Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
Polizeipräsidium Mittelhessen

Zivile Kontrollen auf der Autobahn - Rasern und Dränglern auf der Spur

Mangelnder Abstand, nicht angepasste Geschwindigkeit – beides zusammen und auch jedes für sich stellt die Hauptunfallursachen auf den Autobahnen in Mittelhessen dar.

Schriftzug Polizeiautobahnstation Mittelhessen mit Polizeistern und Autobahnsymbol und NummernRund 20 Prozent der Unfälle in den letzten Jahren beruhten den Unfallberichten der Polizei zu Folge auf einem zu geringen Sicherheitsabstand, weitere 20 Prozent auf einer nicht angepassten Geschwindigkeit.

Wie oft dabei die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wurde, ist weder statistisch erfasst, noch lässt es sich in den meisten Fällen nach Unfällen noch feststellen. Jeder regelmäßige Autobahnnutzer wird es jedoch bestätigen können: Raser und Drängler sind leider keine Seltenheit.

Ein roter Kreis mit einer Zahl in der Mitte – Zeichen 274 der Straßenverkehrsordnung. Mal auf weißem Grund als Verkehrszeichen am Fahrbahnrand, mal als Lichtpunkte auf einer Verkehrsbeeinflussungsanlage – so oder so zeigt diese Zahl die zulässige Höchstgeschwindigkeit an. Wer im Besitz einer Fahrerlaubnis ist, sollte in der Lage sein, dieses Schild als solches zu erkennen und seine Fahrt dementsprechend anzupassen.

Da in Sichtweite eines blau-silberfarbenen Streifenwagens die Straßenverkehrsregeln meist eingehalten werden, kontrollieren die Beamten regelmäßig in zivil die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit. Mit dem sogenannten „ProVida“-Fahrzeug, in dem eine gleichlautende geeignete Messtechnik verbaut ist, sind sie nahezu täglich und rund um die Uhr unterwegs.

Wer in Mittelhessen rasen oder drängeln möchte, sollte sich also vorsehen. Eine Kamera im gut motorisierten Zivilwagen filmt nach vorne, eine nach hinten, siehe Foto:

Diese Kamera im dem sogenannten „ProVida“-Fahrzeug filmt nach vorne     Diese Kamera im dem sogenannten „ProVida“-Fahrzeug filmt nach hinten

Die Beamten brauchen nur ein Knöpfchen zu drücken und schon zeichnen sie den Verstoß des anvisierten Verkehrsteilnehmers auf. Damit führen sie den Beweis über den Vorwurf, der dem Fahrer kurz darauf gemacht wird.

Sind die Aufnahmen gemacht, setzt sich der Zivilwagen an geeigneter Stelle vor den Verkehrsteilnehmer. Auf Knopfdruck klappt sich die Leuchtschrift

„Polizei Folgen – Police Follow“

Leuchtschrift: FOLGEN - FOLLOW

aus und weist durch die Heckscheibe dem Verkehrssünder den Weg auf den nächsten Parkplatz.

Es folgt die Kontrolle, die Personalienfeststellung  und selbstverständlich der Vorhalt über den Verstoß. Wer den nicht wahrhaben möchte, kann ihn sich gerne noch an der Kontrollstelle im Zivilfahrzeug ansehen. Datum, Uhrzeit, gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit, Länge der gemessenen Strecke – das und noch mehr ist direkt auf dem Video mit aufgezeichnet. Mit geeichtem Gerät und von geschulten Beamten – gerichtsfest also.

„Die meisten Verkehrsteilnehmer sehen Ihre Verstöße ein, entschuldigen sich sogar anschließend dafür und wünschen uns noch einen schönen Tag“, erklärt Dirk. Seit über 15 Jahren fährt er bei der Autobahnpolizei neben seiner normalen Streifendiensttätigkeit „ProVida“ und ist damit ein alter Hase in dem Geschäft, dem so schnell keiner etwas vormacht. „Mancher Anwalt hat schon vor Gericht sein Glück versucht. Inzwischen ist die Messmethode aber so bekannt und als so sicher geltend, dass wir nicht mehr allzu oft als Zeugen vor Gericht unsere Messungen verteidigen müssen.“

Die beiden Beamten werten im ProVida-Fahrzeug ein Video aus.Einige Tage technische Einweisung in das Gerät und die Übung der Handhabung, weitere Tage Fahrsicherheitstraining – das gehörte auch zur Ausbildung von Nicole, als sie vor drei Jahren die Zusatztechnik für ihren Dienst nutzen lernte.

Foto rechts: Auswertung eines Videos

 „An Geschwindigkeiten von manchmal weit über 200 km/h muss man sich trotz allem mit der Zeit erst herantasten“, berichtet sie. „Schon bevor ein anderer Verkehrsteilnehmer zuckt und möglicherweise in die eigene Fahrspur zieht, muss man sein Verhalten erkannt und reagiert haben, damit es nicht zum Unfall kommt.“

Ausreden hören Nicole und Dirk, ebenso wie ihre Kollegen, übrigens oft. Ein wichtiger Termin, ein Telefonat über die Freisprechanlage des PKW, welches ablenkte, die Schuld eines anderen Verkehrsteilnehmers, der drängelte oder nicht rechts fuhr – um die kuriosesten Erklärungsansätze und Entschuldigungen ist kaum einer verlegen. Am Verstoß ändert dies aber nichts.

Selbstredend dokumentieren und verfolgen die Beamten bei ihren ProVida-Fahrten nicht nur Verstöße gegen Abstand und Geschwindigkeit.

  • Das Handy am Ohr,
  • die Missachtung des Roten X der Verkehrsbeeinflussungsanlage,
  • Rechtsüberholen,
  • die widerrechtliche Nutzung des Standstreifens -
  • alles was der alltägliche „Wahnsinn“ Autobahn zu bieten hat,

findet sich auf den Aufzeichnungsbändern wieder und kommt zur Anzeige. Dabei wissen sie oft gar nicht, welchen Verkehrssünder auf zwei oder vier Rädern sie zuerst verfolgen sollen.

Woher die zivilen Kontrolleure ihre Motivation nehmen? Aus dem Pflichtbewusstsein und der Motivation ihres Jobs heraus: Einen Beitrag zur Verkehrssicherheit zu leisten.

Dirk und Nicole sind mit dem sogenannten „ProVida“-Fahrzeug naehzu täglich und rund um die Uhr unterwegs.

Ein informativer Tag mit dem zivilen Streifenteam der Polizeiautobahnstion Mittelhessen
Plakat zu verkehrssicher-in-mittelhessen

 

Weitere Kontrollen finden Sie unter verkehrssicher-in-mittelhessen

Mehr zu dem mittelhessischen Verkehrspräventionsprogramm  2 rote Pfeile hier

 

Ein Bericht mit einem Video zum Artikel auf: Ein Beitrag dazu auf unseren Facebookseiten - mittelhessenpolizei

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