Polizeipräsident Bernd Paul stellt Verkehrsunfallstatistik 2021 vor

Unfallstatistik

 Verkehrsunfallstatistik 2021 des Polizeipräsidiums Mittelhessen

                • Leichte Zunahme der Verkehrsunfälle

            • Großteil der tödlichen Unfälle passieren außerhalb von Ortschaften

                • 44 Prozent aller Unfallfluchten aufgeklärt

            • Deutlich mehr folgenlose Fahrten unter Drogen bei Kontrollen festgestellt  


Mittelhessen: 21.045 Verkehrsunfälle wurden im Polizeipräsidium Mittelhessen mit den vier Landkreisen Marburg-Biedenkopf, Wetterau, Lahn-Dill und Gießen sowie auf den Bundesautobahnen im letzten Jahr aufgenommen. Dies bedeutet eine Zunahme von 7,1 Prozentpunkten. 

 Polizeipräsident Bernd Paul stellt den Pressevertreterinnen/-vertretern die Verkehrsunfallstatistik 2021 vor
Foto: Polizeipräsident Bernd Paul stellt den Pressevertreterinnen/-vertretern die Verkehrsunfallstatistik 2021 vor

Im Vergleich zu 2020 sind die Verkehrsunfälle im letzten Jahr im Polizeipräsidium Mittelhessen leicht gestiegen. 21.045 Verkehrsunfälle wurden 2021 aufgenommen, dies sind 1.408 Unfälle mehr als im vorletzten Jahr. Die Unfallzahlen dürften aber immer noch von den Auswirkungen der Pandemie beeinflusst werden. Ein Vergleich der Jahre 2020 und 2021 mit den Vorjahren ist daher nur bedingt zulässig. Leicht angestiegen sind die Verkehrstoten. 44 Personen kamen im letzten Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben. Jeweils gestiegen sind auch die Unfallfluchten und die Wildunfälle. Diese Unfälle machen etwas über die Hälfte aller aufgenommenen Unfälle aus. Die Wildunfälle sind deutlich um 13 Prozent auf zuletzt 5.884 gestiegen. Die Faktoren, die trotz Corona zu einem Anstieg der Wildunfälle führen, sind vielschichtig. Wichtig ist, dass man im Bereich von Waldgebieten vorsichtig fahren sollte und immer mit dem Queren von Wild rechnen muss. Nicht ganz so hoch ist die Zunahme der Unfallfluchten um 1,3 Prozent auf zuletzt 5.288 Unfälle. Erfreulich ist, dass wir die Aufklärungsquote bei den Unfallfluchten von 43 auf 44 Prozent nochmals steigern konnten.

Weiter im Fokus stehen bei uns die Motorradfahrer. Sie haben im Gegensatz zum Autofahrer keine Knautschzone und haben bei einem Unfall daher ein wesentlich höheres Risiko, verletzt oder sogar getötet zu werden. Vergangenes Jahr mussten wir neun tote Motorradfahrer beklagen. Wir haben in den letzten Jahren viel investiert, um die Sicherheit für diese Gruppe weiter zu erhöhen. Neben vielen präventiven bzw. baulichen Maßnahmen an den bekannten Motorradstrecken, wie zuletzt die Einrichtung von Lärm-Displays bei Bischoffen und Laubach, sind auch konsequente Kontrollen notwendig, um die schlimmen und folgenschweren Unfälle zu reduzieren. In diesem Zusammenhang wollen wir heute auch unser neues elektrisch betriebenes Motorrad vorstellen. Das neue nachhaltige Fahrzeug soll auch bei Kontrollen zum Einsatz kommen.

Weiter gestiegen sind die illegalen Autorennen in Mittelhessen. Während wir 2020 noch sechs solcher Anzeigen hatten, kletterte dieser Wert im letzten Jahr auf 16. Es muss jedem klar sein, dass das Auto bei solchen Fahrmanövern zu einer tödlichen Waffe werden kann. Um solche illegale Fahrzeugrennen aber auch Begleiterscheinungen wie lärmendes Posen, illegales Tuning und Rasen zielgerichtet zu unterbinden, haben wir mehrere Beamte ausgebildet, um gegen das Phänomen vorzugehen.“, so Polizeipräsident Bernd Paul bei der Vorstellung der Unfallzahlen für das Polizeipräsidium Mittelhessen.

Der Leiter der Abteilung Einsatz, Leitender Polizeidirektor Manfred Kaletsch, fügte an, „dass die Überwachung und Kontrollen im Straßenverkehr weiter absolut hohe Priorität haben. Wir haben unter anderem mehrere Mitarbeiter im Rahmen unseres Konzeptes Drogenerkennung im Straßenverkehr (DIS) als Multiplikatoren ausgebildet. Diese Kollegen beschulen wiederum viele Mitarbeiter im Streifendienst auf allen Polizeistationen, um das Entdeckungsrisiko bei Drogenfahrten im Straßenverkehr deutlich zu erhöhen. Wenn ein Autofahrer Alkohol intus hat, ist das bei einer Polizeikontrolle über die bekannten Ausfallerscheinungen leicht zu erkennen. Ungleich schwerer wird es, wenn der Autofahrer zuvor Medikamente oder Drogen zu sich genommen hat. Die klassischen Ausfallerscheinungen sind dabei meist nicht auszumachen. Die speziell ausgebildeten Polizeibeamtinnen und -beamten sind durch die Fortbildungsmaßnahmen weitaus besser in der Lage, die rauschmittelbedingten Besonderheiten und Ausfallerscheinungen zu erkennen und dann Verfahren einzuleiten. 2021 haben wir bei Kontrollen so 1.211 Verfahren wegen der Einnahme von Drogen bzw. von Drogen und Alkohol einleiten müssen. Das ist eine Zunahme von etwa 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das zeigt, dass unsere Konzept „DIS“ und auch die vermehrten Kontrollen ihre Wirkung zeigen und auch dringend notwendig sind.“

Bei unseren Bemühungen in der Verkehrsprävention setzen wir weiter auf unser Erfolgsprojekt   verkehrssicher-in-mittelhessen“ und die Aktionen BOB und MAX. Uns ist gelungen, die Unfallzahlen in diesen Bereichen weiter zu reduzieren bzw. auf sehr niedrigem Niveau zu halten. BOB feiert in diesem Jahr den 15. Geburtstag. Seit 2006 konnten wir die Zahlen der Unfälle, welche durch die 18 – 24-Jährigen unter Alkoholeinfluss verursacht wurden, um fast zwei Drittel reduzieren. Wir wollen da nicht lockerlassen und insbesondere die so wichtigen Präventionsveranstaltungen, wenn es Corona zulässt, wieder verstärken. Auch bei „MAX“ ist die Tendenz weiter erfreulich. Im letzten Jahr wurden 76 Verkehrsunfälle aufgenommen. Dabei handelt es sich um Unfälle, die durch eine Person von über 65 Jahren versursacht wurde und bei denen Personen verstarben oder schwerverletzt wurden. „MAX“ ist inzwischen in ganz Hessen vorzufinden und findet seinen Ursprung bei uns in Mittelhessen.“, so Manfred Kaletsch.

Entwicklung der Gesamtunfallzahlen - Vergleich der letzten fünf Jahre:

Diagramm: Entwicklung der Gesamtunfälle der letzten fünf Jahre unterteilt

Diagramm: Entwicklung der Gesamtunfälle  2017 bis 2021 im Vergleich

 

Hier die komplette Verkehrsunfallstatistik 2021 für PP Mittelhessen mit den vier Landkreisen sowie der Bundesautobahnen:

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