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20.05.2019 | Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Aktionszeitraum für schwächere Verkehrsteilnehmer

vom 20.05. - 02.06.2019

Schwächere Verkehrsteilnehmer

Von klein auf bewegen wir uns im öffentlichen Straßenverkehr.
Anfangs werden wir getragen oder geschoben, sind wenig später bereits selbstständig zu Fuß oder dem Roller, auf dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln – bis hin zur eigenverantwortlichen Teilnahme als Führerin oder Führer von Kraftfahrzeugen unterwegs. Je nach Anlass wechseln wir dabei das Verkehrsmittel und schlüpfen im Straßenverkehr in eine andere Rolle – mit mehr oder weniger Verständnis für die Bedürfnisse der anderen Verkehrsteilnehmer.

Kinder, Senioren und Menschen mit Handicap gehören zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern. Sie sind meist zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Hilfsmitteln unterwegs und bewegen sich aufgrund altersbedingter oder körperlicher Einschränkungen oftmals spontan, unsicher oder verlangsamt. Sie tragen keinen Schutzschirm und unterliegen deshalb dem besonderen Schutz der Straßenverkehrsordnung und verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Es darf festgehalten werden, dass die Verkehrsdichte und –intensität auf den Frankfurter Straßen in den letzten Jahren spürbar zugenommen hat. Die Anzahl der registrierten Verkehrsunfälle bleibt dabei stabil. Bei der Auswertung des Frankfurter Verkehrsberichtes 2018 ergibt sich, dass die Anzahl von Verkehrsunfällen, an denen Kinder im Stadtgebiet verletzt wurden, erfreulicherweise deutlich gesunken ist.

Leider bestätigt sich dieser erfreuliche Trend für die Altersgruppen der Senioren nicht.

Ältere Menschen sind zunehmend im Straßenverkehr aktiv – das ist derzeitig wohl der Hauptgrund, dass Seniorinnen und Senioren, gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung und ihrer Fahrleistung überproportional häufig an Verkehrsunfällen, insbesondere mit schweren Folgen, beteiligt sind.

In gut der Hälfte der Verkehrsunfälle setzen Senioren auch die Unfallursache. Häufigste Unfallursachen waren im vergangenen Jahr Fehler beim Wenden, Rückwärtsfahren oder dem Fahrstreifenwechsel.

 Zum Verkehrsbericht 2018

Bedingt durch den demographischen Wandel ist auch zukünftig zu erwarten, dass gerade ältere Menschen vermehrt an Verkehrsunfällen beteiligt sein werden. Im Rahmen der Gesamtbetrachtung setzt die polizeiliche Unfallverhütung in Frankfurt am Main deshalb ganz bewusst mit dem landesweiten Verkehrspräventionsprogramm  "MAXimal mobil bleiben – mit Verantwortung!" bei der gezielten Beratung von älteren Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern, ihren Angehörigen und Betreuerinnen und Betreuern an.

Aber auch alle anderen Verkehrsteilnehmer sind in diesem Zusammenhang gefragt.

An dieser Stelle weisen wir gerne darauf hin, dass es für alle Fahrzeugführer die gesetzliche Verpflichtung besteht, sein Verkehrsverhalten so auszurichten, „dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird“. Insbesondere § 3 (2a) der Straßenverkehrsordnung (StVO) sieht vor: „Wer ein Fahrzeug führt, muss sich gegenüber Kindern, hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.

Dass diese Regelung bußgeldbewährt ist gerät im Alltag und in der Hektik des Straßenverkehrs allzu leicht in Vergessenheit.

Bundeseinheitlicher Tatbestandskatalog - Tatbestände Stand: 1. November 2017

Punkte 1 | 80 €
Sie gefährdeten +) als Fahrzeugführer ein Kind/einen Hilfsbedürftigen/ einen älteren Menschen *), insbesondere durch nicht ausreichend verminderte Geschwindigkeit/mangelnde Bremsbereitschaft/ unzureichenden Seitenabstand beim Vorbeifahren/ unzureichenden Seitenabstand beim Überholen **).

Punkte 1 | 100 €
Sie schädigten als Fahrzeugführer ein Kind/einen Hilfsbedürftigen/ einen älteren Menschen *), insbesondere durch nicht ausreichend verminderte Geschwindigkeit/mangelnde Bremsbereitschaft/ unzureichenden Seitenabstand beim Vorbeifahren/ unzureichenden Seitenabstand beim Überholen **).

 

Ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht sind jedoch keine Einbahnstraße, sondern stellen die verpflichtenden Grundregeln für alle Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr dar.

Das Polizeipräsidium Frankfurt am Main bekämpft die Hauptunfallursachen für Verkehrsunfälle mit schweren Folgen schwerpunktmäßig im Rahmen der „Verkehrssicherheitsstrategie der Hessischen Polizei“. Neben der ganzjährigen regionalen Befassung wurde für den Zeitraum 20.05.2019 bis 02.06.2019 eine landesweite Schwerpunktaktion „Schwächere Verkehrsteilnehmer“ vereinbart. Wie in den vergangenen Jahren legt die Polizei Frankfurt am Main in den nun anstehenden Wochen mit gezielten Verkehrsüberwachungsmaßnahmen und einer einsatzbegleitenden Informationskampagne ihr ganz besonderes Augenmerk auf den Schutz der schwächeren und schwächsten Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr.

Wir möchten in den kommenden Wochen Ihren Blick auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer schärfen. Bitte unterstützen Sie uns mit #MehrVorsichtMehrRücksicht gegenüber Kindern, Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Handicapim Straßenverkehr, um die Sicherheit auf Frankfurts Straßen weiter zu erhöhen.


Weitere Beiträge:

 Ältere Verkehrsteilnehmer (21.05.2019)

 Kinder im Straßenverkehr (27.05.2019)

 Menschen mit Handicap (31.05.2019)


Verkehrserziehung und -aufklärung

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