Hessische Polizei - Polizeiautos
 
24.01.2014

800 Jahre Polizei Frankfurt am Main

800 Jahre Frankfurter Polizei
Eine Zeitreise durch die Frankfurter Polizeigeschichte
Kurt Kraus, Frankfurt am Main

Vorgeschichte

Die ersten Spuren des Frankfurter Polizeiwesens lassen sich anhand alter Dokumente bis in das 13. Jh. zurückverfolgen. Sie tauchen erstmals auf, als sich im Hochmittelalter Frankfurt, so wie auch andere deutsche Städte, zur kommunalen Rechtsstadt mit einem eigenen selbständigen Stadtrat entwickelte. Die damit verbundene Selbstverwaltung erforderte die Einrichtung einer funktionsfähigen Organisation, in der auch das Ordnungswesen eingebunden war. Dies war auch die Geburtsstunde der Polizei, einer Institution, die sich jedoch nicht mit der heutigen vergleichen lässt. Das Wort Polizei lässt sich aus dem griechischen Politaia ableiten, und man verstand darunter die Verwaltung jenes antiken Staatsgebildes. Das Mittelalter knüpfte an die Verwaltungspraxis dieser Stadtstaaten an und formte daraus den Begriff "Polizey". Hierunter verstand man zu Zeiten der kommunalen Rechtsstädte die allgemeine Verwaltung, zu der auch die Ordnungsaufgaben gehörten. So kannte man in dieser Zeit eine Markt- und Gesundheitspolizei. Auch der Brandschutz und die Einhaltung von Bauvorschriften gehörten mit zu

Zeichnung: Polizeisoldaten, die einen Dieb gefasst haben. Richsstadt Frankfurt a.M., 1615

Polizeisoldaten, die einen Dieb gefasst haben. ReichsstadtFrankfurt a.M., 1615

ihren Aufgaben.. Eine Straßenpolizei zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist seit 1616 bekannt. Es handelte sich damals um eine 60 Mann starke Polizeitrup-pe, im Volksmund wegen ihrer Bewaffnung Pickets genannt, die in zwei Wachlokalen, in der Hauptwache und Konstablerwache, untergebracht waren. Der Rat war besonders in dieser Zeit um die Sicherheit auf Frankfurts Straßen besorgt. Immer wieder hat es in der Vergangenheit Revolten und Aufstände gegen das Frankfurter Stadtregime gegeben. Eine eigene von der all-gemeinen Verwaltung unabhängigen Institution suchte man vergebens.

Im Jahre 1806 veränderte Napoleon I. die Landkarte Europas entscheidend. Frankfurt wurde dem Rheinbund angegliedert und somit Hauptstadt des Großherzogtums Frankfurt. Als Groß-herzog beauftragte Napoleon den Kurfürsten von Mainz, Karl von Dahlberg. Dieser führte in seinem Großherzogtum französische Gesetzgebung und Verwaltung ein. Frankfurt erhielt in dieser Zeit eine nach modernen Gesichtspunkten aufgebaute Polizei, die als eine eigene Insti-tution fungierte und von der allgemeinen Verwaltung losgelöst war. Die Leitung dieser Be-hörde wurde einem Polizeiminister übertragen. Die Befugnisse des Bürgermeisters über die Polizei waren erheblich eingeschränkt. Dem Bürgermeister wurde ein Oberpolizeidirektor vorgesetzt, der im Palais Thurn und Taxis seinen Amtssitz hatte. Die chronische Geldknapp-heit in jenen Jahren erlaubte jedoch kein größeres Polizeikorps. Der Oberpolizeidirektor Anton Itzstein musste sich für die Stadt mit 17 und für das Land mit acht Polizeidienern begnü-gen. Im Jahre 1812 gab es in Frankfurt acht Wacht- und Rottmeister und 27 Polizeidiener. Zur Finanzierung der Polizei wurde eine besondere Zeitungs- und Maskenballsteuer erhoben. Immerhin erzielte das kleine Korps mit seinen bescheidenen Mitteln erfreuliche Resultate. Die in dieser Zeit häufigen Einbruchsdiebstähle ließen nach, das Bettlerwesen wurde eingedämmt und auch Frankfurts Straßen wurden sauberer.
Diese für die damalige Zeit moderne Polizeiorganisation blieb jedoch Episode. Nach der Vertreibung Napoleons vom deutschen Boden verschwand auch der Rheinbund und somit auch das Großherzogtum Frankfurt. Beim Wiener Kongress erhielt Frankfurt wieder seine früheren Rechte als Freie Stadt zurück. Die fortschrittliche Verwaltung und auch das Polizeiwesen, das von Dahlberg geschaffen hatte, wurden nicht übernommen. Die Verwaltung erhielt wieder ihre vormaligen alten Strukturen. Über das Polizeiwesen dieser Zeit ist nur wenig bekannt. Nach Ritters Lexikon aus dem Jahre 1855 war für das Sicherheitswesen ein Polizeiamt eingerichtet, das in der Konstablerwache untergebracht war. Die Frankfurter Polizei bestand aus einem Gendarmeriekorps mit einer Stärke von 55 Mann. Mit diesem wenigen Personal war es nicht möglich, die Sicherheit und Ordnung in der Stadt aufrecht zu erhalten. Frankfurt war damals Sitz des Deutschen Bundestages und des Paulskirchenparlamentes. Da besonders hier politische Gegensätze heftig aufeinander stießen, war Frankfurt in jenen Tagen ein unruhiges Pflaster. Bismarck hatte sich als preußischer Gesandter des öfteren bei seinem König über die fehlende Sicherheit in der Stadt beklagt und zum Schutze des Bundestages Bundestruppen angefordert, was denn auch geschah. Wie dringend nötig dies war, zeigten vor allem die Bar-rikadenkämpfe von 1848.

Die Entstehung eines modernen Polizeiwesens

Im Jahre 1866 geriet Frankfurt in den preußisch-österreichischen Konflikt und wurde, nachdem es zuvor von preußischen Truppen besetzt war, in den preußischen Staatsverband einge-gliedert. Gleichzeitig änderte sich damit auch die Polizeiorganisation. Mit einer Verordnung vom 29.9.1867 errichteten die Preußen in Frankfurt ein Polizeipräsidium mit einem Polizeipräsidenten an der Spitze. Bereits 1776 hatte man in Preußen mit dem Allgemeinen Landrecht das Polizeiwesen neu gegliedert und damit eine eigene selbständige Behörde geschaffen. Dieses neue Polizeiwesen kam nun auch in Frankfurt zur Anwendung. Die gesamte Exekutivpolizei stand unter der Leitung eines Polizeidirektors. Zeichnung: Guido von Madai, erster Polizeipräsident in Frankfurt am Main (1867-1872)

Eine besondere Kriminalabteilung bestand damals noch nicht. Mit der Eingemeindung von 11 Vororten war Frankfurt der größte Stadt-bezirk in Preußen.. Die Stadt, die 1873 schon ca. 200.000 Einwohner zählte, war in acht Poli-zeireviere eingeteilt. Die Gesamtstärke der preußischen Schutzmannschaft bestand aus knapp 100 Beamten, eine Zahl, die sich angesichts der damaligen Unruhen, wie z.B.. beim Bierkrawall von 1873, als viel zu wenig erwies. In Berlin hatte man schließlich eingesehen, dass die Polizei in Frankfurt erheblich verstärkt werden musste. So betrug die Personalstärke 1879 et-wa 200 Beamte. In dieser Zeit entstand auch die Polizeireiterstaffel, die zunächst aus 10 Polizeireitern bestand. Im Jahre 1888 bezog die Frankfurter Polizei auf der Zeil 60 ihr neues Poli-zeipräsidium. Gleichzeit entstand die erste Kriminalabteilung, die jedoch bis 1922 im Etat der Schutzpolizei geführt wurde. Das für die damalige Zeit großzügig ausgestattete Dienstgebäu-de genügte schon bald nicht mehr den zunehmenden Anforderungen. Schon im August 1914 entstand in der damaligen Hohenzollernanlage ein neues Polizeipräsidium.

Bild: Guido von Madai, erster Polizeipräsidentin Frankfurt am Main (1867-1872)

 

Bild: Das Polizeipräsidium auf der Zeil 60 (1888)Bis zum Ausbruch des I. Weltkrieges gab es in Frankfurt drei Polizeiinspektionen mit 21 Po-lizeirevieren und 12 Polizeiwachen. Der Kriegsausbruch traf die Frankfurter Polizei in erheb-lichem Maßen. Viele der Schutzmänner wurden zum Heeresdienst eingezogen.
Die Polizei hatte schwere Zeiten zu überstehen. Im letzten Kriegsjahr kam es wegen der drohenden Niederlage zu Unruhen und Streiks.


Das Polizeipräsidium auf der Zeil 60 (1888)

 

Ende des I. Weltkrieges

Mit dem Kriegsende stürzte die Revolution von 1918 das Kaiserreich. Überall im Lande herrschte ein wildes Durcheinander, und die Polizei war nicht mehr in der Lage, die Sicherheit in der Stadt zu garantieren. Plünderungen und Gewalttaten waren an der Tagesordnung. Ein Arbeiter- und Soldatenrat versuchte in Frankfurt die Ordnung wieder herzustellen. Zur Unterstützung der Polizei wurde ein Hilfspolizeikorps aufgestellt. Der Revolutionär Stickel-mann versammelte um sich heimkehrende Marinesoldaten und gründete einen Marine-Sicherheitsdienst. Diese willkürlich aufgestellten Verbände waren zu dieser Zeit die einzige Ordnungsmacht. Die Rolle der Polizei blieb bedeutungslos. Mit der Gründung der Weimarer Republik entschloss sich die neue Reichsregierung, dem re-volutionären Treiben ein Ende zu bereiten. Am 28.2.1920 wurde mit der Sicherheitspolizei eine Polizeiorganisation ins Leben gerufen, die militärisch gegliedert und auch ausgerüstet war. Sie bildete zusammen mit der Ordnungs- und Kriminalpolizei die dritte Säule im Sicherheitswesen der Stadt. Doch schon am 22.7.1920 verboten die Entente-Mächte mit der Boulogner Note die Sicherheitspolizei, kurz Sipo genannt, wegen ihres militärischen Charakters. In der gleichen Note wurde das Polizeiwesen neu gegliedert und aus Kräften der Sicherheits- und Ordnungspolizei im Oktober 1920 die Schutzpolizei gegründet. In Frankfurt entstand ein Kommando der Schutzpolizei, das in drei Abteilungen mit 9 Hundertschaften und 3 Revier-hauptmannschaften untergliedert war. Der zunehmende motorisierte Straßenverkehr führte am 20.9.1921 zur Aufstellung eines Verkehrskommandos. Um einen schnellen Polizeieinsatz bei Überfällen und Einbrüchen zu ermöglichen, richtete man das Überfallkommando ein. Die schnelle Alarmierung wurde durch eine Notrufeinrichtung sichergestellt, deren Zentrale in der Gutleutkaserne untergebracht war. Da die Sicherheitslage in Frankfurt wegen zunehmender Unruhen, die von Kommunisten und Nationalsozialisten ausgingen, sich erheblich ver-schlechterte, wurde die Schutzpolizei Ende der Zwanziger Jahre beträchtlich verstärkt. Die Einsatzstärke betrug 54 Offiziere und 1386 Wachtmeister, die auf 3 Inspektionen, 23 Revieren, 5 Bereitschaften und einen berittenen Zug verteilt waren. Immer mehr beherrschten Auf-märsche der SA das Straßenbild, und das Ende der Weimarer Republik begann sich abzuzeichnen.

Die Frankfurter Polizei im Nationalsozialismus

Die Machtübernahme durch das Naziregime schuf ähnlich wie 1918 in Frankfurt revolutionäre Zustände. Mit einem Erlass vom 22.2.1933 ernannte der Reichskommissar im preußischen Innenministerium die SA zur Hilfspolizei. Damit waren Terror und Willkür staatlich sanktioniert. Die allgemeine Polizei spielte zunächst eine untergeordnete Rolle. Durch eine Säuberungswelle wurden viele Beamte ihres Dienstes enthoben. So auch der Polizeipräsident Ludwig Steinberg. Die Leitung der Polizeipräsidien wurde überall in Deutschland hohen SA-Führern und später nach dem sogenannten Röhmputsch SS-Offizieren übertragen.
Die Polizei erfuhr eine radikale Umorganisation. Die kasernierten Polizeiformationen über-führte man geschlossen in die Landespolizei, die am 7.3.1936 nach der Rheinlandbesetzung in die Wehrmacht übernommen wurde. Die restliche Polizei unterstellte man beim Reichsin-nenministerium dem Chef der Deutschen Polizei Heinrich Himmler. Die Reorganisation der Polizei fand in der Folgezeit ihre Fortsetzung. Das Sicherheitswesen gliederte sich in eine Ordnungs- und in eine Sicherheitspolizei. Zur Ordnungspolizei gehörten Schutzpolizei, Gendarmerie und Gemeindepolizei. Sie war dem Polizeigeneral Kurt Dalague unterstellt. Die Si-cherheitspolizei, die sich aus der Politischen Polizei (Geheime Staatspolizei) zusammensetzte, unterstand dem SS-Gruppenführer Reinhard Heydrich. Die Ausbildung der Polizei vollzog sich auf militärischer Ebene. Durch Luftschutzmaßnahmen kam es bei der Polizei zu einer er-heblichen personellen Verstärkung. Die Feuerwehr wurde der Polizei angegliedert und erhielt die Bezeichnung Feuerlöschpolizei.
Mit Kriegsbeginn betrieb Heinrich Himmler die Aufstellung von Polizeiregimentern, die in den von der Deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten Ordnungsaufgaben wahrnehmen sollten. Dem Sicherheitsdienst der SS unterstellt, waren sie nicht selten in Grausamkeiten bei der Räumung von Ghettos und bei der Erschießungen oder beim Abtransport von Juden in die Konzentrationslager verwickelt
Eine grausame und menschenverachtende Institution war die Geheime Staatspolizei, die in Frankfurt in der Lindenstraße 10 ihren Sitz hatte. Das volle Ausmaß ihres brutalen Vorgehens lässt sich heute nicht mehr erfassen, da es den Schergen vor dem Einmarsch der Amerikaner noch gelang, alles belastende Material zu vernichten. Nach groben Schätzungen war die Frankfurter Gestapo für die Deportation von ca. 12000 jüdischen Mitbürgern verantwortlich. Beim Annähern amerikanischer Truppen wurde die Frankfurter Polizei zur Verteidigung der Stadt eingesetzt und dem Kampfkommandanten Generalmajor Stemmermann unterstellt. Nach nur drei Tagen hatte Frankfurt am 29. März 1945 kapituliert.

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Der Aufbau einer demokratischen Polizei

Schon wenige Stunden nach der Kapitulation konstituierte sich in Frankfurt unter Oberst Criswell die Militärregierung. Die Amerikaner zeigten sich bemüht, die öffentliche Ordnung in der Stadt so schnell wie möglich wieder herzustellen. So erging ein Aufruf, dass die Beamten der Stadtverwaltung ihren Dienst wieder aufzunehmen hätten. Zum Bürgermeister wurde der frühere Chef der Frankfurter Zeitung, Wilhelm Hollbach, ernannt. Alle Polizeibeamten, die gewillt waren mit der Besatzungsmacht zusammenzuarbeiten, wurden wieder eingestellt. Aus der ehemaligen Schutzpolizei bildeten die Amerikaner eine Ordnungspolizei. Sie war zunächst unbewaffnet und versah ihren Dienst in ziviler Kleidung mit weißer Armbinde. Schon im Mai wurden mit Genehmigung der Militärregierung die blaue Uniform und der Gummiknüppel eingeführt. Im Oktober des gleichen Jahres erhielt jedes Revier und Kriminalkom-missariat einen Colt mit drei Schuss Munition. Mit dieser mangelhaften Ausstattung war es damals der Polizei kaum möglich, die Ordnung zu garantieren. Mord, Totschlag und Plünderungen waren an der Tagesordnung. Besondere Aufmerksamkeit galt der Bekämpfung des Schwarzen Marktes, der sich im Bahnhofsgebiet angesiedelt hatte.
Nach den zunächst liberalen Einstellungsbedingungen folgte bei der Polizei eine Säuberungswelle. Alle Beamten, die Mitglied in der NSDAP waren oder mit dem Nationalsozialismus sympathisiert hatten, mussten ihren Dienst sofort quittieren. Die Einstellung von neuen Bewerbern erfolgte nach strengen Überprüfungen und Richtlinien. Ende 1945 betrug die Stärke der Ordnungspolizei 1451 Beamte. Der Kriminalpolizei gehörten inzwischen 171 Kriminalisten an. Zum ersten Polizeipräsidenten ernannte die Militärregierung den ehemaligen Kriminalrat Ferdinand Mührdel, den die Nationalsozialisten bei der Machtübernahme aus dem Dienst entfernt hatten. Das Polizeipräsidium war im Kriege zum großen Teil zerstört worden und konnte vorerst nicht genutzt werden. Die Polizeiführung war im Allianzgebäude im Kettenhofweg untergebracht. Polizeipräsident Mührdel geriet wegen der harten Haltung der Mili-tärregierung des öfteren mit den Amerikanern in Konflikt. Nach einer kurzen Amtszeit musste er die Behörde wieder verlassen. Ihm folgte Dr. Siegert, der die Aufbauarbeit fortsetzte.
In der Folgezeit betrieb die amerikanische Militärregierung in ihrer Besatzungszone eine Polizeireform nach föderativen Gesichtspunkten. Es kam zu einer Neugliederung der Ord-nungs- und Kriminalpolizei auf Landesebene. Gemeinden mit über 5000 Einwohnern wurde es zur Pflicht gemacht, eine eigene Polizei aufzustellen. Dies war die Geburtsstunde der kommunalen Polizeien. Schon 1946 war das Kommando der Ordnungspolizei wieder aufgebaut. Es bestand aus einem Kommandostab mit 9 Abteilungen, und zwar Organisation, Personal, Kraftfahrdienst und Überfallkommando, Nachrichtenabteilung, Waffen und Gerät, Reiter und Hundestaffel, Feldpolizei, Polizeischule und Wachkommando. Hinzu kamen noch die Verkehrsabteilung und das Polizeigefängnis. Insgesamt gab es in Frankfurt 24 Polizeireviere sowie 14 Landposten und Revierzweigstellen.
Im September 1946 schied Polizeipräsident Dr. Rudolf Siegert aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst aus. Ihm folgte der Bürgermeister aus Bensheim, Willy Klapproth. Dieser legte vor allem Wert auf eine Imageverbesserung der Polizei. In dieser Zeit entstand die Frankfurter Polizeikapelle. Polizeisportfeste und zahlreiche Veranstaltungen in der Öffentlichkeit sollten nach der schlimmen Nazi-Vergangenheit wieder das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen.
Aus Anlass des 100. Gedenktages des Frankfurter Paulskirchenparlamentes, der mit dem Wiederaufbau und der Einweihung der Paulskirche zusammenfiel, erhielt die Frankfurter Polizei eine neue blaue Uniform, die auch Paulskirchenuniform genannt wurde. Die Ausbildung der Frankfurter Polizeibeamten erfolgte an einer eigenen kommunalen Poli-zeischule, die bis 1952 bestand, danach zentral an der Hessischen Polizeischule in Wiesba-den-Dotzheim. Die technische Ausstattung, besonders was den Fahrzeugbestand betraf, war noch ausgesprochen mangelhaft. Aus alten Wehrmachtsbeständen erfolgte die nur langsam in Gang gekommene Motorisierung. Noch bis in die 50er Jahre bestand der Streifendienst bei den Revieren überwiegend aus Fußstreifentätigkeit.
Mit der Währungsreform im Jahre 1948 verbesserten sich auch die wirtschaftlichen Verhältnisse und es zeichnete sich allmählich ein Aufschwung ab. Im Juni 1952 wurde Polizeipräsident Willy Klapproth aus dem Dienst entfernt, weil er vor Gericht in einer Bestechungsaffäre einen Meineid geleistet hatte und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Die Nachfolge trat Dr. Gerhard Littmann an. Er war mit damals 41 Jahren der jüngste Polizeipräsident in der Bundesrepublik. In seine Amtszeit fiel die entscheidende Phase des Wiederaufbaues. Vor al-lem erfolgte die Fertigstellung des Erweiterungsbaues des Polizeipräsidiums.


links: Die erste Verkehrsregelung im zerstörten Frankfurt. rechts:
Die erste Uniformierung im Mai 1945.

Das Wirtschaftswachstum in den 50er Jahren führte zu einem vermehrten Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet. Den Verkehrsproblemen galt daher die größte Aufmerksamkeit. Es folgte die Aufstellung einer Verkehrssicherheitsabteilung. Zu ihr gehörten die motorisierte Verkehrsüberwachung, das Verkehrsunfallkommando, das Verkehrskommando für die manuelle Verkehrsregelung sowie eine fernsehgesteuerte Verkehrsüberwachung und automatische Verkehrsregelungszentrale im Polizeipräsidium. Es war die erste Einrichtung dieser Art in der Bundesrepublik.
Im März 1958 erfuhr die Frankfurter Polizei eine erneute Organisationsveränderung. Die bisherigen 24 Reviere wurden zu 17 Großraumrevieren zusammengefasst und auf drei Inspektionen verteilt. Dies hatte zur Folge, dass die bisher gepflegte Bürgernähe eine erhebliche Einschränkung erfuhr. Die bis dahin bestehende Polizeibereitschaft wurde weiter ausgebaut und diente zur Einarbeitung von Nachwuchsbeamten, die seit 1952 nur noch über die Bereitschaftspolizei eingestellt wurden.
Der wirtschaftliche Anstieg bewirkte gleichzeitig ein Anwachsen der Kriminalität. Besonders der erste bewaffnete Banküberfall im Jahre 1952 auf die Effekten- und Wechselbank am Kurfürstenplatz, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, sowie der Mord an der damaligen Lebedame Rosemarie Nitribitt erschreckten die Öffentlichkeit. Die Zahl der Straftaten erreichte mit 57.000 bereits ein beängstigendes Ausmaß. Die Kriminalpolizei verfügte jedoch nur über 378 Beamte, die auf 12 Kommissariate verteilt waren. Viel zu wenig, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Mitte 1966 zählte die Frankfurter Polizei 1.852 Beamte. Über 134 Stellen blieben unbesetzt, weil sich nicht mehr genügend qualifizierte Bewerber fanden. Die Anreize der freien Wirtschaft waren damals für einen jungen Menschen weitaus lukrativer.

 

Die Verstaatlichung der kommunalen Frankfurter Polizei

Die Entwicklung zur Verstaatlichung aller kommunalen Polizeien in Hessen begann sich schon 1967 abzuzeichnen. Längst hatte man erkannt, dass das bisherige so konsequent durch-geführte föderative Organisationssystem, das alle unteren Ebenen erfasste, nicht mehr zeitgemäß war. Vor allem die Bekämpfung der zunehmenden Kriminalität erforderte ein engeres Zusammengehen auf allen Zuständigkeitsebenen. Zuerst wurden alle Polizeiorganisationen von Gemeinden unter 20.000 Einwohnern verstaatlicht. Die kommunalen Polizeien der Städte Frankfurt, Kassel, Offenbach und Darmstadt blieben zunächst bestehen. Erstmals nach dem Kriege führte man für die gesamte Polizei in Hessen eine einheitliche grüne Uniform ein. In der Folgezeit erlebte Frankfurt eine Serie von schweren Straßenkrawallen und terroristischen Anschlägen, die in erster Linie von linksradikalen Studenten ausgingen. Den ersten Großalarm für die Frankfurter Polizei gab es Ostern 1968, als nach den Schüssen auf Rudi Dutschke in Berlin überall in der Bundesrepublik, so auch in Frankfurt, Tausende von gewalttätigen Demonstranten die Verlagshäuser der Springerpresse blockierten, um die Auslieferung der Bildzeitung zu verhindern. Deshalb kam es an der Galluswarte erstmals in der Nach-kriegszeit zu schweren Straßenschlachten.
Ziel der radikalen Linken war auch in den folgenden Jahren die Frankfurter Buchmesse, wo es stets bei den Buchpreisverleihungen in der Paulskirche zu gewalttätigen Auseinanderset-zungen mit der Polizei kam. Wegen des Vietnamkrieges waren auch amerikanische Einrich-tungen das Ziel der Demonstranten. In der Demonstrationsszene machte sich eine immer grö-ßere Gewaltbereitschaft breit, auf die Politik und Justiz keine Antwort fanden. Der ganze Hass richtete sich gegen die Polizei. Es galt in gewissen Kreisen sogar als Schick, anti-polizeilich gesinnt zu sein. Aber auch innerhalb der Polizei war man auf eine solche Entwick-lung nicht vorbereitet. Angesichts der bis dahin ruhigen Zeiten hatte man es bei den verant-wortlichen Stellen immer wieder versäumt, den Personalbestand aufzustocken und die Polizei besser auszubilden und auszurüsten. Eine Nachlässigkeit, die man bitter bezahlen musste.
Opfer dieser Zeit wurde auch Polizeipräsident Gerhard Littmann, der nicht mehr das Vertauen des Magistrates besaß und im Herbst 1970 vorzeitig in den Ruhestand gehen musste. Zu sei-nem Nachfolger wurde der 42jährige Regierungsdirektor Knut Müller ernannt, der damit ein schweres Erbe übernommen hatte. Immer wieder fanden die Linken neue Angriffsziele, um den demokratischen Staat in seinen Grundfesten zu erschüttern. Ausgangspunkt in Frankfurt war immer wieder die Universität, wo im AStA fortgesetzt neue Gewaltaktionen geplant und auch durchgeführt wurden. Forschung und Lehre waren an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität nicht mehr möglich. Über dem Eingang erschien die Schrift mit dem neuen Na-men "Karl-Marx-Universität". Die Leitung der Universität stellte den Lehrbetrieb ein und forderte zum Schutz des Gebäudes und seiner Einrichtungen die Polizei an. Auch bei der Räumung von Häusern, die von linken Studenten gewaltsam besetzt wurden, wie z.B. im Ket-tenhofweg und in der Bockenheimer Landstraße, kam es in der Frankfurter Innenstadt zu schweren Straßenschlachten, bei denen zahlreiche Polizeibeamte zum Teil schwer verletzt wurden. Die Demonstranten benutzten als Wurfgeschosse ausgestanzte Eisenteile und Pflas-tersteine, die lebensgefährliche Verletzungen hervorriefen.


Nach der Hausräumung im Kettenhofweg (März 1973)
kam es an der Hauptwache zu schweren Ausschreitungen

Bei der Terroristenbekämpfung spielte die Mainmetropole eine Schlüsselrolle. Die damalige Baader-Meinhof-Bande unterhielt in Frankfurt in sogenannten konspirativen Wohnungen einige Stützpunkte und Waffenlager. Frankfurt war auch das Ziel von zahlreichen Sprengstoffanschlägen, wie zum Beispiel im IG-Hochhaus, bei denen es Tote und Verletzte gab. Ein großer Schlag gelang der Frankfurter Polizei mit der Festnahme von führenden Bandenmitgliedern (Andreas Baader, Holger Meins), die nach einem Feuergefecht überwältigt werden konnten.

Auch in der Folgezeit ließen die gewalttätigen Demonstrationen nicht nach. Vor allem bei den Fahrpreiserhöhungen der öffentlichen Verkehrsmitteln in den Jahren 1974 und 1976 gab es immer wieder in der Innenstadt schlimme Ausschreitungen. Die radikale Linke bildete sogenannte " Revolutionäre Zellen", die dem Terrorismusumfeld zuzuordnen waren. Auf ihr Kon-to gingen zahlreiche Sprengstoff- und Brandanschläge auf Einrichtungen des Frankfurter Verkehrsverbundes. Im März 1977 entging der Vizepräsident der Deutschen Anwaltskammer, Dr. Klaus Schwarz, in seiner Kanzlei im Holzhausenviertel nur knapp einem Sprengstoffan-schlag. Als Vorsitzender der Anwaltskammer war Dr. Schwarz für die Nichtzulassung von Linksradikalen zum Anwaltsberuf verantwortlich.
Am 1. Januar 1974 erfuhr die Frankfurter Polizei eine weitere Organisationsveränderung. Die noch verbliebenen fünf kommunalen Polizeibehörden Frankfurt, Kassel, Wiesbaden, Offenbach und Darmstadt wurden von diesem Datum an verstaatlicht. Die Verstaatlichung der Frankfurter Polizei bedeutete auch gleichzeitig die Ausweitung ihres Zuständigkeitsbereiches. Hinzu kamen 29 Gemeinden im Main-Taunus-Kreis und Bergen-Enkheim, das zuvor zu Hanau gehörte. Die gesamte hessische Polizei erhielt ein einheitliches Organisationsschema. Ein großes Problem der 70er Jahre war die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität, die vor allem in den Jahren 1975 bis 1978 einen beängstigenden Umfang angenommen hatte. Treffpunk der Rauschgiftkonsumenten war die sogenannte "Haschwiese" in der Bockenheimer Anlage. Die zunehmende Zahl von Heroinabhängigen und Rauschgifttoten wurde für die Stadt zu einem großen sozialen Problem. Die Polizei setzte alles daran, Sammelpunkte von Abhän-gigen zu zerschlagen. Das Rauschgiftproblem war auch ursächlich für den hohen Anstieg der Straftaten. Diebstähle, Wohnungseinbrüche und Raubüberfälle gingen sprunghaft in die Höhe. Zur Eindämmung der Straßenkriminalität, vor allem des Rauschgifthandels, wurden sowohl bei der Kriminal- als auch bei der Schutzpolizei Sonderkommandos gebildet.
Eine weitere Änderung für die Frankfurter Schutzpolizei erfolgte im Jahre 1977. Im Rahmen einer einheitlichen Uniformierung der Polizei im Bundesgebiet erhielten auch Frankfurts Ordnungshüter eine neue Dienstbekleidung. Sie besteht aus einem dunkelgrünen Rock, einer beigen Hose und einer flachen grünen Schirmmütze. Auch wurde die Schutzpolizei jetzt mehr in die Kriminalitätsbekämpfung, die bis dahin in der Zuständigkeit der Kriminalpolizei lag, mit einbezogen. Die Bearbeitung der kleinen und mittleren Kriminalität ging vollends in deren Bereich über. Auch hatte sich die Schutzpolizei immer mehr mit Umweltdelikten und Verkehrsstraftaten auseinander zu setzen. Um die Schutzpolizei von Verkehrsmaßnahmen zu entlasten, übernahm die Überwachung des ruhenden Verkehrs die städtischen Hilfspolizei.

Wechsel in der Behördenleitung

Im Juni 1980 erfolgte erneut ein Wechsel in der Behördenleitung. Der bisherige Polizeipräsi-dent Knut Müller wurde zum Regierungspräsidenten in Gießen ernannt. Die Auswahl des Nachfolgers fiel auf den 50jährigen Dr. Karlheinz Gemmer, der vom Bundeskriminalamt nach Frankfurt wechselte. Die Situation, die der neue Behördenleiter bei seinem Amtsantritt vorfand, war besorgniserregend. Die Zahl der Straftaten wuchs erstmals über die Hunderttausendgrenze hinaus. Besonders die Rauschgiftkriminalität nahm ein erschreckendes Ausmaß an, und die Zahl der Rauschgifttoten stieg sprunghaft in die Höhe.

Den größten Einsatz in ihrer Geschichte hatte die Frankfurter Polizei beim Bau der "Startbahn 18 West" zu leisten. Etwa 7.000 Ausbaugegner versuchten gewaltsam, die Waldrodungsarbeiten zu behindern, die für den Startbahnbau notwendig waren. Um die Angriffe der Demonst-ranten abwehren zu können, musste aus der ganzen Bundesrepublik Verstärkung herangeführt werden. Die Frankfurter Polizei hatte in den 80er Jahren große Belastungen zu verkraften. Die Personalsituation war mit 2.404 Schutz- und 563 Kriminalbeamten nicht ausreichend. Diese Misere konnte nur dadurch gemindert werden, dass es seit 1984 auch für Frauen möglich war, in die Schutzpolizei eingestellt zu werden.

Die Auseinandersetzungen zogen sich von 1981 bis 1987 hin, wobei die Gewalt immer mehr eskalierte. Die Demonstranten hatten im Wald ein Hüttendorf errichtet, das von der Polizei gewaltsam geräumt werden musste. Am Gedenktag der Hüttendorfräumung kam es am 2. November 1987 an der bereits fertiggestellten Startbahn erneut zu schweren Ausschreitun-gen radikaler Ausbaugegner, die erstmals Schusswaffen gegen die Polizei einsetzten. Dabei wurden der 44jährige Hundertschaftsführer, Polizeihauptkommissar Klaus Eichhöfer, und der 23jährige Polizeimeister Thorsten Schwalm von Pistolenkugeln tödlich getroffen. Weitere zehn Beamten trugen Schussverletzungen davon.

Auch der Terrorismus gehörte zu den schlimmsten Zeiterscheinungen. Am 19.Juni 1985 exp-lodierte in der Abflughalle des Frankfurter Rhein-Main-Flughafens eine Zeitbombe. Dabei kamen zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren sowie ein 37jähriger Portugiese ums Leben. Am 8. August des gleichen Jahres explodierte auf einem Parkplatz des US-Militärflughafens eine Autobombe, durch die ein amerikanischer Offizier und seine Ehefrau getötet und zwanzig Personen erheblich verletzt wurden.


Frauen erstmals bei der uniformierten Polizei

Auch die Demonstrationsszene kam in den 80er Jahren nicht zur Ruhe. Selbst wenn es nicht mehr die Massendemonstrationen der 70er Jahre waren, so sorgte stets ein "harter Kern" von gewaltbereiten Demonstranten für sehr viel Unruhe. Die Demonstranten suchten mit aller Härte die Auseinandersetzung mit der Polizei. Zu einem schlimmen Vorfall kam es am 28. September 1985 auf der Frankenallee bei einer Kundgebung der NPD im Haus Gallus. Zahlreiche Gegendemonstranten versuchten die Veranstaltung zu verhindern, und es kam zu einer heftigen Straßenschlacht, bei der ein Demonstrant, der 36jährige Günter Saré, in dem wilden Durcheinander von einem Wasserwerfer erfasst und getötet wurde.
Die zunehmende Kriminalität in den 90er Jahren machte innerhalb der Frankfurter Polizei ei-ne weitere Organisationsveränderung erforderlich. Mit einem Erlass des Hessischen Innenmi-nisters wurde im September 1995 die Neuorganisation eingeleitet. Im Mittelpunkt dieser Neu-erung stand die Zusammenfassung der Schutz- und Kriminalpolizei, die nur noch einem Lei-ter unterstellt war. Mit dieser neuen Struktur vollzog sich auch der Übergang in das Jahr 2000.

Im September 1994 trat Polizeipräsident Dr. Karlheinz Gemmer nach Ablauf seiner Dienstzeit in den Ruhestand. Neuer Polizeipräsident in Frankfurt wurde der 53jährige Wolfhard Hoffmann, der zuvor Polizeipräsident in Wiesbaden war. Nach einem Regierungswechsel in Wiesbaden genoss der neue Präsident nach einer nur kurzen Amtszeit nicht mehr das Vertrauen des neuen Innenministers. Er verabschiedete ihn in den vorzeitigen Ruhestand. Seine Nachfolge trat 1997 der 59jährige Leitende Oberstaatsanwalt Harald Weiss-Bollandt an. Er führte die Frankfurter Polizei in das 21. Jahrhundert. Schon jetzt erhielt die Polizei einen anderen Zuschnitt. Mit der Einführung der zweigeteilten Laufbahn (gehobener und höherer Dienst) und der prüfungsfreien Überleitung des mittleren in den gehobenen Dienst erhielt der Polizeiberuf eine entsprechende Qualifizierung. Fortan erfolgt die Ausbildung des Polizeinachwuchses nur noch auf der Ebene eines Studiums an der Verwaltungsfachhochschule im Fachbereich Polizei.
Wiederum war die Polizei in Frankfurt von einer Veränderung betroffen. Im Jahre 2001 trat in Hessen die Organisationsreform "Polizei 2001" in Kraft, die den neuen polizeistrategischen und einsatztaktischen Anforderungen Rechnung trägt. Im Hessischen Innenministerium er-hoffte man sich durch eine modernere Organisationsstruktur mehr Schlagkraft und Effizienz bei der Kriminalitätsbekämpfung. Durch eine kriminalgeografische Analyse entstanden dar-aufhin mit den Polizeipräsidien PP Nordhessen (Kassel), PP Mittelhessen (Gießen), PP Ost-hessen (Fulda), PP Westhessen (Wiesbaden), PP Frankfurt a.M., PP Südosthessen (Offen-bach) und PP Südhessen (Darmstadt) sieben Flächenpräsidien. Als obere Behörde wurde im Hessischen Innenministerium ein Landespolizeipräsidium eingerichtet. Diese neue Organisation hatte auch auf den Zuständigkeitsbereich der Frankfurter Polizei einige Auswirkungen. Der Main-Taunus-Kreis wurde jetzt wieder ausgegliedert und dem PP Westhessen zugewie-sen. Neu hinzu kam die ehemalige Polizeiautobahnstation Neu-Isenburg, jetzt Polizeiautobahnstation Frankfurt und damit die erweiterten Zuständigkeiten des Autobahnbereiches rund um Frankfurt.
Um die Polizei von personalintensiven Routineeinsätzen (wie z. B. Objektschutzmaßnahmen) zu entlasten, wurde zur gleichen Zeit in Hessen die Wachpolizei eingeführt. Auch in Frank-furt versehen zurzeit 99 Wachpolizisten ihren Dienst. Eine weitere Veränderung stand der Frankfurter Polizei mit dem Umzug in das neue moderne Polizeipräsidium bevor, das an der Kreuzung Miquelallee/Ecke Eschersheimer Landstraße auf dem ehemaligen PX-Gelände der Amerikaner entstand.

Die Weichen für eine moderne Polizei sind gestellt.

Quellenhinweise:

  • Kurt Kraus, 125 Jahre Polizeipräsidium Frankfurt, Gackenbach 1993.
  • Kurt Kraus, " Die Frankfurter Polizei im Wandel der Zeiten", Gackenbach 1995. · Festschrift zur Einweihung des Polizeipräsidiums, Verfasser unbekannt, Frankfurt 1914.
  • Eduard Gerling, 100 Jahre Polizeipräsidium, Polizei -Technik -und Verkehr, Sonderausgabe 1968.
  •  Die Entwicklung der Polizei in Frankfurt von 1866 bis 1945, Eigendruck, Verfasser und Erscheinungsjahr unbekannt.
  • Hessische Polizeirundschau, Organisationsreform, Ausgabe 12/2000.
  • Fotos: Institut für Stadtgeschichte und Privatbesitz.

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