Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
15.06.2018

Wenn Gegenstände fliegen lernen – ist irgendwas schief gelaufen

 

Wer sich  nicht täglich mit dem Thema Ladungssicherung beschäftigt, für den kann eine Urlaubsreise, bei der es reichlich Gepäck zu verstauen gibt, zu einer echten Herausforderung werden. Dabei auf Lücke zu setzen wäre grob fahrlässig, nicht nur im Sinne der drohenden Strafen, sondern vor allem in Bezug auf die eigene Sicherheit und Gesundheit. Dabei ist das Thema Ladungssicherung kein Buch mit sieben Siegeln, sondern mit etwas Interesse für jedermann verständlich.

 

Die rechtliche Situation

Schon in der Fahrschule sind wir alle über eine solche oder ähnliche Prüfungsfragen gestolpert und mussten angeben, welche Antwortalternativen richtig sind:

Der Fahrer ist verantwortlich, dass:

  1. die Ladung verkehrssicher verstaut ist,
  2. er in der Sicht und Bedienung des Fahrzeuges nicht behindert ist,
  3. das Fahrzeug nicht überladen ist.

Welche Antwortmöglichkeiten stimmen? Alle!

Der Paragraf 22 der Straßenverkehrsordnung, der die Ladungssicherung regelt, geht sogar noch weiter:

„Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können.“

Ergo: Nichts darf wackeln, rutschen, Lärm verursachen. Eine echte Herausforderung, vor allem für diejenigen, die nicht tagtäglich mit dem Thema Ladungssicherung beschäftigt sind. Aber die Vorschriften zur Ladungssicherung gelten aus gutem Grund eben nicht nur für die Fahrer von LKW oder anderen Großfahrzeugen, sondern eben auch für den Privatmann im eigenen PKW.

  
Ein Beispiel

Das 30- bis 50-fache Eigengewicht entwickelt ein Gegenstand bei einem Aufprall mit 50 km/h. Schon der kleinste Gegenstand kann damit zum tödlichen Geschoss werden, wenn er bei einem Aufprall nach vorne geschossen kommt. Eine zehn Kilo schwere Kühlbox ungesichert auf der Rücksitzbank kommt Fahrer und Beifahrer also mit einer halben Tonne Gewicht entgegen. Selbst wenn sie „nur“ gegen die Lehne des Sitzes knallt, kann sie erhebliche Wirbelsäulenverletzungen verursachen.
  

Schlechte Beispiele der Ladungssicherung - So bitte nicht!
Fotos: Schlechte Beispiele der Ladungssicherung - So bitte nicht!

So geht´s besser

  • Weniger ist mehr. Versuchen Sie sich auf die wichtigsten Reisebegleiter zu beschränken. Das spart auch Sprit!
  • Auf die zulässige Zuladung im Fahrzeugschein achten und nicht vergessen, dass auch die Mitfahrer als „Zuladung“ gelten.
  • Schwere Gegenstände nach unten packen und möglichst direkt gegen die Rücksitze schieben, damit sie keinen „Schwung“ nach vorne holen können.
  • Gepäcknetze oder Gitter verwenden, um den Laderaum vom Fahrgastraum zu trennen.
  • Wer kein Gitter hat, der sollte nie höher als bis zur Oberkante der Sitzlehne laden. Dabei geht es nicht nur darum, den Flug der Gegenstände zu verhindern, sondern auch um eine gute Sicht des Fahrers nach hinten.
  • Die Ladung im Kofferraum am besten mit einer Decke abdecken und dann mit Zurrgurten sichern, so können auch Kleinteile nicht umherfliegen und die Ladung bleibt auch bei Ausweichmanövern an ihrem Platz und bringt das Auto nicht zusätzlich ins Schleudern.
  • Vorsicht mit Spielzeug, Getränken und Co. im Fahrgastraum. Lose Gegenstände, wie eine Glasflasche, können bei einem Unfall eine erhebliche Verletzungsgefahr darstellen. Auch bei Spielzeugen sollte auf schwere und spitze Gegenstände verzichtet werden. Und was gerade nicht gebraucht wird, sollte in der Seitentür oder dem einem Staufach verwahrt werden.

 

Sylvia Frech, Pressesprecher


Die Aktion steht unter dem Motto TISPOL (europäische Polizeinetzwerk - Traffic Information System Police) "safe holiday".
Weitere Informationen zur Aktion Safe Holiday