Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
06.02.2018

Betrüger versuchten Bewohner aus dem Haus zu locken – um einzubrechen

Neue Variante des falschen Polizeibeamten


Bad Vilbel: Alles deutet darauf hin, dass Betrüger in den letzten Tagen mit einer ganz miesen Masche versuchten, sich eine günstige Gelegenheit für einen Einbruch zu schaffen. Sie gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus, wollten die Angerufenen zur Polizeistation locken und in der Abwesenheit vermutlich in deren Wohnhäuser einbrechen.

 

Bereits am Donnerstagabend, 01. Februar 2018, gegen 19 Uhr, klingelte das Telefon bei einem Senior aus Bad Vilbel.

Es meldete sich ein angeblicher Kriminalkommissar, der von der Festnahme einer Einbrecherbande berichtete. Bei den Einbrechern seien verschiedene Adressen aufgefunden worden, auch die des Seniors aus Bad Vilbel. Weiterhin gab der Anrufer vor, man müsse in dieser Sache mit dem Senior sprechen, weshalb er bitte am Folgetag zur Polizei kommen solle.

Dem Senior kam der Anruf von vornherein komisch vor, was er auch ansprach. Der Anrufer war jedoch darauf vorbereitet und bat den Senior, die Vorwahl Bad Vilbels plus 110 anzurufen, um sich zu versichern, dass alles seine Richtigkeit habe. Der Senior folgte der Aufforderung und hatte einen Mann am Telefon, der ihm versicherte, der Kriminalkommissar sei tatsächlich ein Kollege und er solle den Termin bei der Polizei wahrnehmen. Sogar eine Wegbeschreibung zur Polizeistation erhielt er.
  

Achtung: Falsche Polizisten rufen an! Anrufe mit Vorwahl plus 110

  
Glücklicherweise hatte der Senior noch immer Zweifel und rief bei einer Frankfurter Polizeistation an. Hier flog der Schwindel auf. Bei dem Anrufer und dem Angerufenen handelte es sich um Betrüger. Der Bad Vilbeler verließ daher nicht das Haus, um den vermeintlichen Termin wahrzunehmen.

Die richtige Kriminalpolizei in Friedberg hat nun den Vorgang übernommen und ermittelt wegen der Vorbereitung einer Straftat. Die Beamten gehen davon aus, dass der Senior aus dem Haus gelockt werden sollte, um in seiner Abwesenheit ungestört in dieses einbrechen zu können.

Der Senior war nicht der einzige, den ein solches Telefonat eines falschen Polizeibeamten erreichte.

Inzwischen meldeten sich weitere Betroffene bei der Polizei und berichteten von dubiosen Anrufen, mit denen sie offenbar aus dem Haus gelockt werden sollten.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang:

  • Wenn sich Personen Ihnen gegenüber als Polizisten ausgeben, dann rufen Sie immer unter der Ihnen bekannten Telefonnummer bei der örtlichen Polizeidienststelle an und überprüfen Sie die Richtigkeit der gemachten Angaben.
  • Die Telefonnummer der örtlichen Polizeistation sollten Sie immer griffbereit in der Nähe des Telefons notiert haben.
  • Sollten Sie die Polizei unter der Notrufnummer erreichen wollen, dann wählen Sie ausschließlich die 110! Für den Notruf ist keine Vorwahl erforderlich!
  • Seien Sie sich sicher: Wenn die Polizei versucht Kontakt mit Ihnen aufzunehmen, werden die Kollegen sich persönlich an Sie wenden und sich dabei ausweisen können oder Ihnen per Post eine Vorladung übersenden.
  • Trauen Sie nicht der im Display angezeigten Nummer, diese lässt sich von Betrügern durch technische Möglichkeiten beliebig verändern und lässt keinen Rückschluss auf den tatsächlichen Anrufer zu.
  • Mit von Anrufern übermittelten Telefonnummern verhält es sich ähnlich. Sie wissen nicht, wen Sie tatsächlich anrufen, wenn Sie diese Nummern wählen. Nutzen Sie daher nur die Ihnen bekannten Nummern oder solche, die Sie in öffentlichen Telefonverzeichnissen nachschlagen können.
  • Geben Sie niemals persönliche Daten oder Wertsachen an Fremde weiter.
  • Helfen Sie mit, die Informationen über die Betrugsmaschen weiterzugeben, sprechen Sie insbesondere mit älteren Angehörigen und Bekannten darüber!

Hinweise zu "Anrufe mit gefälschter Telefonnummer"
und der Masche „Falsche Polizeibeamte“

Weitere Tipps zumThema "Betrug im Namen der Polizei" gibt es hier:

Schriftzug: www.polizei-beratung.de

 

Sylvia Frech, Pressesprecherin