Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
17.10.2018

Visitation beim Polizeipräsidium Mittelhessen – Der Weihbischof im Gespräch

Im neuen Konferenzraum, des energetisch frisch sanierten Polizeigebäudes in Friedberg, begrüßten Polizeipräsident Bernd Paul und der Leiter der  Polizeidirektion Wetterau, Ralph-Dieter Brede am Donnerstag den Weihbischof und Generalvikar Dr. Udo Bentz und dessen Mitarbeiter auf Visitationsrunde durch das katholische Dekanat Wetterau-West.

An der Visitation nahm ebenfalls Pastoralreferent Joachim Michalik teil, der bereits seit 2010 als Polizeiseelsorger in engem Kontakt mit den Dienststellen und Mitarbeitern des Polizeipräsidiums steht. 

 

Visitation des Weihbischofs beim Polizeipräsidium Mittelhessen - Gruppenfoto v. l.:  Dekan Pfr. Stefan Wanske, Polizeidirektor Ralph-Dieter Brede, Weihbischof Dr. Udo Bentz, Polizeipräsident Bernd Paul, Polizeiseelsorger Joachim Michalik 
Visitation des Weihbischofs beim Polizeipräsidium Mittelhessen - Gruppenfoto v. l.:
Dekan Pfr. Stefan Wanske, Polizeidirektor Brede, Weihbischof Dr. Bentz, Polizeipräsident Paul, Polizeiseelsorger Michalik


Weihbischof Dr. Bentz, dem Dekan Pfr. Stefan Wanske und deren Mitarbeitern stellte Polizeipräsident Bernd Paul zunächst das  Polizeipräsidiums Mittelhessen vor, dessen Mitarbeiter über eine Millionen Einwohner in 88 Kommunen betreuen.

Logo des Polizeipräsidiums MittelhessenEr verwies dabei auf 156.122 Einsätze aufgrund von Notrufen, mehr als 24.000 Verkehrsunfälle und 45.344 Straftaten im Jahr 2017, die u.a. zur Bearbeitung anfielen. Ein Lob sprach er in diesem Zusammenhang auch der engagierten Arbeit der Beschäftigten aus, die eine Rekordaufklärungsquote von 63,1 % zur Folge hatte, siehe Verkehrsunfall- und Polizeiliche Kriminalstatistik 2017 gem. Link  Statistik.

Weihbischof Dr. Bentz betonte die Wichtigkeit von Besuchen der Bürger des Bistums und seiner Einrichtungen. Nur so sei es möglich festzustellen, ob Kirche ihre Mitglieder tatsächlich erreiche und die Zusammenarbeit funktioniere. Er verwies auf die gemeinsamen Themen von Polizei und Seelsorge und der damit einhergehenden Verantwortung beider Institutionen für die Gesellschaft. Dabei sei man auch durch gemeinsame Werte, die man im Rahmen seiner Arbeit vertrete und dem Dienst am Menschen verbunden.

Kriminaldirektor Ralph-Dieter Brede zeichnete ein Bild der  Polizeidirektion Wetterau mit ihren Polizeistationen und Polizeiposten, sowie der Regionalen Kriminalinspektion (RKI). Dabei hatten die ebenfalls anwesenden Leiter der Polizeistationen und der Kriminalpolizei Gelegenheit vorzutragen, welche besonderen Belastungen die bei ihnen Beschäftigten zu tragen haben. Dabei kam die Sprache sowohl auf örtliche Gegebenheiten wie z.B. die Justizvollzugsanstalten oder die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der Direktion.

Anschaulich erklärte der Leiter des Kapitaldeliktekommissariats, Kriminalhauptkommissar Klaus-Dieter Schmidt den Aufgabenbereich seiner Mitarbeiter. Durch die authentische Schilderung von praktischen Beispielen wurde jedem schnell klar, mit welchen Belastungen die Bearbeitung von u.a. Tötungs- und Sexualdelikten einhergeht. Dabei zeigte er sich erfreut über die Einführung von Supervisionsveranstaltungen für seine Mitarbeiter. Bei diesem Instrumentarium eröffne sich die Möglichkeit, Dinge aus- und anzusprechen und damit Raum zu geben, für deren bessere Verarbeitung.

Polizeihauptkommissar Frech erläuterte in seinem Vortrag die Anpassung polizeilicher Verfahrensweisen aufgrund der potentiellen terroristischen Bedrohung. Nach den Anschlägen in Frankreich und Belgien habe man ein Notinterventions-Konzept entwickelt, das die Einsatzkräfte in die Lage versetzt, zeitnah in Bedrohungslagen einzugreifen, ohne lange auf Spezialkräfte warten zu müssen. Die erforderliche Schutzausrüstung lag zur Anschauung bereit und Weihbischof Dr. Bentz ließ es sich nicht nehmen, diese selbst anzulegen, siehe Fotocollage:

Fotocollage: Weihbischof Dr. Bentz legt die von Polizeihauptkommissar Frech (li.) vorgestellte Schutzausrüstung an
Fotocollage: Weihbischof Dr. Bentz legt die von Polizeihauptkommissar Frech (li.) vorgestellte Schutzausrüstung an

Dr. Bentz resümierte schließlich, dass sowohl der Beruf des Seelsorgers und der des Polizeibeamten mit einer Menge Idealismus einhergehen. Er unterstrich das Erfordernis, die Motivation für die Aufgabe immer wieder neu zu fördern. Dazu sei Anerkennung unabdingbar. Polizisten und Polizistinnen setzten sich für die Werte der Gesellschaft ein und verteidigten sie durch ihre Arbeit. Dabei seien sie selbst häufig Angriffen, Gefahren und vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Neben der bisherigen erfolgreichen Zusammenarbeit im Rahmen der Notfallseelsorge, bot Bentz seelsorgerische Verfügbarkeit seiner Mitarbeiter für die Mitarbeiter der Polizeibehörde an.

Man verabschiedete sich am Ende der Veranstaltung mit dem Wunsch, auch in Zukunft weiter erfolgreich zu kooperieren.


Corina Weisbrod, Pressesprecherin

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