Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
01.10.2018

„Opfer“ – Ein Begriff, viele Emotionen – Sie können helfen!

Opferschutz: Polizeibeamtin stützt ein Opfer

Körperliche Verletzungen verheilen meist schnell und gut, nur manchmal bleiben Narben zurück, die an sie erinnern. Die Verletzungen, die die Seele erleidet, sind oft die größeren, die Narben die tieferen. 

Raub, Beleidigung, Körperverletzung, Stalking, Einbruch, Vergewaltigung – Die Liste der möglichen Straftaten bei denen Menschen Opfer einer Straftat werden, ließe sich vermutlich beliebig lange vorsetzen. Jede Tat, ob sie angezeigt wird oder nicht, fordert ihre Opfer. Opfer, die manchmal ein Leben lang mit den Folgen zu kämpfen haben.

 

Nüchtern betrachtet ist der Begriff „Opfer“ eine wertneutrale Feststellung und beschreibt einen Menschen, der zu Schaden gekommen ist. Wer den Begriff jedoch genauer betrachtet, der wird feststellen, dass mit ihm viele Emotionen verbunden sind.

  • Was passiert in Ihnen, wenn Sie diesen Begriff hören?
  • Welche Emotionen haben Sie?
  • Und was empfinden die zu Schaden gekommenen „Opfer“ selbst, wenn sie diesen Begriff über sich hören? 

In der Jugendsprache ist es gerade im Trend andere als „Opfer“ oder mit ähnlichem Sinn als „Lauch“ zu bezeichnen. Ein Trend, der weder den damit Angesprochenen, noch den „wirklichen“ Opfern von Straftaten gerecht wird, da er eine beleidigende Form hat.

Ganz im Gegenteil verdienen Geschädigte Hilfestellung und Schutz, um sich von den Folgen einer Tat zu erholen und nicht noch einmal zum Opfer zu werden

Um dies zu gewährleisten, sind alle gefragt, darunter auch: 

  • Zeugen – die hinschauen und nicht wegsehen, aktiv werden, helfen und nachher bereit sind über ihre Beobachtungen eine Aussage bei der Polizei zu machen.

  • Polizisten – die mit dem nötigen Feingefühl und gleichzeitig der gebotenen Ermittlungshärte an den Fällen arbeiten.

  • Medien – die mit ihrer Berichterstattung nicht die intimsten und verletzendsten Details des Falles verbreiten und damit dem Opfer noch mehr Leid zufügen.

  • Freunde und Angehörige – die den Opfern zur Seite stehen und ihnen Halt geben.

  • Opferschutzverbände – die fachkundige Beratung bieten und gezielte Hilfsangebote machen.

Und im besten Fall:

  • Täter – die das Unrecht ihrer Tat erkennen und Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen.
     

Der Umgang mit den Opfern und ihren Emotionen ist gerade für diejenigen, die nicht tagtäglich in einer solchen Situation sind, eine echte Herausforderung. Wer helfen möchte, der wird aber Informationen und Anlaufstellen finden, die Rat wissen und mit vielen Tipps und Anregungen bei der Betreuung von Opfern zur Seite stehen können.

Logo: Polizei-BeratungAuch die Polizei bietet Informationen an. Unsere  Opferschutzkoordinatoren und auch die eines jeden anderen Polizeipräsidiums können Ansprechpartner vermitteln und informieren. Vom abgebrannten Eigenheim, dem Einbruch in die eigenen vier Wände, der sexuelle Belästigung in der eigenen Familie bis hin zur der Bedrohung durch Dritte gibt es für alle Situationen die Möglichkeit passgenau zu helfen. 

Trauen Sie sich!

Sylvia Frech, Pressesprecherin