Polizeifahrzeuge vor dem Polizeipräsidium Frankfurt am Main
 

Polizeipräsidium

Führungsdienst und Leitstelle

Der Führungs- und Lagedienst, die Leitstelle und die Befehlsstelle sind das kommunikative Zentrum der Behörde. Sie bilden den Kern des polizeilichen Sicherheitsmanagements.

Funktisch 1954  Funktisch 1975

Führungs- und Lagedienst

Der Führungs- und Lagedienst ist die oberste Koordinierungsstelle im Polizeipräsidium für größere Ad-hoc-Lagen und die alltäglichen Routineereignisse, bei denen der Einsatz von Polizeikräften organisationsübergreifend im Stadtgebiet Frankfurt am Main geregelt und geleitet wird. Hier werden einsatzbezogene erste Entscheidungen getroffen und gezielt an fachkompetente Mitarbeiterinnen und -arbeiter oder zuständige Organisationseinheiten weitergeleitet. 

Eine räumliche und personelle Anbindung an die Einsatzzentrale und den Polizeinotruf sowie die direkten Kommunikationsmöglichkeiten mit allen Polizeidienststellen garantieren die erforderliche Verzahnung und Umsetzung der notwendigen Maßnahmen. Spontandemonstrationen werden von hier aus genauso koordiniert wie größere Schadensereignisse oder Warnhinweise an die Bevölkerung bei Gefahrensituationen, beispielsweise dem Austritt von Schadstoffen.

Je nach Ausmaß und Dauer können bestimmte Ereignisse durch zusätzlich alarmierte Mitarbeiter in der angrenzenden zentralen Befehlsstelle weiter organisiert und durch einen Verantwortlichen geleitet werden.

Notruf 1975  Funktisch 2001

 

Die Leitstelle

Jeder Bürger hat bereits einmal von der Existenz des Polizeinotrufes gehört oder sogar selbst die bundeseinheitliche gebührenfreie Telefonnummer 110 (auch bei Handys) gewählt. Im Frankfurter Polizeipräsidium gibt es daher drei Arbeitsplätze, an denen 10 "Notruf-Leitungen" gleichzeitig 24 Stunden am Tag in Betrieb sind.

Die ankommenden Notrufe werden von erfahrenen Polizeibeamten entgegengenommen. Anhand der telefonischen Informationen wird dann geprüft, welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden müssen. Hier wird entschieden, ob ein Notarzt zum Unfall- oder Tatort bestellt, eine Funkstreife zu familiären Streitigkeiten entsandt oder die Feuerwehr über ein brennendes Haus informiert werden muss. Rund 31.000 Anrufe werden monatlich entgegengenommen und auf ihre Ernsthaftigkeit hin überprüft. Aber auch psychologisches Einfühlungsvermögen und ein umfangreiches Wissen über die polizeilichen Möglichkeiten werden von jedem, der am "Notruftelefon" sitzt, erwartet.Nur rund 20 Prozent der Anrufe ziehen tatsächlich einen unmittelbaren polizeilichen Einsatz nach sich. Beklagenswert ist ein erheblicher Prozentanteil von Missbräuchen, die gegebenenfalls auch strafrechtlich verfolgt werden.

Aufträge vom "Polizeinotruf" erfolgen an die speziell ausgebildeten Einsatzsachbearbeiter, die im gleichen Raum an acht "Funktisch-Arbeitsplätzen" sitzen. Diese nehmen wiederum über einen entsprechenden Einsatzkanal unverzüglich Kontakt mit den Polizeifahrzeugen der verschiedenen Organisationseinheiten - Streifenwagen der Reviere, Fahrzeuge des Kriminaldauerdienstes oder eines Fachkommissariats usw. - auf. Einsatzfahrten der eigenen Dienststelle werden genauso übermittelt wie der Hinweis eines Zeugen nach einer Unfallflucht, auf einen Einbrecher, Fahndungen nach Fahrzeugen und Tätern sowie vermissten Kindern. Anfragen an das polizeiliche Fahndungssystem oder andere Serviceleistungen werden ebenfalls von den Einsatzsachbearbeitern erledigt und alle erforderlichen Maßnahmen koordiniert. Auf diese Weise werden monatlich etwa 10.500 derartige Einsätze abgearbeitet und in einem Einsatzleitsystem dokumentiert.

Funktisch 2003  Befehlsstelle 2003

All diese Notwendigkeiten lassen sich nur mit einem leistungsfähigen EDV-System bewältigen. So stehen Daten über alle Straßen in Frankfurt genauso zur Verfügung, wie Listen über wichtige und gefährdete Objekte in der Stadt. Kartenmaterial und sonstige Pläne und Bilder können mit Hilfe eines digitalen Bildinformationssystems auf den Arbeitsplatzbildschirm geholt oder auf zwei überdimensionale Leinwände zur besseren Einsatzplanung projiziert werden. Eine weitere technische Neuerung wird die Einführung des GPS-Navigationssystems (Global Positioniering System) in die Funkstreifenwagen sein, wodurch eine verbesserte taktische Kräfteplanung möglich sein wird, z. B. bei der Verfolgung von flüchtigen Tätern, Fahrzeugen oder Großraumfahndungen. Die Positionen der Fahrzeuge werden dann optisch auf den Bildschirmen der Einsatzbearbeiter dargestellt oder auf die Projektionswände übertragen. Die Befehlsstelle ... ist ein über zwei Etagen konzipierter Raum, in dem bis zu 30 Personen arbeiten können. Von hier aus werden besondere Einsatzsituationen zentral für Frankfurt, aber auch herausragende überregionale Ereignisse für die Polizeipräsidien Mittet-, West-, Südost- und Südhessen geleitet. Die mit unterschiedlichen Aufgaben und Funktionen beauftragten Mitarbeiter bewältigen dann gemeinsam mit dem Verantwortlichen, dem sogenannten "Polizeiführer", polizeitaktisch größere Lagen wie Großdemonstrationen, Erpressungen, bedeutende Staatsbesuche oder größeres Schadensereignis, um nur einige Beispiele aufzuzählen. Hundertschaften, Züge, Gruppen und ganze Bereitschaftspolizeiabteilungen können auf diese Weise in ihr Einsatzgebiet dirigiert und an die zugewiesenen Aufgaben herangeführt werden. Viele technischen Möglichkeiten stehen hier zur Verfügung. So können mit Hilfe von drei Großbildprojektoren Pläne, Fotoaufnahmen, Fernsehbilder oder aus dem Hubschrauber übertragene Luftaufnahmen auf unterschiedlichen Projektionswände visualisiert werden.