Hessische Polizei - Polizeiautos
 
17.07.2017 | Hessisches Landeskriminalamt

Bundeseinheitliche Richtlinie für Überfall-/Einbruchmeldeanlagen bzw. Anlagen für Notfälle/Gefahren mit Anschluss an die Polizei (ÜEA-Richtlinie)

Neue ÜEA-Richtlinie zur direkten Alarmübertragung an die Polizei

Signalgeber

Die bisherige „Bundeseinheitliche Richtlinie für Überfall- und Einbruchmeldeanlagen mit Anschluss an die Polizei (ÜEA-Richtlinie) mit Stand Januar 2013 wurde von der polizeilichen Expertengruppe ÜEA unter dem Vorsitz der Polizeiakademie Hessen (HPA) überarbeitet.

Hautsächlich wurden mit der Überarbeitung folgende Themenfelder angepasst bzw. neu aufgenommen:

 

 

 

  • Anpassung der Alarmübertragungstechniken von PSTN/ISDN auf IP-Verbindungen nach der Normenreihe DIN EN 50136
  • Anpassungen der Alarmübertragen an die Normenreihe DIN EN 50518 und Führung der Übertragungen über eine Alarmempfangsstelle (AES)
  • Möglichkeit von Alarmübertragungen und Aufbau von Sprechverbindungen für Notfall- und Gefahrenreaktionssysteme (NGRS) nach der Normenreihe DIN VDE 0827
  • Verbesserung der Alarmvorprüfung und Intervention durch differenzierte Alarmübertragungen
  • Einführung eines ÜEA-Providerverfahrens zum bisherigen Konzessionsmodell unter Berücksichtigung der Normenreihe DIN EN 50518 sowie der neu vorgesehen Norm DIN VDE V 0827-11

Aufgrund der Aufnahme von NGRS-Systemen wurde der Titel der neuen Richtlinie wie folgt geändert:

„Bundeseinheitliche Richtlinie für Überfall-/Einbruchmeldeanlagen bzw. Anlagen für Notfälle/Gefahren mit Anschluss an die Polizei (ÜEA-Richtlinie) - Stand: Juli 2017“

Nach der Abstimmung mit den einschlägigen Fachverbänden und dem Durchlaufen der entsprechenden polizeilichen Ausschüsse hat der Arbeitskreises II "Innere Sicherheit" nunmehr dem Bund und den Ländern Ende Juni 2017 die verbindliche Anwendung der ÜEA-Richtlinie mit Stand Juli 2017 empfohlen.

Der Zeitpunkt der Umsetzung in den Bundesländern obliegt dem jeweiligen Bundesland. Neuanlagen sollen jedoch bereits unter Beachtung dieser neuen Ausgabe der ÜEA-Richtlinie projektiert und installiert werden. Nach Einführung durch das jeweilige Bundesland verliert die vorhergehende Fassung der ÜEA-Richtlinie mit Stand Januar 2013(bzw. nach Austausch der Anlagenbeschreibung mit Stand September 2015) ihre Gültigkeit.

Die einzelnen Bundesländer können in der Anlage 12 weitere länderspezifische Zusatzbestimmungen aufführen, die dann jeweils zusätzlich zu beachten sind.

Bei der Umsetzung ist zu beachten:

  • Die ÜEA-Richtlinie mit Stand Juli 2017 enthält in der Anlage 4 noch die Anlagenbeschreibung zu einer Videoüberwachungsanlage (VÜA) auf Basis der alten Auflösungsklassen der Richtlinie VdS 2366 : 2013-08 (02).  Eine Anpassung der VdS 2366 und die Anpassung der Anlagenbeschreibung für Videoüberwachungsanlagen (VÜA) an die neuen Auflösungsklassen der DIN EN 62676-4 sind in Bearbeitung.
  • Zudem enthält die ÜEA-Richtlinie mit Stand Juli 2017 in der Anlage 5a noch die Projektierungs- und Installationshinweise für Überfall- und Einbruchmeldeanlagen, die auf dem Stand der Richtlinie VdS 2311 : 2010-11 (04) beruhen. Eine Anpassung an die neue Ausgabe VdS 2311 : 2017-04 (05) ist ebenfalls in Bearbeitung.

Bundeseinheitliche Richtlinie für Überfall-/Einbruchmeldeanlagen bzw. Anlagen für Notfälle/Gefahren mit Anschluss an die Polizei (ÜEA-Richtlinie) - Stand: Juli 2017 (5 MB)