Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
19.04.2018 | Speedmarathon 2018

Zweiter europaweiter Speedmarathon - Hessische Polizei zieht Bilanz

TISPOL-Logo Speedmarathon, roter Tacho mit "Kilometerstand" 2018 und dem Schriftzug "Slow Down Europe"

19.04.2018

Gestern Abend um 22.00 Uhr endete der diesjährige europaweite Speedmarathon. Mit dem Ziel, das Geschwindigkeitsniveau nachhaltig zu senken und damit Verkehrsunfälle mit Toten und Schwerverletzten zu reduzieren, beteiligten sich an fast 300 Messstellen in Hessen knapp 700 Polizistinnen und Polizisten sowie die Mitarbeiter teilnehmender Kommunen.

Zwischen 06.00 Uhr und 22.00 Uhr legte die hessische Polizei den Focus ihrer Verkehrssicherheitsarbeit auf das Thema Geschwindigkeit.

„Mit dem Aktionstag will die Polizei das Thema Geschwindigkeit und seine Folgen ins Bewusstsein der Autofahrerinnen und Autofahrer rufen. Geschwindigkeit ist der entscheidende Faktor bei einem Verkehrsunfall, wenn es um die schwere der Folgen geht“, erklärte Polizeidirektorin Gaby Häuser, Leiterin der Direktion Verkehrssicherheit und Sonderdienste des Polizeipräsidiums Mittelhessen. „Die Polizei appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen und sich bei jeder Fahrt und zu jeder Zeit an die Regeln zu halten, um so selbst seinen Teil für mehr Sicherheit und damit für mehr Lebensqualität auf Hessens Straßen beizutragen“, so Häuser weiter...

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18.04.2018, 15:53 Uhr:

Quasi zum „Halbmarathon“ ziehen die hessischen Geschwindigkeitsmesser zum heutigen europäischen Speedmarathon ein gemischtes Fazit.

Seit 06.00 Uhr haben hessische Polizistinnen und Polizisten sowie Mitarbeiter der teilnehmenden Kommunen Raser im Visier. Bereits im Vorfeld zum europäischen Speedmarathon gaben Polizei und Kommunen ihre Blitzstellen bekannt.

Die ersten Rückmeldungen von den Blitzstellen zeigen ein gemischtes Ergebnis: An vielen Stellen zeigte sich das Gros der Verkehrsteilnehmer offensichtlich gut informiert und hielt sich weitestgehend an die Geschwindigkeiten. Allerdings ziehen Polizistinnen und Polizisten an anderen Messstellen eine deutlich ernüchternde Bilanz. Die Beanstandungsquote, also das Verhältnis aller gemessenen Fahrzeuge zu denjenigen die zu schnell fuhren, lag an diesen Stellen genauso hoch wie an Tagen ohne vorherige Ankündigung.

Heute Morgen baute die Frankfurter Polizei zum Beispiel ihre Messtechnik an der Miquellallee, unterhalb der Rosa-Luxemburg-Straße, auf. Hier passierten knapp 300 Fahrzeuge die Blitzanlage und keiner der Gemessenen war zu schnell. 

Offensichtlich sind trotz der Blitzerankündigungen auch unverbesserliche Raser unterwegs:

Auf der B 44 in Südhessen, auf der Strecke zwischen Bürstadt und Biblis, raste ein Verkehrsteilnehmer mit 189 km/h bei erlaubten 100 km/h durch die Messstelle. Hier werden 600 Euro Bußgeld sowie zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg fällig. Zudem kommt auf den Raser ein dreimonatiges Fahrverbot zu.

Kurios ist die Geschichte eines Autofahrers in Frankfurt. Er fuhr gleich zweimal zu schnell in dieselbe Blitzstelle und musste für jeden Verstoß verwarnt werden.

Der Speedmarathon dauert noch bis heute 22.00 Uhr an. Hier gelangen Sie zu den Blitzstellen in Hessen (49 KB). Die Blitzstellen der einzelnen Polizeipräsidien in Hessen finden Sie am Ende des Artikels unter "weitere Dokumente".

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13.04.2018

Mit dem europaweiten Verkehrsaktionstag „Speedmarathon“ am 18. April 2018 rufen die hessische Polizei und teilnehmende Kommunen die Gefahren und Folgen zu schnellen Fahrens ins Bewusstsein. Zwischen 06.00 Uhr und 22.00 Uhr geraten Raser verstärkt ins Visier der Geschwindigkeitsmesser.

In Hessen kommen an über 300 Messstellen rund 700 Polizisten und Mitarbeiter der teilnehmenden Kommunen zum Einsatz. Sämtliche Blitzstellen werden über die Medien bekannt gegeben.

Hier gelangen Sie zu den Blitzstellen in Hessen (49 KB). Die Blitzstellen der einzelnen Polizeipräsidien in Hessen finden Sie am Ende des Artikels unter "weitere Dokumente".

 

Die Statistik zeigt: Rasen bringt schwerste Verletzungen, bis hin zum Tod!

Die Polizei registrierte 2017 insgesamt 150.014 Verkehrsunfälle auf Hessens Straßen. Bei 21.137 Unfällen verunglückten 28.475 Personen. Hiervon erlitten 23.618 leichte Verletzungen, 4.644 Personen trugen schwere Verletzungen davon und 213 Menschen starben im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall.

Der Gesamtanteil der Verkehrsunfälle mit der Hauptunfallursache Geschwindigkeit liegt mit ca. 7% vergleichsweise niedrig. Bei Kollisionen mit Personenschäden erhöht sich dieser Anteil jedoch auf knapp 15%. Betrachtet man die Unfälle in Hinblick auf die Schwere der Folgen, nimmt die Hauptunfallursache Geschwindigkeit deutlich zu: Bei gut einem Viertel der Schwerverletzten hat nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit zur Unfallentstehung beigetragen, bei Getöteten war dies bei mehr als einem Drittel der Fall. Damit ist Geschwindigkeit mit deutlichem Vorsprung die Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit Getöteten und Schwerverletzten.

Während innerorts das Gros der Zusammenstöße lediglich Sachschäden zur Folge haben, nehmen auf Autobahnen und der Landstraße die schweren Unfallfolgen wegen der deutlich höheren Geschwindigkeiten zu.

Machten Verkehrsunfälle auf Landstraßen im vergangenen Jahr zwar etwa nur 24% am Gesamtunfallaufkommen in Hessen aus, so verloren 124 Menschen dabei ihr Leben, das entspricht einem Anteil von 59% aller 2017 im Straßenverkehr verstorbenen Menschen. Innerorts kehrt sich das Verhältnis um: Etwa 64% der Unfälle geschehen innerhalb geschlossener Ortschafen, dabei starben im zurückliegendem Jahr 53 Menschen (= 25%).

Tempolimits sind keine Empfehlung!

Mit dem Druck auf das Gaspedal beeinflusst jeder Verkehrsteilnehmer die Sicherheit im Straßenverkehr und damit die Lebensqualität aller!

Geschwindigkeitsbegrenzungen sind keine Handlungsempfehlungen – es ist wichtig sich an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten zu halten! Tempoüberschreitungen werden überwiegend bewusst und kalkuliert begangen. Der Polizei und den Kommunen kommt es nicht auf die Anzahl der Verstöße oder Anzeigen an. Ziel ist es nachhaltig das Geschwindigkeitsniveau zu senken, um damit weitere Tote und Schwerverletze zu verhindern. Im Mittelpunkt aller polizeilichen Maßnahmen stehen die Sicherheit im Straßenverkehr und damit die Erhöhung der Lebensqualität.

Speed ist ein Killer!

Ob Verletzte oder gar Getötete nach einem Verkehrsunfall zu beklagen sind, liegt an vielen Faktoren: Wie viele Insassen befinden sich im Wagen? Kracht man mit einem kleinen Wagen mit geringer Knautschzone frontal gegen eine Oberklasse oder prallt das Fahrzeug seitlich und damit weniger geschützt gegen ein Hindernis? In allen Fällen ist die Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des Aufpralls der entscheidende Faktor, ob man verletzt überlebt oder stirbt. Jeder Verkehrsteilnehmer hat Einfluss auf seine gefahrene  Geschwindigkeit und damit auf seine eigene Lebensqualität und die der Anderen.

Internet – Facebook– Twitter – Instagram: Auf allen Kanälen gegen Raser!

Die Polizei gibt sämtliche Blitzstellen für die Zeit von 06.00 Uhr bis 22.00 Uhr bekannt. Wir begleiten den Speedmarathon auf allen Social-Media-Kanälen der hessischen Polizei, um auch dort die Gefahren von zu schneller und nicht angepasster Geschwindigkeit ins Bewusstsein zu rufen.

Polizei Hessen in sozialen Medien


Hintergrundinformationen zu TISPOL (Traffic Information System Police)

„Grenzen überschreiten, um Leben zu retten!“ TISPOL ist ein europaweites Polizeinetzwerk, das die Zahl der Verkehrsunfallopfer senken will. TISPOL steht für „Traffic Information System Police“. Hervorgegangen aus einem Zusammenschluss von Verkehrspolizeien der Mitgliedsländer der Europäischen Union, handelt es sich um eine Nicht-Regierungsorganisation mit Hauptsitz in London. Dieses europäische Verkehrspolizei-Netzwerk hat die Aufgabe, europaweit nationale Aktionen zur Durchsetzung der Vorschriften im Verkehrssektor zu koordinieren. Hauptziel ist die Reduzierung der auf Europas Straßen Getöteten und Schwerverletzten.

TISPOL geht davon aus, dass die Verkehrsausbildung und -überwachung einen bedeutenden Beitrag zur Verminderung der Zahl von Verkehrsunfallopfern leistet.

Ziele:

  • Reduzierung von Verkehrsopfern auf europäischen Straßen
  • Zusammenführung, Zusammenarbeit und Austausch praktischer Erfahrungen der Straßenverkehrsbehörden und Verkehrspolizeien in Europa
  • Organisation und Koordination europaweiter Einsätze und Kampagnen
  • Unterstützung und Förderung von Forschungen im Bereich der Verkehrssicherheit

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