Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
25.09.2018

Die Polizei Mittelhessen dankt Bürgern, die zur Aufklärung von Straftaten beitrugen

Mehrere Bürger aus Mittelhessen geehrt

In guter Tradition lud Polizeipräsident Bernd Paul wieder Bürgerinnen und Bürger aus Mittelhessen ein, um sich bei ihnen für ihre Mitwirkung bei der Aufklärung von Straftaten zu bedanken.

Polizeipräsident Bernd Paul"Es war vorbildlich, dass Sie in der Situation so gehandelt und geholfen haben. Ich möchte Ihnen meinen Dank aussprechen. Ihr gezeigtes Engagement und ihre Zivilcourage waren vorbildlich", so Polizeipräsident Bernd Paul (Foto links) in einer kleinen Feierstunde mit den elf Geehrten.

Die Polizei sei, so der mittelhessische Polizeipräsident, auf Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Insbesondere die Fälle, die während der Ehrung am Donnerstagabend (20.09.2018) im  Polizeipräsidium in Gießen vorgestellt wurden, würden exemplarisch aufzeigen, wie wichtig Hinweise und angepasstes Einschreiten sein können. 

 

Die unterschiedlichen Fälle aus dem gesamten Bereich des Polizeipräsidiums zwischen Bad Vilbel und Marburg zeigen die ganze Bandbreite beispielhaften Einsatzes und Handelns:

Polizeipräsident Bernd Paul bei seiner Begrüßungsansprache

Foto: Polizeipräsident Bernd Paul bei seiner Begrüßungsansprache

  • So hatte ein 61 – Jähriger im Februar dieses Jahres während einer Zugfahrt bei Bad Vilbel mitbekommen, wie eine junge Frau sexuell belästigt wurde. Der Zeuge ging dazwischen und verhinderte offenbar Schlimmeres. Der Verdächtige konnte am nächsten Halt durch eine Streife festgenommen werden.

  • Auch die Beobachtung einer Krankenschwerster im Juli 2018 am Krankenhaus in Büdingen zeigt, wie eine augenscheinlich zunächst vielleicht unwichtige Beobachtung für die Polizei bedeutsam sein kann. Die 40 – Jährige hatte, zusammen mit einer Kollegin, beobachtet, wie ein Mann ein Portemonnaie vor dem Krankenhaus leerte. Nach diesem Hinweis wurde der verdächtige 40-Jährige kontrolliert. Es stellte sich heraus, dass er gerade Diebesgut entsorgte. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Ermittler weitere gestohlene Sachen. Der Verdächtige befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Mindestens 14 Straftaten wurden geklärt.

  • Beim nächsten Fall aus der Wetterau spielten zwei 11 – jährige Mädchen eine wesentliche Rolle. Die beiden Kinder hatten in einem Geschäft vor einigen Wochen mitbekommen, wie eine Frau Parfum entwendete. Sie prägten sich das Aussehen der Frau, die nach dem Diebstahl geflüchtet war, ein. Wenig später trafen sie auf einen Polizeibeamten, der sich außerhalb seines Dienstes beim Frisör aufhielt. Dank der Beschreibung konnte die mutmaßliche Ladendiebin wenig später geschnappt werden. In der Wohnung stellten die Polizisten weiteres Diebesgut sicher, das teilweise bereits den Geschädigten zurückgegeben werden konnte.

  • In Marburg zeigten eine 24 – Jährige und ihr gleichaltriger Bekannter ebenfalls, wie wichtig Zivilcourage sein kann. Sie hatten mitbekommen, wie ein Unbekannter offenbar unvermittelt auf eine Autofahrerin losging. In der Auseinandersetzung schlug der Mann, der offenbar unter dem Einfluss von Drogen stand, im Juli 2018 mehrfach auf die Frau ein. Durch beherztes Eingreifen der beiden Zeugen kam es dazu, dass die Autofahrerin nicht weiter attackiert. Der Täter konnte festgenommen werden.

  • Massiv und heftig war das Vorgehen eines Mannes im Mai 2018 in Biebertal. Der Verdächtige hatte offenbar mehrfach auf einen Mann und eine Frau eingeschlagen. Im Anschluss wollte der aggressive Täter die bewusstlose Frau in sein Auto legen. Dem 45 – Jährigen Zeugen, der zufällig die Tat beobachtet hatte, gelang es, den Täter davon abzuhalten. Aufgrund der guten Beschreibung wurde der 25 – Jährige Verdächtige nach seiner Flucht festgenommen.

  • Ein weiterer Sachverhalt aus dem Landkreis Gießen betraf eine 24 – Jährige Zeugin, die mit Hilfe einer Handyaufnahme im Juli maßgeblich zur Ermittlung eines Taschendiebes beitrug. Die Studentin hatte in der Gießener Innenstadt zufällig mitbekommen, dass eine 23 – Jährige beinahe Opfer eines Taschendiebes geworden war. Wochen zuvor war die 24 – Jährige vermutlich ebenfalls Opfer desselben Täters geworden und hatte den Mann aufgenommen. Sie zeigte der 23 – Jährigen das Bild. Sie erkannte den Verdächtigen wieder. Kurz danach konnte der Mehrfachtäter in der Innenstadt aufgrund dieses Hinweises festgenommen werden.

  • Wichtig war auch der Anruf eines 47 – jährigen Mannes im Mai 2018 in Gießen vor einem Schnellrestaurant. Der Hinweisgeber hatte mitbekommen, wie sich eine erheblich angetrunkene Person in ihr Auto setzen und losfahren wollte. Durch den Anruf des Zeugen konnte dies noch durch die Polizei verhindert werden. Der 34 – Jährige Autofahrer musste mit zur Blutentnahme. Der ermittelte Wert lag bei 2,3 Promille!

  • Beherzt griffen zwei Gießener im Alter von 48 und 51 Jahren vor etwa vier Wochen an der Weserstraße in Gießen ein. Ein Mann hatte entlang der Bahngleise mehrfach im trockenen Gebüsch Feuer gelegt. Während der 48 – Jährige den Täter in Badeschlappen verfolgte, verständigte sein Bekannter die Feuerwehr und begann bereits damit die Brandstellen zu löschen. Dem Gießener gelang es dann tatsächlich, den 55 – Jährigen Verdächtigen festzuhalten. Eine Polizeistreife nahm ihn kurz danach fest.

Zum Abschluss bedankten sich Polizeipräsident Bernd Paul und der Leiter der Abteilung Einsatz, Leitender Polizeidirektor Jürgen Begere, bei allen geehrten Personen. Zum Dank und als Andenken bekamen alle Zeugen ein Präsent.

Polizeipräsident Bernd Paul und der Leiter der Abteilung Einsatz, Leitender Polizeidirektor Jürgen Begere, mit zwei geehrten Herren

Foto: Polizeipräsident Bernd Paul und der Leiter der Abteilung Einsatz, Leitender Polizeidirektor Jürgen Begere, mit zwei geehrten Herren

„Ich habe mich sehr gefreut, dass es in diesem Jahr wieder viele solcher Fälle, bei denen Zeugen sich vorbildlich verhalten haben, gab. Gleichzeitig möchte ich mich aber auch bei allen anderen Hinweisgebern bedanken. Ohne die Unterstützung aus der Bevölkerung könnten wird nicht annähernd so viele Straftaten aufklären oder verhindern“, so Bernd Paul abschließend.

Text: Jörg Reinemer, Pressesprecher
Bilder: PÖA, Soziale Medien

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