Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
23.09.2020

Polizei sucht nach Sachbeschädigungen an über 200 Fahrzeugen weiterhin nach Zeugen

Polizei Presse A 49 - Stand 23.09.2020 - Nachtrag zur Pressemeldung vom 22.09.2020

In der Nacht von Montag (21. September) auf Dienstag (22. September) wurden von bislang unbekannten Tätern im Stadtgebiet Gießen mehrere Fahrzeuge mit einem "X" in roter Farbe versehen.

Die Zahl der beschädigten Fahrzeuge hat sich auf über 200 erhöht.

Der Gesamtschaden kann noch nicht genau beziffert werden, könnte aber im hohen fünfstelligen oder im niedrigen sechsstelligen Bereich liegen. In diesem Zusammenhang ging Dienstagfrüh bei verschiedensten Medien eine Mail ein, in der sich eine "solidarische autonome Kleingruppe" zu den Sachbeschädigungen bekannte und darauf hinwies, dass es sich bei dem roten X um "Freigabemarkierungen zum Abfackeln" handeln solle. Die Autos würden als Erste "platt" gemacht, wenn die Räumung im Dannenröder Forst beginne. Nach ersten Erkenntnissen war das Bekennerschreiben auch auf einer Homepage im Internet veröffentlicht. Trotz des benannten Bezuges zum Protest gegen den Ausbau der A49 laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei in alle Richtungen.

Der entstandene Schaden und das Drohen richten sich offenbar gegen unbeteiligte, zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger. Mit einem demokratisch legitimierten Eintreten für den Wald gegen einen Ausbau der A49 haben diese Straftaten nichts zu tun. Wir hoffen, dass dieser Versuch der Eskalation keine Unterstützung erfährt - egal von wem.

Eine Gefährdungsbewertung erfolgte über das Hessische Landeskriminalamt. Die Polizei nimmt das Schreiben ernst und wird verstärkt präventiv präsent sein.

Trotzdem ist es der Polizei alleine nicht möglich, sicher zu verhindern, dass willkürlich ausgewählte Fahrzeuge in einer nicht bestimmten Umgebung beschädigt oder gar angezündet werden.

Es gingen bereits mehrere Hinweise ein, denen wir aktuell nachgehen. Die Ermittler sind auf die weitere Mithilfe der Bevölkerung angewiesen und bitten darum, Beobachtungen, die damit in Zusammenhang stehen könnten, der Polizei mitzuteilen.

  • Wer hat in der Nacht von Montag auf Dienstag entsprechende Beobachtungen im Gießener Stadtgebiet gemacht?
  • Hat jemand die dafür Verantwortlichen beobachtet?
  • Wem sind Personen mit rot beschmierter Bekleidung oder rot gefärbten Händen aufgefallen?

 

Hinweise bitte an die Kriminalpolizei unter 0641/7006-2555.

Sabine Richter, Pressesprecherin


24.09.2020 | PPMH | Kn.

Pressemeldung vom 22.09.2020:

Mindestens 70 Autos wurden von bislang unbekannten Tätern mit einem "X" in roter Farbe versehen.

Eine nach eigenem Bekunden "solidarische autonome Kleingruppe" bekannte sich zu den Sachbeschädigungen. Demnach stehen die Sachbeschädigungen im Zusammenhang mit dem Protest gegen den Weiterbau der A49. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

beschädigte Fahrzeuge

Foto: Beschädigtes Fahrzeug

Mehrere hochwertige Fahrzeuge wurden in der Nacht zum heutigen Dienstag in der Innenstadt von Gießen mit einem roten "X" versehen. Das rote "X" wurde vermutlich mit Lack aufgebracht und ist entsprechend nicht abwaschbar. Es handelt sich somit um eine Sachbeschädigung, die nun entsprechend verfolgt wird.

Die beschädigten Fahrzeuge parkten beispielsweise im Schmalkaldener Weg, dem Börnerweg, dem Altenfedsweg, dem Brumlikweg, am Kugelberg, Am Erlenberg, im Mühläckerring, dem Lilienweg, dem Tulpenweg, dem Sandweg und dem Hohensteinring.

Mindestens 70 beschädigte PKW meldeten Zeugen und Geschädigte inzwischen, die Zahl stieg bis jetzt stetig an. Die Höhe des entstandenen Schadens kann daher noch nicht beziffert werden.

beschädigte Fahrzeuge

Foto: Beschädigtes Fahrzeug

Während die ersten Geschädigten die Beschädigung an ihren PKW am heutigen Morgen feststellten, ging bei verschiedensten Medien eine Mail ein, in der sich eine "solidarische autonome Kleingruppe" zu den Sachbeschädigungen bekannte. Die "Bekenner" gaben in diesem Schreiben an, dass es sich bei den roten Markierungen um eine "Freigabemarkierung zum Abfackeln" handele. Die Nummernschilder der Fahrzeuge seien notiert, heißt es weiter in diesem Schreiben. Sie würden die ersten sein, die "platt" gemacht werden, wenn die Räumung im Danneröder Forst beginne. Der Protest gegen die Rodung im Danneröder Forst solle damit kundgetan und unterstützt werden. Es ergibt sich damit ein klarer Bezug der Sachbeschädigungen zu dem Weiterbau der A49, wo aktuell im Dannenröder Wald erste Bauarbeiten gestartet sind. Angesichts der im Bekennerschreiben formulierten Drohung erfolgt durch die Polizei zudem eine Gefährdungsbewertung und Betreuung der Betroffenen. In diesem Zusammenhang wird geprüft, ob über den Tatbestand der Sachbeschädigung hinaus weitere Straftatbestände erfüllt sind.

Wer konnte in der vergangenen Nacht im Stadtgebiet von Gießen entsprechende Beobachtungen machen und kann Hinweise zu verdächtigen Personen machen?

Die Polizei in Gießen, Tel. 0641-7006-3755, sucht in diesem Zusammenhang dringend Zeugen.

Sabine Richter, Pressesprecherin


22.09.2020 | PPMH | Kn.