Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
16.11.2017

Polizei kritisiert Eltern - Gefährliche Fahrten vor Schule!

Verkehrskontrolle durch die Polizei

Offenbar nichts gelernt haben einige Eltern von Grundschülern in Lollar.

  

Dieses Resümee musste man nach einer Kontrolle am letzten Montag, 13. November 2017, in der Straße Schur ziehen. Viele der Eltern, die ihre Kinder bis vor die Schule fuhren, hatten ihre Kinder nicht angeschnallt. Die Folgen waren neben der Einleitung mehrerer Verkehrsordnungswidrigkeitsverfahren auch die Einleitung eines Strafverfahrens gegen einen Autofahrer.

Polizeipräsident Bernd Paul  

„Eltern, welche die gesetzlich vorgeschriebenen Bestimmungen nicht einhalten, bringen ihre Kinder durch ihr Verhalten in große Gefahr. Gerade Kinder unterliegen im Straßenverkehr einem besonderen Schutzbedürfnis. Wir werden durch weitere Kontrollen rigoros gegen solche rücksichtslosen Autofahrerinnen und Autofahrer vorgehen. Gerade Eltern haben gegenüber ihren Kindern eine Vorbildfunktion und sollten immer, auch auf kurzen Strecken, sich und die Sprösslinge angemessen angurten“, so der mittelhessische Polizeipräsident Bernd Paul.

 

Bereits vor der Kontrolle, die zum Schulbeginn am Montagmorgen durch Mitarbeiter des Regionalen Verkehrsdienstes aus Gießen durchgeführt wurde, hatte es Beschwerden über das sogenannte „Eltern-Taxi“ gegeben. Viele Mitteiler beklagten sich darüber, dass einige „bequeme“ Eltern ihre Kinder direkt vor die Schule fuhren und dabei die Zufahrtswege für die Rettungswege blockierten. Auch gab es Beschwerden darüber, dass Eltern ihre Kinder nicht anschnallten bzw. nicht die notwendigen Kindersitze dabei hatten.


Gleich zu Beginn der Kontrollen trauten selbst die erfahrenen Polizeibeamten ihren Augen nicht
.
In einem Kombi transportierte ein 30–Jähriger aus Lollar sieben Kinder und einen Erwachsenen. In dem „überbesetzten“ Auto waren die Erwachsenen und alle Kinder nicht angeschnallt. In dem Fahrzeug wurden die erforderlichen Kindersitze nicht mitgeführt.

Die nächste Kontrolle versetzte die Beamten ins Staunen.
Ein 30–Jähriger aus Lollar hatte zwei Kinder, die ebenfalls nicht angeschnallt waren, im Auto. Bei der Überprüfung stellte es sich heraus, dass der Mann einen gefälschten griechischen Führerschein vorzeigte. Es wurde ermittelt, dass der Lollarer gar keine Fahrerlaubnis hat. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Insgesamt ertappten die Beamten sieben Autofahrer, die ihre Kinder „ungesichert“ zur Schule fuhren.

Die Beamten empfehlen:

  • Erst angurten, dann losfahren!
  • Die Eltern sollten ihren Kindern zeigen, wie es richtig geht.
  • Doch nicht nur im eigenen Auto lauern Gefahren! Auch in Fahrzeugen der Großeltern, von Bekannten oder einem Taxi sollte darauf geachtet werden, dass ihr Kind gesichert ist.
  • Die Verkehrsüberwacher der Gießener Polizei empfehlen auch, dass die Kinder immer auf der Bürgersteigseite ein- oder aussteigen.

Bei der Anschaffung eines geeigneten Kindersitzes sollte darauf geachtet werden, dass der Sitz in erster Linie dem Gewicht des Kindes entspricht.

Hier gilt die einfache Regel:

  • Ihr Kind muss entweder das zwölfte Lebensjahr vollendet haben oder
  • größer als 150 Zentimeter sein.
  • Ist eine dieser Voraussetzungen erfüllt, dann darf das Kind ohne Kindersitz im Auto mitfahren.

Jörg Reinemer, Pressesprecher

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Solche Kontrollmaßnahmen gehören auch zu verkehrssicher-in-mittelhessen.

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