Luftbildaufnahme des Polizeipräsidiums Mitelhessen
 
03.12.2019

Stadt Wetzlar ist Kompass-Kommune


Im Rahmen einer kleinen Feierstunde übergab Polizeipräsident Bernd Paul Vertretern der Stadt Wetzlar das „KOMPASS“-Siegel der Sicherheitsinitiative des Innenministeriums. Die größte Stadt im Lahn-Dill-Kreis ist die 13. Kompass-Kommune im Polizeipräsidium Mittelhessen.

Nachdem die Stadtverwaltung, die jeweiligen Bürgervertretungen und Ausschüsse die Teilnahme genauestens geprüft und zugestimmt hatten, gab Jörg Kratkey, Ordnungsdezernent der Stadt Wetzlar, den symbolischen Startschuss für die Teilnahme an der Sicherheitsinitiative. Die mit über 50.000 Einwohnern größte Kommune im Lahn-Dill-Kreis ist nun offiziell Teil der vom Innenministerium des Landes Hessens ins Leben gerufene „KOMPASS“-Initiative. Kratkey und Bürgermeister Dr. Andreas Viertelhausen betonen: „Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger ist eine gemeinsame Aufgabe!“

Polizeipräsident Bernd Paul machte deutlich, dass die Wetzlarer Polizei und die Stadt Wetzlar schon seit Jahren sehr erfolgreich in vielfältigen Präventionsprojekten zusammenarbeiten. „Nichtsdestotrotz ist nichts so gut, als dass es nicht noch besser werden könnte“, spornt der Polizeipräsident die Akteure beider Behörden an. Gerade in großen Kommunen bestünde ein höheres Risiko, Opfer einer Straftat zu werden. Dies zeige insbesondere der Blick auf die Häufigkeitszahlen. Umso wichtiger sei es, so Bernd Paul, dass sich Bürger, Polizei und Kommunen gemeinsam für die Sicherheit Wetzlars einbringen würden. Der Stadt komme als Vermittler und Ansprechpartner für die Bewohnerinnen und Bewohner eine bedeutende Rolle zu. Darüber hinaus hätten die in Wetzlar lebenden Menschen im Rahmen der Initiative „KOMPASS“ die Möglichkeit, sich aktiv mit einzubringen – es ginge letztlich um ihre eigene Sicherheit, so der Polizeipräsident.

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung begleitet die Universität Gießen eine Bürgerbefragung zum Thema „Sicherheit“ in Wetzlar. 4.000 Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, ihre Einschätzungen und Vorschläge über die ihnen zugesandten Fragebögen zu formulieren und den Verantwortlichen zu spiegeln.

Gerlinde Knobloch, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Wetzlar, will zudem die Verantwortlichen der Vereine, Verbände, Schulen, Kindergärten oder Beiräte ermutigen sich und ihre Erfahrungen und Wünsche mit einzubringen. Knobloch ruft jeden Wetzlarer Bürger auf, sich mit Hinweisen und Vorschlägen zu beteiligen.

Dr. Viertelhausen ist neben der sehr erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Wetzlarer Polizei in Sachen Kriminalprävention wichtig, die Verkehrssicherheit in diesem Zusammenhang nicht aus dem Auge zu verlieren. Regeltreue im Straßenverkehr, so zum Beispiel bei der Tuner- und Poserszene, wirke sich ebenfalls auf das subjektive Sicherheitsgefühl aus, macht Bürgermeister Viertelhausen deutlich.

Polizeidirektor Siegfried Schulz, Leiter der  Polizeidirektion Lahn-Dill, erklärt: „Die erfolgreiche Zusammenarbeit der Stadtverantwortlichen und der Polizei in der Domstadt zeigt sich in vielen Projekten: Prävention im Team, runde Tische oder die gemeinsame Streifentätigkeit in der Vorweihnachtszeit“. Schulz legt unter anderem den Fokus auf die Vereinsarbeit: „Die Vereine beschäftigen die jungen Menschen und holen sie von der Straße, um Sport zu treiben oder anderem sozialem Engagement nachzukommen“. Die Verantwortlichen gelte es weiter zu unterstützen und in ihrer Arbeit zu ermutigen.

Holger Geller, Leiter der  Polizeistation Wetzlar, sieht bei der Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger ebenfalls eine große Chance für die Sicherheit in der Stadt. Er sei gespannt, so der Polizeirat, ob die jahrelangen Anstrengungen von Stadt und Polizei beim Bürger angekommen seien und wie sie wahrgenommen werden. „Vielleicht bringen uns die Menschen auf Lösungsmöglichkeiten, an die wir noch nicht gedacht haben“.

Die Kriminalhauptkommissarin Antje Suppmann leitet den  Stabsbereich „Prävention“ im  Polizeipräsidium MittelhessenKriminalhauptkommissar Jörg Schormann, ist der  Kompass-Beauftragte für die Landkreise Gießen, Wetterau, Marburg-Biedenkopf sowie für den Lahn-Dill-Kreis. Erfahrungen aus anderen Kompass-Kommunen hätten gezeigt, dass oftmals Kleinigkeiten das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger beeinflusst. So wirkten sich beispielsweise vermüllte Plätze, defekte Leuchten und zu dichtes oder zu hoch gewachsenes Buschwerk negativ auf das Sicherheitsgefühl der Menschen aus. Bereits einfache Maßnahmen seitens der Stadt könnten schon Abhilfe schaffen, so die beiden Präventionsprofis der mittelhessischen Polizei.

Unter dem KOMPASS-Motto: „Gemeinsam Sicherheit vor Ort stärken“ trat im Anschluss an die Feierstunde die erste gemeinsame Arbeitsgruppe der Verantwortlichen von Polizei und Stadt zusammen. 

Polizeipräsident Bernd Paul übergibt Dr. Andreas Viertelhausen das Siegel der „Kompass“-Initiative

 Foto (von links nach rechts): Ordnungsdezernent Jörg Kratkey, Kriminalhauptkommissarin Antje Suppmann, Leiterin des Ordnungsamtes Gerlinde Knobloch, Polizeidirektor Siegfried Schulz, Bürgermeister Dr. Andreas Viertelhausen, Kriminalhauptkommissar Jörg Schormann, Polizeipräsident Bernd Paul, Polizeihauptkommissar Oliver Zimmermann und Polizeirat Holger Geller  - Foto zur Vergrößerung bitte anklicken
Foto (von links nach rechts): Ordnungsdezernent Jörg Kratkey, Kriminalhauptkommissarin Antje Suppmann,  Leiterin des Ordnungsamtes Gerlinde Knobloch, Polizeidirektor Siegfried Schulz, Bürgermeister Dr. Andreas Viertelhausen, Kriminalhauptkommissar Jörg Schormann, Polizeipräsident Bernd Paul, Polizeihauptkommissar Oliver Zimmermann und Polizeirat Holger Geller  - Foto zur Vergrößerung bitte 'anklicken'

 
Was ist KOMPASS?

KOMPASS Löwe

 

Die Abkürzung KOMPASS steht für KOMmunalProgrAmm SicherheitsSiegel

Foto links: Logo KOMPASS   

KOMPASS ist ein Angebot des Hessischen Innenministeriums an die Städte und Gemeinden in Hessen und zielt auf eine nachhaltig ausgerichtete Verzahnung und noch engere Zusammenarbeit zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Polizei und Kommune. Die Polizei Hessen bietet an, gemeinsam mit den Kommunen und den Bürgerinnen und Bürgern, die spezifischen kommunalen Sicherheitsbedürfnisse, also auch die Sorgen und Ängste der Bevölkerung zu erheben, zu analysieren und gemeinsam ein passgenaues Lösungsangebot zu entwickeln. 

 

Weitere Informationen zur Sicherheitsinitiative „KOMPASS“:

Ansprechpartner in Mittelhessen  Kompass-Berater
Kommunen  KOMPASS im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen 
Infos zentral KOMPASS Sicherheitsinitiative
oder im Internet www.kompass.hessen.de


Text: Guido Rehr, Pressesprecher