Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 

Wir testen die „Videostreife“

Kameras im Einsatz – nicht nur - gegen Rettungsgassenblockierer

 

Nach einem Unfall steht die Versorgung von Verletzen im Vordergrund der Einsatzmaßnahmen. Voraussetzung für eine professionelle Erstversorgung ist, dass die Helfer die Unfallstelle so schnell wie möglich erreichen. Die Rettungsgasse ist seit Jahren im Fokus der Öffentlichkeit, um genau dies sicherzustellen. Doch noch immer gibt es Verkehrsteilnehmer, die keine Rettungsgasse bilden oder sie sogar für ihr eigenes Fortkommen auszunutzen glauben.

Nach Paragraph 38 der Straßenverkehrsordnung haben Verkehrsteilnehmer sofort freie Bahn zu schaffen, wenn sich ein Fahrzeug mit blauem Blinklicht und Einsatzhorn nähert. Das klappt durch eine umfangreiche Werbung für die Rettungsgasse in den letzten Jahren immer besser, aber leider noch nicht immer gut. Immer wieder brauchen Einsatzkräfte auf ihrem Weg zur Einsatzstelle mehr Zeit als nötig wäre, weil Verkehrsteilnehmer dieser Verpflichtung nicht ausreichend nachkommen.

Banner: Bei Stau Rettungsgasse bilden! Quelle: HMdIufS

Hier finden Sie den Flyer "Rettungsgasse" zum Download

Seit Ende 2017 testen in Hessen Autobahnpolizeien in Frankfurt, Mittelhessen und Südhessen den Einsatz von Kameras, um gegen diese Verkehrssünder vorzugehen. Zwölf sogenannte Videostreifen sind unterwegs, um insbesondere Rettungsgassenverstöße zu ahnden. Logo Autobahn-Nr in Mittelhessen - Polizeistern

  
Vier Fahrzeuge
der Autobahnpolizei Mittelhessen

sind mit der Technik ausgestattet und somit jederzeit bereit, um kleine und große Verkehrssünden aufzuzeichnen.

Die Streifenfahrzeuge sind mit Front – und Heckkameras (siehe Fotos) ausgerüstet, die beispielsweise auf der Fahrt durch die Rettungsgasse zum Unfallort eingeschaltet werden können, um Verstöße zu dokumentieren.

Dashcam an der Frontscheibe eines Streifenwagens   Dashcam an der Heckscheibe eines Streifenwagens

Die Streifen selbst haben auf der Einsatzfahrt in aller Regel keine Zeit, um sich um solche Verstöße zu kümmern, schließlich müssen sie die Unfallstelle schnell erreichen. Die Kameras ermöglichen es, im Nachhinein die Verstöße auszuwerten und anhand der Kennzeichen und Aufnahmen den verantwortlichen Fahrer zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen.

Ein Bußgeld von 200 Euro, ein Punkt in Flensburg und sogar ein Fahrverbot können Verkehrsteilnehmer erwarten, wenn sie ihrer Pflicht zur Bildung der Rettungsgasse nicht nachkommen.

Der Einsatz der Videostreifen ist natürlich nicht nur bei Verstößen in Bezug auf die Einhaltung der Rettungsgasse möglich.

Mit den verbauten Kameras lassen sich auch andere Verkehrsverstöße aufzeichnen, auf die die Polizistinnen und Polizisten bei ihren Einsätzen und Streifenfahrten aufmerksam werden. Das während der Fahrt genutzte Smartphone, Rechtsüberholen und die verbotswidrige Nutzung gesperrter Fahrbahnen sind nur einige Beispiele von vielen.

Ob sich der Einsatz der Videostreifen bewährt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. So oder so, sollten Verkehrsteilnehmer in ihrem eigenen Interesse die gelten verkehrsrechtlichen Vorschriften einhalten.

Weitere Informationen zur Landesweiten Präventionskampagne:
Mit Videostreifen gegen Rettungssünder

Sylvia Frech, Pressesprecherin