Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
25.09.2017

Von landwirtschaftlicher zu gewerblicher Nutzung

Es gibt viele Fallstricke

Traktorengespann - große Fahrzeugkombination aus Ackerschlepper und Anhänger Immer mehr werden Traktoren und Anhänger nicht nur für land- und forstwirtschaftliche Zwecke, sondern auch für den gewerblichen Betrieb genutzt. Gerade bei Bauarbeiten mit großen Erdbewegungen sind sie gerne genutzte Arbeits- und Transportmittel.

Foto links: Traktorengespann - große Fahrzeugkombination aus Ackerschlepper und Anhänger

Bei solchen Einsätzen sind jedoch viele Dinge zu beachten, damit die Fahrer und Auftraggeber keine Ordnungswidrigkeiten oder gar Straftaten begehen, die sie am Ende teuer zu stehen kommen.

  

Fahrer von gewerblich genutzten Gespannen müssen vor allem darauf achten, dass sie überhaupt im Besitz der notwendigen Fahrerlaubnis sind.

Die Klassen L und T sind außerhalb des land- oder forstwirtschaftlichen Betriebs nicht ausreichend. In aller Regel ist die Fahrerlaubnisklasse C oder CE erforderlich.

Zudem muss beispielsweise an:

  • die Berufskraftfahrerqualifikation,
  • die Notwendigkeit eines Kontrollgerätes,
  • die Erlaubnisurkunde für den Güterkraftverkehr und
  • die richtige Versteuerung und Versicherung gedacht werden.

Doch es kommt noch mehr hinzu.

Anfang des Monats informierten mehrere aufmerksame Bürger die Polizei über den gewerblichen Transport von Erdaushub zwischen Wölfersheim und Reichelsheim. Beamte des Verkehrsdienstes Wetterau überprüften vor Ort die Gegebenheiten und kontrollierten den von den Zeugen beschriebenen Ackerschlepper, dessen Anhänger mit Erdaushub beladen war und tatsächlich gewerblich genutzt wurde, siehe Foto:

Gewerbliche Nutzung eines Ackerschleppers: Anhänger ist mit Erdaushub beladen

Vorbildlich hatte der Halter des Fahrzeuges einen Fahrtenschreiber in den Traktor einbauen lassen. Bei der Bedienung hatten sich allerdings einige Fehler eingeschlichen. Zudem war die vorgeschriebene zweijährige Prüffrist abgelaufen und das Kontrollgerät nicht in regelmäßigen Abständen vom Verantwortlichen ausgelesen worden.

Die Beamten vermaßen zudem das Gespann und stellten eine Fahrzeugbreite von 2,7 Metern fest. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben dürfen Fahrzeuge jedoch maximal 2,55 Meter breit sein. Ausnahmen gelten lediglich für Kühltransporte, die eine Breite von 2,6 Metern haben dürfen, und Fahrzeuge im land- und forstwirtschaftlichen Betrieb, bei denen eine Breite von drei Metern zulässig ist.  Für alle anderen Fahrzeuge, die die Maße nicht einhalten, müssen Ausnahmegenehmigungen beantragt werden, wenn sie im öffentlichen Straßenverkehr geführt werden sollen.

Traktorgespann überschritt bei einer Breite von 2,7 Metern um 15 Zentimeter das erlaubte Maß zur gewerblichen NutzungDa der angetroffene Transport gewerblich und nicht für land- oder forstwirtschaftliche Zwecke durchgeführt wurde, überschritt die Breite von 2,7 Metern also um 15 Zentimeter das erlaubte Maß, siehe Foto rechts. Der Unternehmer hätte eine Ausnahmegenehmigung beantragen müssen, die jedoch nicht vorlag. Damit handelte es sich um einen nicht genehmigten Transport, der eine Untersagung der Benutzung im gewerblichen Betrieb zur Folge hatte. Auf den Verantwortlichen kommt für alle Verstöße eine vierstellige Geldbuße zu.

Eine Untersagung aufgrund von 15 Zentimetern mag kleinlich klingen,
dient aber der Sicherung des fairen Wettbewerbs und der Verkehrssicherheit.

Die Polizei ist zudem daran interessiert, potentielle Fehlerquellen aufzuzeigen, damit niemand Gefahr läuft, eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat zu begehen.

Einige weiterführende Informationen zum Thema:
Polizei rät zur Vorsicht - Fahrer von Traktorgespannen ohne Führerschein

Zudem stehen Ihnen die örtlichen Verkehrsdienste des PP Mittelhessen gerne als Ansprechpartner bei Fragen zur Verfügung.

 

Plakat zu verkehrssicher-in-mittelhessen

    

Solche Infos und Kontrollen gehören natürlich auch zu dem
Verkehrspräventionsprogramm verkehrssicher-in-mittelhessen.

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