Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
17.11.2017

Morgens in Gießen - Mit der Reiterstaffel auf Streife


Das Thermometer zeigt nasskalte 4 Grad, es ist neblig und ungemütlich. Morgens gegen neun Uhr im Gießener Osten. Mähne und Reiterhelm sitzen perfekt.

 

Wir treffen Polizeioberkommissarin Madeleine und Hauptkommissarin Stephanie von der Reiterstaffel. Mit ihren beiden Pferden Quirl (22 Jahre) und Lara (17 Jahre) sind sie eine imposante Erscheinung. Sowohl Pferde als auch Reiterinnen wirken extrem gelassen und souverän, siehe Foto:

Polizeioberkommissarin Madeleine und Hauptkommissarin Stephanie mit ihren beiden Pferden Quirl und Lara
Foto: Polizeioberkommissarin Madeleine und Hauptkommissarin Stephanie
mit ihren beiden Pferden Quirl und Lara

Die beiden Polizistinnen gehören zur Reiterstaffel der Polizei Hessen mit Sitz in Frankfurt-Sachsenhausen. Dort sind derzeit 13 Beamte und 16 Pferde für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Einsatz.

Neben regelmäßigen Präsenzstreifen, wie hier in Gießen, werden sie auch für repräsentative Aufgaben z.B. im Rahmen des Hessentages, bei Großveranstaltungen, beim Fußball oder auf Demos eingesetzt. Ihre Einsatzorte liegen in ganz Hessen, z.B. Kassel, Darmstadt, Wiesbaden und manchmal geht es auch zur Unterstützung in andere Bundesländer. Natürlich sind die beiden Reiterinnen auch „richtige Polizisten“ und wenn sie auf Streife etwas „Polizeirelevantes“ feststellen, wird auch entsprechend gehandelt. Vom „netten oder ermahnenden Bürgergespräch“, über die Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten bis zur Suche nach „Vermissten“ reicht das Spektrum auf Streife.

Die Reiterinnen sind in ihrem Dienst auch für die Versorgung und Pflege der Vierbeiner zuständig, vom Ausmisten der Pferdeboxen über die Fellpflege bis zur Fütterung. Auch die Vor- und Nachbereitungen bei Transporten gehört dazu, denn die Reiter sind hessenweit mit ihren Tieren unterwegs.

Während wir in der Rödgener Straße unser Gespräch mit den beiden Reiterinnen führen, werden von Passanten eifrig Fotos und Selfies geschossen. 

Reiterstaffel auf Streife in Gießen
Foto: Reiterstaffel auf Streife in Gießen

Stephanie erklärt, dass die Pferde quasi „Sympathieträger“ für die Polizei sind und man mit der Bevölkerung  über die Tiere schnell ins Gespräch kommt. Sie hat ihre heimatnahe Stelle auf einem südhessischen Polizeirevier aufgegeben und nimmt für diese Tätigkeit eine wesentlich längere Fahrtzeit zum Dienst bei der Reiterstaffel in Kauf. Das ist es ihr Wert, erklärt sie.

Auch für Madeleine ist die Arbeit bei der Reiterstaffel ein Traumjob. Sie kam kurze Zeit nach ihrem Studium für den gehobenen Dienst bereits zur „Berittenen“. Sie erklärt aber auch, dass  das Interesse an Polizeiarbeit  im Vordergrund stehen sollte. Wer unbedingt und ausschließlich mit Pferden arbeiten möchte, der ist bei der Reiterstaffel falsch. Denn hier bei der „mounted division“ wird echte Polizeiarbeit geleistet.

Gelegentlich geht es bei Einsätzen auch mal etwas rauher zu. Damit sich die Pferde bei möglichen Auseinandersetzungen nicht verletzten gibt es eine Schutzausstattung, die die Beine, den Brustbereich und den Kopf der Vierbeiner vor Schlägen, Wurfgeschossen und Tränengas schützt. Man kann sich vorstellen, dass es für das Fluchttier Pferd einer Menge Training bedarf, in eskalierenden Situationen ruhig zu bleiben und sich den Befehlen seines Reiters unterzuordnen. Und die Reiter sind natürlich auch gut geschützt, ähnlich wie ihre Kollegen bei den „Fußtruppen“. Das Zusammenwirken von Mensch und Tier sowie die unterschiedlichen Situationen werden von der Reiterstaffel regelmäßig trainiert, so dass Knallgeräusche, Lärm,  Feuer und Rauch den Tieren nicht die Nerven rauben und sie und ihre Reiter die zugewiesenen Aufträge erfüllen können.

Bis in den frühen Nachmittag ist das „Reiterduo“ im Gießener Osten unterwegs - es ist ruhig auf Streife geblieben.

Reiterstaffel auf Streife in Gießen
Foto: Reiterstaffel auf Streife in Gießen

Dann werden noch die Pferde gefüttert und für den Transport im Anhänger zurecht gemacht. Anschließend noch mit Jeep und Pferdeanhänger zurück nach Sachsenhausen, alles wieder auf Vordermann bringen und ab in den Stall bzw. nach Hause …

Und so reiten Stephanie und Madeleine weiter, unterwegs für Ihre Sicherheit!

Dankeschön an die Kolleginnen von der hessischen Reiterstaffel

Das Social-Media-Team bedankt sich für die interessanten Einblicke in die Arbeit der Reiterstaffel.
Mensch und Tier hat sie begeistert und wünscht allzeit guten Ritt!

Weitere Infos über Ross und Reiter im Internet: Die Polizeireiterstaffel Hessen

Text: Thorsten Mohr + Corina Weisbrod

Weitere Bilder:

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