Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 

Präventionsbanner sensibilisieren Motorradfahrer

„Du hast es in der Hand! Überlasse nichts dem Unfall!“

Präventionsbanner der Motorradsaison 2020: „Du hast es in der Hand! Überlasse nichts dem Unfall!“Präventionsbanner der Motorradsaison 2020: „Du hast es in der Hand! Überlasse nichts dem Unfall!“

Polizei appelliert an Eigenverantwortung

Du hast es in der Hand! Überlasse nichts dem Unfall!“ steht auf den Bannern, die zukünftig an die Eigenverantwortung der Motorradfahrer auf der B255 im Lahn-Dill-Kreis sowie auf der B276 im Landkreis Gießen appellieren. Der Slogan stammt aus der  Medienkampagne des Polizeipräsidiums Südhessen, das das Thema „motorisierte Zweiradfahrer“ hessenweit federführend begleitet.

Gemeinsam mit den Kommunen Bischoffen an der B255 im Lahn-Dill-Kreis und Laubach an der B276 im Landkreis Gießen sowie in enger Zusammenarbeit mit Hessenmobil startet die Polizei am Freitag, (19.06.2020) die Präventionskampagne.

Durch fehlende Knautschzone, Sicherheitsgurte oder Stoßfänger sind Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen besonders gefährdet. Lediglich der Helm und die Kleidung geben den Bikern minimalen Schutz bei Zusammenstößen.

Bild zur hessenweiten Biker-Präventionskampagne 2020 - Überlasse nichts dem Unfall! - Du hast es in der Hand


Die Präventionskampagne  "Du hast es in der Hand" der hessischen Polizei setzt bei der Eigenverantwortung der Motorradfahrer an. Mit dem Dreh am Gashebel entscheiden die Biker, welche Risiken sie eingehen. Zudem sind es die Motorradfahrer, die durch ihre schmale Silhouette von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen werden. Die daraus resultierenden falschen Einschätzungen zu Geschwindigkeiten und Abständen haben meist fatale Folgen für die Biker.

Rennleitung#110

Das  Präventionsprojekt „Rennleitung#110“ ist ein Kooperationspartner der hessischen Kampagne „Du hast es in der Hand“. Sportlich motorradfahrende Polizisten haben sich zusammengefunden, um durch Präventionsangebote Aufklärungsarbeit zu betreiben und damit schwere Verkehrsunfälle zu vermeiden. Bei organisierten Ausfahrten oder Fahrertrainings auf Rennstrecken sensibilisieren sie teilnehmende Biker für kontrolliertes und verantwortungsvolles Motorradfahren. Oft kommen sie mit den Motorradfahrern an den szenetypischen Treffpunkten ins Gespräch und appellieren verantwortungsvoll im Straßenverkehr zu fahren, siehe  Videos zur Kampagne.

Rick Lowag, 1. Vorsitzender und Gründungsmitglied von „Rennleitung#110“

Denn, so Rick Lowag, 1. Vorsitzender und Gründungsmitglied von „Rennleitung#110“ - siehe Foto oben: „Die Straße ist der denkbar ungünstigste Ort, um sich beim Motorradfahren zu beweisen. Gegenverkehr, Hindernisse auf und abseits der Fahrbahnen lassen einen Sturz schnell böse ausgehen. Schwere oder gar tödliche Verletzungen sind die Folge. Wieso sollte man sich also auf der Hausstrecke etwas beweisen oder Geschwindigkeitsrekorde aufstellen? Am Ende gibt es keinen Pokal für den Schnellsten – Gesund nach Hause kommen, das zählt!“

Logo: „Rennleitung#110“ 

Die Polizeibeamten von  „Rennleitung#110“ halten engen Kontakt zur Biker Community und erreichen mit ihren  Socialmedia-Auftritten über 40.000 Follower.

Rick Lowag ist Polizist in Baden-Württemberg und dort an der Hochschule für Polizei unter anderem als Dozent für Verkehrsrecht, Verkehrstaktik, situatives Handlungstraining sowie Fahrsicherheitstraining tätig.

 


Verkehrslage B255 / Aartalsee (Lahn-Dill-Kreis)

Im Fokus der Motorradfahrer stehen neben den kurvenreichen Strecken der Landstraße von der Zollbuche über die Eiserne Hand nach Frankenbach (L3047) auch die Strecken von Erda über Großaltenstädten oder Mudersach nach Niederweidbach zum Aartalsee (L3053). Zudem verläuft die Strecke der B255 von der Zollbuche in zahlreichen Kurven und einigen Spitzkehren nach Gladenbach-Weidenhausen. Geschwindigkeitsmessungen an der sehr gut ausgebauten und im Gros geradeaus verlaufende B255 zwischen Bischoffen und Oberweidbach bringen bei Pkw- und Kradfahrern zum Teil massive Geschwindigkeitsüberschreitungen zutage.

Treffpunkt der Motoradszene ist die Gaststätte Aartalgrill am Parkplatz des Aartalsees.

 Vorstellung des Präventionsbanners der Motorradsaison 2020 an der B 255: Gladenbach-Bischoffen (Lahn-Dill-Kreis) „Du hast es in der Hand! Überlasse nichts dem Unfall!“
Foto: Offizielle Vorstellung des Präventionsbanners 2020 in Bischoffen im Lahn-Dill-Kreis 

Die  Unfallstatistik für die entsprechenden Bereiche der B255, L3047 sowie L3053 weist seit 2015 zwei getötete Menschen, 25 Schwerverletzte sowie weitere 25 Personen mit leichten Verletzungen bei insgesamt 54 Zusammenstößen aus. Bei 31 Unfällen ist Geschwindigkeit die Unfallursache, in sechs Fällen führte ungenügender Sicherheitsabstand zur Kollision, viermal ermittelten die Verkehrsexperten sogenannte „Fehler beim Abbiegen“ als Unfallursache.


Verkehrslage B276 / Laubach – Schotten (Landkreis Gießen)

Die Gesamtstrecke zwischen Laubach und Schotten misst rund 14 Kilometer Länge. Neun Kilometer liegen im Landkreis Gießen, die restlichen fünf im Vogelsbergkreis. Die Strecke ist mit dem Mythos der ehemaligen Rennstrecke „Schottenring“ eng behaftet und wird in der Bikerszene auch heute noch so genannt. Tatsächlich war der Abschnitt der heutigen B276 nicht teil der Rennstrecke. Fahrbahnführung und geografische Besonderheiten gelten bei sportlich fahrenden Bikern als reizvoll. Im Fokus der Motorradfahrer stehen insbesondere die sogenannte „Applauskurve“, die „Lemmerkurve“ sowie die S-Kurve in Höhe der „Kaiserbrücke“.

Als Treffpunkte haben sich bei den Motorradfahrern das „Jägerhaus“ und das „Falltorhaus“ etabliert.

Vorstellung des Präventionsbanners 2020 an der B 276: Laubach – Schotten (Landkreis Gießen): „Du hast es in der Hand! Überlasse nichts dem Unfall!“
Foto: Offizielle Vorstellung des Präventionsbanners 2020 am Bikertreff "Jägerhaus"

Seit 2017 verzeichnet die Verkehrsstatistik auf der im Landkreis Gießen verlaufenden Strecke 58 Unfälle mit Motorradfahrern. Dabei verloren sechs Menschen ihr Leben, 35 erlitten schwere und 18 Personen leichte Verletzungen. Die meisten Kradunfälle sind Alleinunfälle, denen nicht angepasste oder erhöhte Geschwindigkeit zugrunde liegt. Mit knapp 39 Prozent stellt die Altersgruppe der bis 25-Jährigen das Gros der Unfallfahrer. Kradfahrer im Alter von 51 bis 75 Jahren, die unter anderem auch die Wiedereinsteigergruppe wiederspiegeln, sind zu etwa 14 Prozent beteiligt. 

 

Weitere Bilder:


Der Bericht mit einem Video auf unserer Facebookseite: Facebook 


 Wir wünschen Ihnen eine unfallfreie Fahrt!
 Ihre Polizei Mittelhessen

Plakat zu verkehrssicher-in-mittelhessen

  

Solche Präventionskampagnen gehören auch zu dem Verkehrspräventionsprogramm verkehrssicher-in-mittelhessen.

 

Mehr zum Verkehrspräventionsprogramm verkehrssicher-in-mittelhessen 2 rote Pfeile hier