Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
20.04.2018

Vandalismus an Schulen im Wetteraukreis

 

"Ein beschädigtes Dach einer Schule in Butzbach, Müllcontainer einer Schule aus Nidda im Flutgraben, beschmierte Wände in Gedern .... mehr als 80 Sachbeschädigungen auf Schulgeländen wurden alleine im Jahr 2017 im Wetteraukreis zur Anzeige gebracht. Die Dunkelziffer dürfte weit darüber liegen. Abgesehen von Scherben auf dem Schulhof, Zigarettenkippen im Sandkasten ... die Hausmeister und Reinigungskräfte fordern und sich in keiner Statistik wiederfinden. Eingeschlagene Scheiben, beschmierte Wände, beschädigtes Inventar, angesteckte Mülltonnen, die Art der Beschädigungen hat sich mit den Jahren kaum gewandelt. Der Mangel an sozialer Kontrolle offenbar schon. Meist bekommt vermeintlich niemand mit, wer sich wann und wo auf dem Schulgeländen herumtreibt ..."

Vandalismus an Schulen: zerbrochene Fensterscheiben ...    Vandalismus an Schulen: zerstörte Lampe
Fotos: zerbrochene Fensterscheibe und eine zerstörte Lampe einer Schule in Nidda

Es ist kein neues Phänomen.

Derartige Schadensmeldungen gab es schon vor Jahrzehnten und von überall. Was von manchem als Dummer-Jungen-Streich belächelt wird, belastet den Steuerzahler immens und birgt Gefahren für Schüler, die sich z.B. an beschädigten Spielgeräten oder Scherben verletzen könnten.

Häufig werden die Sachbeschädigungen von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden begangen. In der Abgeschiedenheit der Schulgelände trifft man sich, häufig abends oder an den Wochenenden, denn dann ist man ungestört und der Kontrolle entzogen. Man verbringt Zeit miteinander und kommt gelegentlich auf dumme Ideen. Nicht selten sind auch Alkohol oder Drogen im Spiel. Die Gruppe dient zudem als Beschleuniger.

Junge Menschen testen Grenzen aus und lernen aus der Erfahrung mit diesen Regelverstößen. Dieser Reifeprozess wird von Menschen aller sozialen Schichten und sowohl in der Stadt als auch auf dem Land durchlaufen. Polizei und Gerichte haben sich auf darauf eingestellt und arbeiten mit straffällig gewordenen jungen Menschen mit anderen Schwerpunkten, als sie es bei Erwachsenen tun. Während bei Erwachsenen der Strafgedanke im Vordergrund steht, gilt bei Jugendlichen "Erziehung vor Strafe". Ziel soll es sein, die Einsicht in das Unrecht der Tat zu erreichen und damit letztlich nachhaltig das weitere Verhalten der Täter positiv zu beeinflussen. So kann eine Möglichkeit der Bestrafung die Beseitigung der angerichteten Schäden sein. Um das zu erreichen, ist es jedoch erforderlich, dass die Täter auch ermittelt werden.

Obwohl Polizeistreifen die Schulgelände auch außerhalb der Schulzeiten anfahren und angetroffene Personen kontrollieren, reichen diese Maßnahmen häufig nicht aus. Vielmehr ist es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, gegen Vandalismus entschieden Flagge zu zeigen.

Und so ist jeder Einzelne angesprochen, im Rahmen seiner Möglichkeiten, tätig zu werden:

  • Deshalb schauen Sie nicht weg, wenn Sie Verdächtiges wahrnehmen.
  • Schreiten Sei ein, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
  • Rufen Sie die Polizei (Notruf 110) und teilen Sie den Sachverhalt mit.
  • Prägen Sie sich Täter-Merkmale ein.

Jungen Menschen steht Toleranz zu. Diese endet jedoch dort, wo Straftaten verübt werden. Es sind die Steuergelder der Bürger, die zur Instandsetzung oder gar Neubeschaffung verwandt werden müssen. Und letztlich sollte sich jeder wünschen, dass Kinder in einem sauberen, sicheren und schönen Umfeld lernen können.

Corina Weisbrod, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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