Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
05.09.2018

Mit den Videokrädern unterwegs auf Mittelhelhessens Straßen

 

Mit Videostreifen-Krädern unterwegs in Mittelhessen

 

  • Sie sind wendig und sie sind ausreichend schnell!
  • Sie sehen aus wie normale Serienmotorräder und sind es bis auf wenige nach vorne kaum erkennbare Anbauten auch!
  • Sie werden, selbst bei guter Vernetzung und trotz Warnungen der Biker untereinander, nicht sofort erkannt und sie sorgen deshalb für Überraschung und Verunsicherung!
  • Sie zeichnen verlässlich und sicher das Fehlverhalten auf. Der Kradfahrer kann sein Verhalten vor Ort sehen und es dann wohl auch nicht mehr leugnen.
       

Die Rede ist von den zivilen Motorrädern der Polizei, die ausgerüstet mit Blaulicht, Martinshorn, Anhalteeinrichtung und vor allem mit Videokamera (Go-Pro) seit Mitte Juni in einem bis Ende Oktober andauernden Pilotprojekt zur Überwachung des Straßenverkehrs auf Hessens Straßen unterwegs sind.

Zur  Presseinformation des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport vom 22.06.2018

Die sechs BMW GS 1200 haben schon mehrere tausend Kilometer überwiegend an den Wochenenden und in den Nachmittags- und Abendstunden meist an den bekannten oder beliebten hessischen „Bikerstrecken“ (Hochburgen der Motorradfahrer) zurückgelegt. Exemplarisch zu nennen wären der Odenwald, der Edersee, der Feldberg, der Schottenring und in Mittelhessen die Zollbuche.

Dabei endete für manchen die Fahrt direkt nach der Kontrolle. Erlöschen der Betriebserlaubnis, Fahren unter dem Einfluss berauschender Mittel und aggressive, verkehrsgefährdende  Fahrweise waren nur einige der festgestellten Gründe.

Mit Videostreifen-Krädern unterwegs in Mittelhessen mit Videokamera (Go-Pro)
Foto: Sechs Videostreifen-Kräder sind in Hessen mit Videokamera (Go-Pro) ausgestattet


Genau um die letztgenannten gefährlichen und riskanten Fahrweisen geht es hauptsächlich.

Die Kradfahrer, die durch überhöhte Geschwindigkeiten, „Rennverhalten“ auf normalen Straßen und aggressive Fahrweise nicht nur sich, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer gefährden, sind das vordergründige Ziel. Wer von der Videokradstreife der Polizei angehalten wird und sein beweissicher dokumentiertes Verhalten dann gleich auf dem Monitor der Videokamera oder auf dem meist mitgeführten Laptop im Kontrollauto anschaut, der staunt nur noch, sieht sein Fehlverhalten meist ein und akzeptiert die notwendigen Maßnahmen. Es gibt meistens keinen Widerspruch mehr.

Nach ersten Erfahrungen der Kradfahrer des Polizeipräsidiums Mittelhessen kommt der Einsatz der zivilen Motorräder nicht nur beim überwiegenden Teil der Biker gut an, sondern auch bei der Bevölkerung, die sich vielfach wegen des Lärms durch vermeintlich sinnloses Hin- und Herfahren beschweren.

Die mittelhessischen Biker des Regionalen Verkehrsdienstes waren am Freitag, 24. August, mal wieder an der Zollbuche auf der Bundesstraße 255 zwischen Gladenbach und Bischoffen unterwegs. Diese unter Bikern beliebte, kurvenreiche Strecke führte immer wieder zu Beschwerden der Bewohner von Oberweidbach, einem Ort unmittelbar an der Bundesstraße. Außerdem passierten dort seit 2006 insgesamt 53 Verkehrsunfälle mit Kradbeteiligung. Die Folgen waren 23 schwer- und 37 leichtverletzte Menschen.

Mit Videostreifen-Krädern unterwegs in Mittelhessen - Kontrollstelle an der Zollbuche
Foto:  Kontrollstelle an der Zollbuche


Drei Fernsehteams (HR, ZDF und SAT 1)
hatten Interesse an der Dokumentation dieses neuen polizeilichen Zivilfahrzeugs und begleiteten den Einsatz. Der Beitrag in der Hessenschau lief bereits am Samstag, 25. August, der Beitrag bei "17.30 Live" auf SAT 1 und der Sendetermin beim ZDF stehen noch nicht fest.

Die Fernsehteams bekamen einen Einblick in die Technik des Motorrades und in die Einsatzmöglichkeiten. Durch Begleitung bei den Kontrollen erhielten sie aus erster Hand eine an diesem Tag durchweg positive Rückmeldung über die Wirkung dieses neuen Einsatzmittels.
  

Mit Videostreifen-Krädern unterwegs in Mittelhessen - Fernsehteams bekamen einen Einblick in die Technik der Video-Motorräder
Foto:  Fernsehteams bekamen einen Einblick in die Technik der Video-Motorräder

„Lediglich ein Motorradfahrer nutzte bei einem Fahrmanöver ein wenig die Sperrfläche. Ansonsten verhielten sich die Kradfahrer vorschriftsmäßig, und auch an der Technik der überprüften Maschinen gab es nichts zu bemängeln. Ein solches Ergebnis ist für die Polizei auch ein Kontrollerfolg!“, so die Bilanz von Kriminaldirektor Bodo Koch, dem Leiter der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf und Polizeivizepräsident Peter Kreuter, die beide die Kontrollen begleiteten.

„Die Maschine und die verbaute Technik ist sehr zuverlässig. Der Einsatz hat sich in der Szene herumgesprochen und Wirkung erzielt. Die Rückmeldungen sind bislang fast ausnahmslos sehr positiv. Für uns gibt es deshalb keine zwei Meinungen – der Einsatz der Videokräder hat sich schon jetzt gelohnt!“, sagten die beiden mittelhessischen Fahrer der Zivilkräder, Polizeihautpkommissar Thorsten Samsa, Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes Marburg-Biedenkopf, und sein Kollege Polizeioberkommissar Gregor Zylka übereinstimmend.


Weitere Fotos Pilotprojekt "Videostreifen-Krad" in Mittelhessen in der Bildergalerie

Weitere Bilder:

Weitere Informationen zur Landesweiten Präventionskampagne:
Mit Videostreifen gegen Rettungssünder

Martin Ahlich, Pressesprecher

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