kindern und Jugendlichen. Sie erläuterte die Rechtslage und veranschaulichte in Ihrem Vortrag, wie im schwierigen Arbeitsfeld der Bearbeitung von Sexualdelikten der „professionelle Umgang“ mit minderjährigen Opfern und ihren gesetzlichen Vertretern umgesetzt werden kann.

Zu einem regen Austausch lud Herr. Dr. Wegerich, StA Frankfurt/M., in seinem Vortrag „Opferrechte aus Sicht der Staatsanwaltschaft“ ein. Er thematisierte das Recht der Verletzten, über einen Rechtsbeistand Akten einzusehen. Diese Akteneinsicht könne, sofern sie der Vorbereitung der Verletzten auf die Zeugenaussage in der Hauptverhandlung diene, die Prüfung ihrer Glaubhaftigkeit erschweren, insbesondere bei einer Aussage-gegen-Aussage-Konstellation.

Über die Voraussetzungen und den Nutzen des Täter-Opfer-Ausgleichs referierte Herr Dr. Gebhardt, Vorsitzender der Wiesbadener Hilfe. Die Täterin oder der Täter müsse sich mit dem begangenen Unrecht auseinander setzen, und das Opfer könne Genugtuung im eingeräumten Unrecht, der Entschuldigung und der Wiedergutmachung finden.

Danach stellte Herr Dr. Gebhardt das Gesetz über die psychosoziale Prozessbegleitung im Strafverfahren (PsychPbG) vor, welches zum 01.01.2017 in Kraft treten wird. Die psychosoziale Prozessbegleitung ist eine besondere Form der nicht rechtlichen Begleitung im Strafverfahren für besonders schutzbedürftige Verletzte. An die Begleitung sind besondere Anforderungen, wie eine spezielle Ausbildung der Begleiter und das Trennungsgebot zwischen Beratung und Begleitung, geknüpft.

Mit ihrem Vortrag zum OEG-Trauma-Netzwerk rundete Frau Berghöfer, RP Gießen, die gelungene Veranstaltung ab. Das OEG-Trauma-Netzwerk für Opferbetreuung und Opfersoforthilfe beinhaltet ein flächendeckendes Angebot von Therapieplätzen, eine schnelle Bewilligung der Therapien und damit eine zeitnahe Hilfe und Beratung für Opfer nach Gewalttaten.

Hier gelangen Sie zum OEG-Trauma-Netzwerk beim RP Gießen

Zum Ende bedankte sich Frau Bopp bei den Referentinnen und den Referenten für die gelungenen Vorträge, bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die Aufmerksamkeit und die abwechslungsreichen Beiträge und bei Ihren Kolleginnen und Kollegen für die Unterstützung bei der Durchführung der Tagung.

Eine interessante und spannende Veranstaltung, die aufgrund der zahlreichen Anmeldungen, die nicht alle berücksichtigt werden konnten, am 19.04.2016 an der Polizeiakademie Hessen wiederholt wird.