Hessische Polizei - Polizeiautos
 
17.03.2015

Betrugsmasche zum Nachteil von Autoverkäufern im Internet

Person telefoniert
Nachdem ein junger Mann sein Auto im Internet verkauft hatte, erhielt er einen Anruf einer männlichen Person mit ausländischem Akzent. Diese behauptete, dass vor ein paar Wochen gekaufte Fahrzeug sei kaputt und er wolle sein Geld zurück. Der Anrufer konnte so plausible Angaben zum Fahrzeug machen, dass der Verkäufer diesem zunächst glaubte, obwohl das Fahrzeug seiner Meinung nach in einem tadellosen Zustand übergeben wurde. Als der Verkäufer deshalb stutzig wurde und nachfragte, legte der Anrufer noch einmal nach und unterstrich seine Forderung mit der Aussage, den Verkäufer „umzubringen“, wenn er das Geld nicht überweisen würde. Dann wurde ersteinmal aufgelegt. Verständlicherweise blieb nach diesem Telefonat beim Verkäufer ein mulmiges Gefühl.

Da er aufgrund seines Kaufvertrages auch die Erreichbarkeit des Käufers hatte, rief er, nachdem der erste Schreck vergangen war, diesen an. Überraschender Weise ist dieser völlig überrascht, denn das erworbene Auto funktioniert einwandfrei und er ist überhaupt nicht interessiert daran den Kauf rückgängig zu machen.

Nach dieser ersten Erleichterung informiert der Verkäufer richtigerweise direkt die Polizei und erstattet Anzeige.  Versuchte räuberische Erpressung ist der korrekte Begriff für den erfüllten Straftatbestand wegen diesem nun ermittelt wird. Deutschlandweit sind solche Fälle mittlerweile bekannt geworden.

Doch wie kommen die Kriminellen an die Information?

Die Gemeinsamkeit aller Fälle liegt in der Veräußerung von Fahrzeugen im Internet. In verschiedenen Portalen bieten Privatpersonen und Firmen ihre Fahrzeuge zum Verkauf an bzw. versteigern diese. Die Kriminellen suchen sich gezielt Privatpersonen aus, deren Auktionen vor kurzem ausgelaufen sind. Auf gut Glück wählen sie die vorher im Netz für den Verkauf angegebenen Telefonnummer oder schreiben eine e-Mail an die angegebene Kontaktadresse des Verkäufers. Die Anrufer geben sich als der Käufer oder Bekannte des Käufers aus. Sie beschweren sich über erhebliche Mängel am Fahrzeug und fordern eine Rücküberweisung des Kaufbetrages oder zumindest eines Teiles davon. Da sie über die Fahrzeuge bereits einiges wissen, denn sie waren für den Verkauf im Internet ausführlich beschrieben, können dem Verkäufer viele Details dargestellt werden und ihre Position so glaubwürdig untermauern. Zudem drohen sie dem Angerufenen mit erheblichen Repressalien, wenn er der Forderung nicht nachkommt.

„Wir gehen davon aus, dass aufgrund der dreisten und überraschenden Vorgehensweise der Täter nicht alle Erpressungsversuche der Polizei mitgeteilt wurden. Bei Verkäufen über das Internet ist es ratsam, eine gesunde Skepsis beizubehalten. Sollte es nach einem Autoverkauf zu solchen Anrufen kommen, scheuen Sie sich nicht, die Polizei einzuschalten“, so Kriminaloberkommissar Christoph Schulte vom Hessischen Landeskriminalamt.

„Wir raten den Bürgerinnen und Bürgern im Zusammenhang mit der Nutzung von Verkaufsportalen im Internet:

  • Geben sie in Annoncen im Internet nur die notwendigsten Daten von sich preis.
  • Nutzen Sie im Rahmen der Übergabe seriöse Vertragsvordrucke
  • Lassen Sie sich einen gültigen Ausweis zeigen
  • Überprüfen Sie, ob das im Ausweis befindliche Lichtbild mit der vor Ihnen stehenden Person übereinstimmt 
  • Prüfen Sie vor einem Rückruf ihnen unbekannter Telefonnummern beispielsweise über eine Internetsuchmaschine. Insbesondere bei Nummern aus dem Ausland sollten sie skeptisch sein.
  • Notieren sie sich die im Display angezeigte Nummer, wenn zu ihnen Kontakt aufgenommen wird oder sie sogar bedroht werden. Geben sie auch in einem solchen Telefonat keine persönlichen Daten von sich heraus.
  • Lassen sie sich nicht auf ein Gespräch mit dem Anrufer ein. Legen sie am besten sofort auf.
  • Gehen sie niemals auf Forderungen der fremden Anrufer ein. Tätigen sie vor allem keine Überweisungen oder sonstige Geldtransfers mit Unbekannten, ohne bereits eine Gegenleistung erhalten zu haben.“

Weitere Informationen zu den Gefahren rund um den Internethandel und weitere wertvolle Tipps und Hinweise finden Sie unter 2 rote Pfeile www.polizei-beratung.de  oder 2 rote Pfeile www.polizei.hessen.de.