Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
Polizeipräsidium Mittelhessen

Wildunfälle - die unterschätzte Gefahr!

Flyer Landesjagdverband - Wildunfälle vermeiden -

 

Die Herbstmonate sind da: Nebel, Regen, schlechte Sicht, auch Glätte und Blätter auf den Straßen sowie die tiefstehende Sonne oder vermehrter Wildwechsel machen den Verkehrsteilnehmern nicht nur im waldreichen Mittelhessen zu schaffen und zählen in dieser Zeit zu den Hauptunfallursachen.

Mit einer kleinen Beitragsserie wollen wir in den nächsten Tagen zum Thema: „Herbst, Wild und Licht" informieren. 

Flyer Landesjagdverband - Wildpräventionstag

Am Sonntag, 13.10.2019 findet zu der Thematik ein Wildpräventionstag auf dem Schiffenberg bei Gießen statt.

Unter anderem gibt es einen Live-Crash-Test, der den Aufprall eines Wildschweins bei 80 km/h gegen ein Auto simuliert. Danach zeigen wir, wie die Rettungskette funktioniert.

Weitere Infos und das gesamte Programm gibt es hier:

 Wildunfälle vermeiden - Tierleid verhindern

 Flyer   (460 kb) des Landesjagdverbands zum Wildpräventionstag 

 

Um sicher durch diese Jahreszeit zu kommen, haben wir eine ganze Reihe von Empfehlungen und Tipps zusammengestellt.

 

Wildunfälle - die oft unterschätzte Gefahr!

Statistisch gesehen, kollidiert in Deutschland alle zwei Minuten ein Auto mit einem Reh, Wildschwein oder Dachs. Dabei verunglückten im Jahr 2018 bundesweit bei circa 275.000 Unfällen insgesamt 2.739 Menschen – zehn Menschen wurden gar getötet. Die wirtschaftlichen Schäden durch Wildunfälle lagen nach Angaben des Gesamtverbandes der Versicherer (GdV) bei 744 Millionen Euro. Im Durchschnitt also etwa 2.700 Euro pro Unfall.

Wildunfallzahlen seit 2009 verdoppelt!

Alleine in Hessen wurden innerhalb eines Jahres mehr als 17.400 Unfälle mit Wildtieren polizeilich aufgenommen. Seit 2009 hat sich die Anzahl der Wildunfälle in Mittelhessen quasi verdoppelt. Bei 24.270 Verkehrsunfällen in Mittelhessen gab es im Jahr 2018 insgesamt 5.430 Wildunfälle (22%), Dabei verunglückten 68 Menschen, es gab neun Schwer- und 59 Leichtverletzte.

Wildunfälle können jederzeit und überall passieren. Das Gefahrzeichen „Wildwechsel“ markiert lediglich besonders gefährliche Abschnitte, in denen das Tempo auf die Gefahr angepasst werden sollte.

Die meisten Kollisionen gibt es mit Rehwild, aber auch die Unfälle mit Wildschweinen nehmen zu. Sie sollten in der Dämmerung und im Morgengrauen in Waldabschnitten und an Feldrändern besonders wachsam sein.

Vernünftige Fahrgeschwindigkeit hat Einfluss auf Unfallvermeidung und -folgen.

Verkehrsexperten und Gutachter sind sich sicher, dass die Geschwindigkeit ein großer Faktor bei der Vermeidung von Wildunfällen ist: je geringer die gefahrene Geschwindigkeit gewählt wird, desto größer ist die Chance, noch rechtzeitig vor dem Wildtier zum Stehen zu kommen. Insofern nimmt der Verkehrsteilnehmer durch die Wahl der Fahrgeschwindigkeit Einfluss auf die potentielle Unfallschwere. Erhöhte Aufmerksamkeit und reduzierte Geschwindigkeit sind die einzig wirksamen Mittel, einen Zusammenstoß zu vermeiden.

Bereits bei 50 km/h kann ein Verkehrsteilnehmer einen Wildunfall nicht verhindern, wenn ein Wildtier direkt vor dem Fahrzeug auf die Straße springt. Automobilverbände, haben in mehreren Crashtests mit Schwarz- und Damwild gezeigt, dass bei 80 km/h zwar schwere Schäden am Fahrzeug entstehen, der Unfall für die Insassen jedoch ohne Verletzungen verlaufen kann. Wer Tempo 80 statt 100 fährt, verkürzt den Bremsweg bereits um 25 Meter.

Was kann man als Fahrzeugführer aktiv gegen Wildunfälle tun?

Wenn ein Tier am Straßenrand steht, sollte der Fahrer kontrolliert bremsen, abblenden und hupen. Die Augen der Wildtiere sind deutlich lichtempfindlicher als die der Menschen, das Fernlicht blendet und macht orientierungslos. Der Hupton hilft Wildtieren, sich akustisch zu orientieren und zu flüchten. Falls eine Kollision unvermeidbar ist, sollte der Fahrer nicht riskant ausweichen, sondern das Lenkrad gut festhalten und bremsen. Ein unkontrolliertes Ausweichmanöver erhöht das Unfallrisiko, besonders wenn man in den Gegenverkehr gerät oder am Baum landet.

Zeitumstellung ist eine zusätzliche Gefahr!

Am Sonntag, 27. Oktober, beginnt die Winterzeit und die Menschen können eine Stunde länger schlafen. Wildtiere allerdings orientieren sich am Tageslicht und kennen diesen Wechsel nicht: Während sie vortags die Fahrbahn noch gefahrenlos überqueren konnten, braust nach der Zeitumstellung plötzlich der Berufsverkehr über die Straße. Die Morgenstunden werden so zur Falle für Tier und Mensch.

▪ Wenn es zum Unfall kam?

Nach einer Kollision muss die Unfallstelle unverzüglich abgesichert werden: Warnblinkanlage einschalten und Warndreieck aufstellen -dabei an die Warnweste denken! Ist ein Tier mutmaßlich verletzt worden, ist es im Interesse des Tierschutzes notwendig, die Polizei zu informieren, selbst wenn das Tier geflüchtet ist. Die Fluchtrichtung mit einem geeigneten Mittel, Taschentuch, Kreide oder Erste-Hilfe Handschuh, markieren. Die Ordnungshüter kontaktieren den zuständigen Jäger, der das verletzte Tier suchen und erlösen kann. Polizei oder der Jäger stellen außerdem eine Wildunfallbescheinigung aus, die als Nachweis bei der Versicherung dient.

Wildunfall - Kollision mit einem Reh
Foto: Wildunfall - Kollision mit einem Reh

Wichtiger Hinweis: Tote Tiere nicht anfassen oder mitnehmen! Das Mitnehmen von getötetem Wild nach einem Unfall ist strafbar!

Wir wollen, dass Sie immer sicher und unfallfrei Ihre Ziele erreichen - Ihre Polizei Mittelhessen! 


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Hashtag #HerbstWildLicht

 

Thorsten Mohr, Pressesprecher Soziale Medien


 

Projektpartner und Förderer der Veranstaltung:

Partner und Förderer des Wildpräventionstag: Polizeipräsidium Mittelhessen, ADAC Hessen-Thüringen, Jagdverein Hubertus Gießen und Umgebung e. V., Landkreis Gießen und Landesjagdverband Hessen e. V. , Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung 

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