Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
05.01.2018

Achtung! Betrüger suggerieren angebliche Gutschrift des Finanzamtes

Logo des Polizeipräsidiums MittelhessenFinanzamt übermittelt Gutschriften oder Forderungen stets schriftlich und nicht elektronisch

 

Eine bereits bekannte Masche mit der Betrüger unter Nutzung des virtuellen Netzes versuchen, an das Geld von Nutzern des online-Bankings zu gelangen, erreichte jetzt den Landkreis Marburg-Biedenkopf. Internetrecherchen führen bundesweit zu weiteren gleichen Fällen.

Die Polizei warnt aus aktuellem Anlass davor, auf die beim online-Banking angezeigten, angeblichen Gutschriften in unserem Fall des Finanzamtes zu reagieren.

„Insbesondere nicht den Button Rücküberweisung benutzen und auch ansonsten auf eine bloße elektronische Nachricht mit der Bitte um Rücküberweisung nicht reagieren. Wer den Button drückt oder Geld überweist, ist es in der Regel los!“

Eine Nachfrage beim hiesigen Finanzamt ergab, dass Gutschriften oder Abbuchungen grundsätzlich erst eine Zeit nach der vorhergehenden postalischen (schriftlichen) Übermittlung des Bescheids über Gutschriften oder Forderungen erfolgen. Diese Bescheide gehen nicht auf elektronischem Weg an den Empfänger.

 

LaptopWie gehen die Betrüger vor?

  • Zunächst erfolgt auf nicht feststehende Weise ein Ausspähen des Computers.
  • Wahrscheinlich dient eine infizierte Email dazu, einen Trojaner zu installieren.
  • Nimmt der seine Arbeit auf, manipuliert er das Konto mit der Folge, dass dem Nutzer beim online-Banking plötzlich eine (tatsächlich gar nicht vorhandene) Gutschrift des Finanzamtes angezeigt wird. Im Landkreis waren es in zwei Fällen jeweils 2200 Euro.
  • Zeitgleich wird die Rücküberweisung der „irrtümlichen Gutschrift“  gefordert und es erfolgt eine Sperrung der weiteren Funktionen des online-Bankings. Diese Sperre kann dann nur durch Drücken eines Buttons zur Rücküberweisung freigegeben werden.

 

Stempel FinanzamtDiesen Button drückte eine Kundin am Donnerstag, 21. Dezember was den Verlust von 2200 Euro zur Folge hatte. Eine weitere Frau sah ebenfalls einen vom dem „falschen Finanzamt“ überwiesenen Betrag in Höhe von 2200 Euro. Hier schlug die Rücküberweisung glücklicherweise fehl und sie blieb ohne finanziellen Schaden.

„Ist das Geld erst einmal transferiert wird es schwer, den ausgezahlten Betrag zurück zu buchen.“

  • Also auf keinen Fall Geld überweisen oder den Button für Rücküberweisung betätigen.
  • Betroffene sollten schnellstmöglich Kontakt mit der Polizei aufnehmen und Anzeige erstatten.
  • Unter Umständen können Sie durch schnelles und rechtzeitiges Handeln ihr Geld zurückbekommen. Schalten Sie umgehend ihre Bank ein und versuchen Sie, den überwiesenen Betrag zurückbuchen zu lassen.
  • Überprüfen sie ihren PC gründlich auf mögliche Schadsoftware.

 

Achtung! Betrüger suggerieren angebliche Gutschrift des Finanzamtes

Was ist ein Trojaner?

  • Hinter jedem scheinbar harmlosen Link könnte sich eine infizierte Webseite verbergen.
  • Jeder Anhang könnte einen Virus oder Trojaner enthalten, dessen Verbreitung sich nach dem Anklicken nicht mehr stoppen lässt.
  • Ein Trojaner ist ein Schadprogramm. Es verbreitet sich durch das bloße Öffnen eines Anhangs (egal ob DOC, XLS, PDF oder ZIP-Datei) und führt im Hintergrund  unbemerkt Prozesse aus, die dem Computer einen beträchtlichen Schaden zufügen.
  • Kriminelle spähen mit Hilfe dieser Programme z.B. Passwörter aus oder erlangen Zugriff auf das E-Mail Postfach und verteilen darüber weitere Spamnachrichten. Unter Umständen erlangen Kriminelle durch den Trojaner sogar die komplette Kontrolle über den angegriffenen PC und alle darauf befindlichen Daten.
  • Die Schadstoffsoftware kann also durchaus auch von einem vermeintlich bekannten Absender kommen!

 

Was kann man tun, um sich zu schützen?

  • Grundsätzlich NIEMALS auf Links und/oder Anhänge von unaufgefordert zugeschickten E-Mails klicken!
  • Falls man nicht sicher ist, ob es sich bei der E-Mail um eine echte Auftragsbestätigung oder echte Nachricht von einem Bekannten handelt, empfiehlt es sich, vor dem Öffnen von Anhängen oder dem Folgen der Links nachzufragen.
  • Die einfachste und sicherste Vorgehensweise ist, verdächtige E-Mails sofort zu löschen.
  • Absolut wichtig und erforderlich ist ein aktuelles Virenschutzprogramm.
  • Zusätzlich sollte man sein Betriebssystem immer auf dem neusten Stand zu halten, da ständig neue Sicherheitslücken in Betriebssystemen und Software bekannt werden, die von Schadprogrammen ausgenutzt werden können.
  • Falls man nicht sicher ist, ob es sich bei der E-Mail um eine echte Auftragsbestätigung handelt, empfiehlt es sich, bei dem zuständigen Unternehmen nachzufragen.

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