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Fachveranstaltung - Baustein der Gewaltprävention!?

Datum:
Dienststelle: Polizeipräsidium Mittelhessen
Kategorie(n): Prävention

Flyer Informationsveranstaltung zum Thema: Integration - Baustein der Gewaltprävention    

Am Mittwoch, 27.09.2017, wurde durch die

Regionale Geschäftsstelle des
Netzwerkes gegen Gewalt Mittelhessen

und der Zentrale Jugendkoordination des PP Mittelhessen

eine Fachveranstaltung zum Thema

„Integration – Baustein der Gewaltprävention!?“

durchgeführt.         

Logo Netzwerk gegen Gewalt Logo des Polizeipräsidiums Mittelhessen

Gemeinsam mit den Kooperationspartnern

  • der Philipps-Universität-Marburg,
  • dem Projekt Einsicht -
    Marburg gegen Gewalt der Universitätsstadt Marburg
  • dem Institut Impuls Marburg –
    Institut für konstruktive Konfliktbearbeitung
  • der Wirtschaftsschule am Oswaldgarten in Gießen
  • sowie MethoDactics Heidelberg

wurde ein informatives und interessantes Programm zum Thema Integration zusammengestellt.

Knapp 120 Personen besuchten die Fachtagung und nutzten den Tag zur Vernetzung und zum Informationsaustausch.

Teilnehmer der Fachveranstaltung „Integration – Baustein der Gewaltprävention!?“
Foto: Teilnehmer der Fachveranstaltung "Integration" im Polizeipräsidium Mittelhessen, Saal Florenz

Polizeipräsident Bernd Paul betonte in seinen Begrüßungsworten, dass er sich insbesondere über die Vielfalt der teilnehmenden Institutionen freut. Hieran sei erkennbar, dass viele unterschiedliche Professionen mit dem gleichen Thema befasst seien. Ob deshalb der Begriff Integration auch für alle die gleiche Bedeutung hat, sollte an diesem Tag mit den Teilnehmern diskutiert werden.

Polizeipräsident Bernd Paul
Foto: Begrüßung durch Polizeipräsidenten Bernd Paul

Den Impuls zur Veranstaltung setzte Professor Dr. Ulrich Wagner von der Philipps-Universität-Marburg. In seinem Vortrag  „Integration als Prävention“ verdeutlichte er das Integration mehr ist als eine Angleichung an eine bereits bestehende Gesellschaft. Der Zugang zum Arbeitsmarkt, der Zugang zur Bildung oder die Anpassung an ein bereits bestehendes System sind nicht ausreichend. Man muss aufeinander zugehen, wobei innerhalb einer Gesellschaft einige Werte nicht verhandelbar sind und andere Dinge Spielraum lassen, um neue Wege auszuprobieren. Es blieb anschließend auch noch ausreichend Zeit, bestehende Fragen zu beantworten.

Professor Dr. Ulrich Wagner von der Philipps-Universität-Marburg
Foto: Professor Dr. Ulrich Wagner von der Philipps-Universität-Marburg

Das Institut Impuls präsentierte durch Kerstin Bunte und Sherif Korodowou, welch große Rolle die Interkulturelle Kompetenz, als Grundlage für Integration und Gewaltprävention spielt. Viele Missverständnisse oder Konflikte entstehen häufig, weil kulturelle Unterschiede nicht berücksichtigt werden. Menschen müssen dort abgeholt werden, wo sie sich gerade befinden und nicht dort, wo wir sie gerne hätten. Ungewohntes muss man verstehen und die unterschiedlichen Werte erkannt werden, um eine relativ reibungslose Integration ermöglichen zu können. Viele anschauliche Beispiele wurden durch die beiden Referenten aufgezeigt, die in den Workshops des Institutes näher erläutert und erarbeitet werden können.

Kerstin Bunte und Sherif Korodowou vom Institut Impuls
Foto: Kerstin Bunte und Sherif Korodowou vom Institut Impuls

Nach einer kurzen Mittagspause wurde durch die Jugendkoordinatorin des PP Mittelhessen, Kriminalhauptkommissarin Antje Suppmann das Projektmodul „Polizei“ vorgestellt. In einer bestehenden Kooperation von Schulen mit InteA-Klassen, dem Jugendbildungswerk Gießen, Wildwasser Gießen e.V, sogenannten Integrationslotsen, der Wohnbau Gießen und der Polizei wurden unterschiedliche Module erarbeitet, die zur Unterstützung bei der Integration von jungen geflüchteten Menschen gedacht sind. Im Modul „Polizei“ wird die Struktur des Polizeiapparates, die Grundlagen der Demokratie sowie die Arbeit der Polizei vorgestellt.

Jugendkoordinatorin des PP Mittelhessen, Antje Suppmann
Foto: Antje Suppmann, Jugendkoordinatorin des PP Mittelhessen

Dr. Ralf Siebert, Koordinator für die InteA Klassen der Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten in Gießen, vernetzte die oben genannten Bereiche miteinander, nachdem er merkte, dass sprachliche Integration alleine für seine Schüler nicht ausreicht. In einer kurzen Vorstellung verdeutlichte Dr. Siebert, dass gerade Alltagskompetenzen für die jungen Geflüchteten wichtig sind, um deren Integration zu erleichtern. In seinen Ausführungen zeigte Dr. Siebert auf, dass sich diese Vernetzung inzwischen so gut entwickelt hat, dass die Module im Curriculum der Schule aufgenommen wurden und sogar als Grundlage für Projektprüfungen dienen.

Dr. Ralf Siebert, Koordinator für die InteA Klassen der Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten in Gießen
Foto: Dr. Ralf Siebert, Koordinator für die InteA Klassen der Wirtschaftsschule am Oswaldsgarten in Gießen

Die Veranstaltung wurde mit der Aufforderung beendet, die eventuell neu gewonnen Ideen zur weiteren Vernetzung der unterschiedlichsten Institutionen umzusetzen.

 

Quelle: Antje Suppmann, Zentrale Jugendkoordination des Polizeipräsidiums Mittelhessen

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