Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
11.07.2019

Wild unterwegs - vermehrt Wildunfälle

Erhöhte Unfallgefahr in der Brunftzeit

  Hinweisschild Wildwechsel auf 3 km

Landkreis Marburg-Biedenkopf: Allein in der Nacht zum Dienstag, 25. Juni, nahm die Polizei vier gemeldete Wildunfälle auf, einen in Marburg, einen in Biedenkopf, einen in Neustadt und einen an der Grenze zum Schwalm-Eder-Kreis. Bei den Unfällen mit zwei Rehen und einem Wildschwein, in einem Fall konnte der Fahrer nicht sagen, um was für ein Tier es sich handelte, da das Tier nach der Kollision flüchtete, blieben alle Autofahrer glücklicherweise unverletzt. Es entstand ein Sachschaden von insgesamt mehreren Tausend Euro.

Bereits bei der Veröffentlichung der   Verkehrsunfallstatistik waren Wildunfälle ein Thema. Alle 6 Stunden passiert statistisch gesehen im Landkreis Marburg-Biedenkopf ein Verkehrsunfall. Insgesamt waren im Jahr 2018 1.390 der 4838 Verkehrsunfälle ein Wildunfall. Das entspricht einem Anteil von 28,7 Prozent! Bei 16 dieser Wildunfälle gab es einen schwer und 15 leicht Verletzte.

Der Aufprall eines Tieres ist heftig und wird oftmals unterschätzt. Die Tiere überleben die Kollision meistens nicht. Besonnenes und richtiges Verhalten ist mitentscheidend dafür, dass es bei einem Zusammenstoß mit einem Tier "nur" beim Sachschaden bleibt.

"Es gibt für jeden Autofahrer durchaus Möglichkeiten, einen Wildunfall zu vermeiden oder zumindest den Schaden möglichst gering zu halten!", sagte Thorsten Samsa, der Leiter des   Regionalen Verkehrsdienstes Marburg anlässlich der Veröffentlichung der Statistik und gab gleich ein paar Tipps und Hinweise.

Martin Ahlich, Pressesprecher 


Wichtiger Hinweis:

Ab Mitte Juli hat die Brunft (Paarungszeit) beim Rehwild begonnen. Diese geht bis etwa Mitte August. Ricke und Bock queren im Rausch der Hormone auch tagsüber oder zur Mittagszeit wie kopflos die Straße. Alle Verkehrsteilnehmer sollten daher auf „liebesblinde Rehe“ gefasst sein und vorausschauend fahren!

Verkehrszeichen 142 - WildwechselMögliche Handlungsoptionen und Tipps zu „Wildbegegnungen“:

  • Grundsätzlich muss in waldreichen Gegenden immer mit angepasster Geschwindigkeit gefahren werden, auch außerhalb der Paarungszeiten. Insbesondere dort, wo Wildwarnschilder stehen, sollte man besonders achtsam fahren und bremsbereit sein. Hier gilt es auf alle Fälle die Straßenränder im Blick zu halten.
        
  • Taucht ein Tier auf, sollte ein zügiger, aber kontrollierter, Bremsvorgang eingeleitet werden. Dabei auch an den "Hintermann" denken.
          
  • Auch wenn es egoistisch erscheinen mag: Versuchen Sie nicht dem Tier auszuweichen! Zum einen ist seine Bewegung nicht vorhersehbar, zum anderen besteht die Gefahr in den Gegenverkehr zu geraten und die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren oder von der Fahrbahn abzukommen.
       
  • Wenn möglich versuchen, durch Hupen das Tier zu verscheuchen.
       
  • Ein Tier kommt selten allein. Verkehrsteilnehmer müssen immer damit rechnen, dass noch weitere folgen.
      
  • Sollten es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zur Kollision mit einem Tier gekommen sein, sofort die Warnblinkanlage anschalten und Unfallstelle mit Warndreieck absichern.
       
  • Notruf 110 der PolizeiIst das Tier weggelaufen und das Fahrzeug noch fahrbereit, macht es Sinn, bis zur nächsten Haltemöglichkeit weiterzufahren. Unfallstelle merken und Polizei sofort verständigen, die dann weitere Verhaltenshinweise geben wird.
       
  • Vorsicht bei angefahrenen noch lebenden Tieren, sie können zur Gefahr werden. Wenn ein Wildtier angefahren wurde und flüchten konnte, sollte trotzdem unverzüglich die Polizei verständigt werden. Diese ruft den zuständigen Revierpächter herbei, der dann die Nachsuche nach dem fast immer verletzten Tier übernimmt und es ggf. von seinen Leiden befreien kann.

Passen Sie auf die Tiere und sich auf! Nicht nur zu Brunftzeit....

Weitere Hinweise + Tipps erhalten Sie hier Achtung Wild!

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