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13.01.2016 | Polizei Hessen

Falsche Microsoft-Anrufer

Falsche Microsoft-Anrufer
Die Betrugsmasche mit falschen Microsoft-Anrufern reißt nicht ab. Bei dieser Betrugsmasche aus dem Bereich des „Social Engineering“ rufen angebliche Mitarbeiter der Firma Microsoft willkürlich Haushalte an und teilen ihren Opfern mit, dass deren PC-System hochgradig gefährdet sei. Oft sprechen die Betrüger hierbei Englisch mit einem Akzent oder gebrochenes Deutsch.

Die Täter überreden ihr Opfer dazu, ihren privaten PC sofort hochzufahren und die Anweisungen der falschen Service-Kräfte zu befolgen.

Um ihre Opfer von der angeblichen Gefährdung zu überzeugen, verweisen die Kriminellen oft auf die Ereignisanzeige, in der auch bei ordnungsgemäß funktionierenden PC-Systemen häufig einige harmlose Fehler aufgelistet sein können.

Die Betrüger bieten ihren Opfern im nun folgenden Gespräch an, die angeblich bestehenden PC Probleme zu beseitigen. Hierbei werden die Internetnutzer dazu gedrängt, eine bestimmte Software zu installieren.

Bei dieser Software handelt es sich um eine Fernwartungssoftware. Diese wird auch legal eingesetzt, um sich von entfernten Orten auf einem PC anzumelden und diesen für Wartungsarbeiten oder Reparaturen fernzusteuern.

Im vorliegenden Fall jedoch erlaubt das arglose Opfer den Kriminellen, die volle Kontrolle über den eigenen PC auszuüben. Dies öffnet den Kriminellen Tür und Tor, um sensible Daten auszuspähen und weitere Schadsoftware auf das Zielsystem zu laden.

Der Nutzer gibt die Verfügungsgewalt über sein System vollständig aus der Hand.

Besonders dreist: Oft fordern die Betrüger für ihre „Dienste“ sogar noch die Überweisung einer „Service-Pauschale“ von bis zu 150€!

Neue Masche mit Pop-up Fenster

Neuerdings setzen die Täter aber auch auf sogenannte „Scareware“ (engl. scare ,erschrecken ‘ und Software), um ihre Opfer zu verunsichern und sie anschließend zu betrügen.

So sind nun erste Fälle bekannt geworden, bei denen sich ein Pop-up Fenster oder eine neue Registerkarte öffnet, in der dem Nutzer mitgeteilt wird, dass sein PC hochgradig gefährdet sei.

Den Nutzern wird suggeriert, dass sie sich nur schützen können, indem sie sofort den vermeintlichen Microsoft-Support kontaktierten. Hierzu wird eine 0800er Rufnummer eingeblendet.

Teilweise sind diese bedrohlich klingenden Betrugsversuche sogar mit einer Sprachansage unterlegt.

Ein Anruf der angezeigten Nummer verbindet dann direkt mit den Betrügern.

Was kann man tun, um sich zu schützen?

Der Kundenservice der Firma Microsoft kontaktiert seine Kunden niemals ungefragt!

Sollten Sie derartige Anrufe erhalten, beenden Sie das Telefonat am besten gleich wieder. Lassen Sie sich nicht durch Diskussionen mit den Betrügern aufs Glatteis führen. Geben Sie keinesfalls vertrauliche Daten von sich heraus!

Lassen Sie sich nicht durch „Scareware“ verunsichern.

Installieren Sie auf keinen Fall solche Software und folgen Sie nicht den Anweisungen der Betrüger.

Falls Sie unvorsichtig waren und bereits Software heruntergeladen haben, sollten Sie unbedingt Ihren PC vom Internet trennen und Ihr System bereinigen. Im Zweifelsfall kann eine Neuinstallation des Betriebssystems erforderlich sein, da ein einmal kompromittiertes System grundsätzlich als nicht mehr vertrauenswürdig anzusehen ist.

Falls Sie unsicher sind, ob die unerwünschte Software restlos entfernt wurde, nehmen Sie Kontakt zu entsprechenden Spezialisten auf.

Wenn Ihnen durch die Betrüger ein Schaden entstanden ist, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihre Polizei bzw. erstatten Sie Anzeige über unsere Onlinewache.

Allgemeine und weiterführende  Informationen rund um das Thema Sicherheit im Internet gibt es auch unter: www.polizei-beratung.de oder  www.polizei.hessen.de.